Vor Gericht

Gewaltsame Küsse kosten 1500 Euro

Landshut/Taufkirchen - Ein Paketzusteller aus Taufkirchen hat seine Ex-Geliebte gewaltsam zu einer „Kuss-Orgie“ gezwungen. Vor Gericht wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt.

Von Walter Schöttl

Landshut/Taufkirchen – Neben bereits bezahlten 500 Euro Schmerzensgeld an seine Ex-Freundin muss der Paketzusteller auch noch eine Geldstrafe von 1500 Euro berappen. Der zur Tatzeit 29-Jährige Bulgare hatte offenbar das Ende der Beziehung zu einer damals 31-jährigen gelernten Bürokauffrau mit griechischen Wurzeln nicht verkraftet. In der Mittagsstunde des 21. November 2015 begab sich der Angeklagte auf die Herrentoilette eines Taufkirchener Cafés, wo die Ex-Geliebte zu dieser Zeit putzte. Er packte sie dann mit der rechten Hand am Kiefer und mit der linken Hand an ihrem Pferdeschwanz und schlug ihren Kopf gegen die Wand. Ohne seinen Griff zu lockern, küsste er sie dann auf den Mund – rund eine Minute lang, wobei er seine Ex-Freundin auch mehrmals in die Unterlippe biss. Die Frau schrie zwar, dass sie das nicht wolle und versuchte, sich zu wehren, doch der Paketzusteller ließ erst nach geraumer Zeit von ihr ab. Die Bürokauffrau erlitt Prellungen am Hinterkopf, am Unterkiefer und an der Schulter, außerdem wurden ihr vom behandelnden Arzt Würgemale am Hals bescheinigt.

Wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Nötigung war dem Paketzusteller zunächst ein Strafbefehl in Höhe von 2400 Euro (120 Tagessätze à 20 Euro) ins Haus geflattert. Dagegen legte er mit mäßigem Erfolg Einspruch ein: Das Amtsgericht Erding erkannte auf 100 Tagessätze (insgesamt 2000 Euro).

Dagegen ging er in die Berufung, wobei er vor der 5. Strafkammer des Landgerichts nicht nur ein umfassendes Geständnis ablieferte, sondern davon ausging, mit einer inzwischen erfolgten Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 500 Euro weitere Pluspunkte sammeln zu können. Es gehe ihm, so der Paketzusteller, um eine Geldstrafe im Bereich von 90 Tagessätzen, alles was darüber liege, bringe ihm berufliche Probleme, vermutlich sogar den Verlust seines Jobs. Andererseits sei er verheiratet, habe für zwei Kinder zu sorgen und habe auch noch einen Kredit von 15 000 Euro für die Wohnungseinrichtung zu bedienen.

Die Bürokauffrau bestätigte zwar die Schmerzensgeldzahlung, von der Entschuldigung des Paketzustellers wollte sie allerdings nichts wissen: „Er hat mein Leben durcheinander gebracht, ich habe Angst.“

Die 5. Strafkammer des Landgerichts verwarf dann die Berufung, senkte aber die Tagessatzhöhe auf 15 Euro. Damit muss der heute 31-Jährige insgesamt noch 1500 Euro berappen. Der Übergriff, so Vorsitzender Richter Klaus Kurtz, sei – wie die Verletzungen bestätigten – durchaus massiv gewesen, so dass ein geringeres Strafmaß nicht vertretbar wäre.

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