Ein eigenes Büro: Bürgermeister Franz Hofstetter (hinten, 3. v. l.), gratulierte Gemeindewerke-Geschäftsführer Christopher Ruthner (l.) zu den repräsentativen Räumen. Foto: wK

Gemeindewerke Taufkirchen

Auf dem Weg in die Gewinnzone

  • schließen

Taufkirchen – Die Gemeindewerke Taufkirchen sind auf einem guten Weg. Das hat Geschäftsführer Christopher Ruthner dem Gemeinderat dargelegt. Und sie sind jetzt auch viel näher am Kunden.

Bevor Ruthner den Beteiligungsbericht zum Geschäftsjahr 2015 im Sitzungssaal des Rathauses vortrug, hatte er im Nebengebäude eine freudige Pflicht zu erfüllen – die Eröffnung der neuen Räumlichkeiten. Am Rathausplatz 1 haben die Gemeindewerke Taufkirchen ab sofort ein eigenes Büro.

„Es wirkt momentan ein bisschen groß“, sagte Geschäftsführer Ruthner. „Aber wir denken auch groß und wollen weiter wachsen.“ Es sei sehr erfreulich, dass zentrumsnahe Räume gefunden worden seien. „So haben wir direkten Kontakt zu den Bürgern und hoffen, auch viele Verträge abzuschließen“, meinte er, denn die Gemeindewerke „sind das Werk der Bürger für die Gemeinde Taufkirchen“.

Bürgermeister Franz Hofstetter fand die Räumlichkeiten keineswegs zu groß, „denn die Gemeindewerke sollen schließlich ja auch repräsentieren und zeigen: ,Wir sind erfolgreich’.“ Nach den Anfangsinvestitionen sei die Gesellschaft jetzt auf einem guten Weg, wenn auch noch nicht profitabel. Einen Seitenhieb auf die Nachbarstadt Dorfen konnte sich Taufkirchens Gemeindechef in diesem Zusammenhang nicht verkneifen. In Anspielung auf die Vorkommnisse bei den Stadtwerken Dorfen, wo Geschäftsführer Karl-Heinz Figl für 2015 einen Gewinn von 823 000 Euro präsentiert habe und nun gehen müsse, sagte Hofstetter, als er sich bei Ruthner bedankte: „Bei einem Geschäftsführer wird es erst ab 800 000 Euro Gewinn gefährlich.“ Der Angesprochene erwiderte unter dem Gelächter der Gäste: „Das ist ja schön, was Sie mir da in Aussicht stellen.“

Anschließend im Sitzungssaal erinnerte Ruthner, dass er seit 1. Juli 2015 Geschäftsführer sei. Vergangenes Jahr habe er daher „nur über Dinge berichtet, die vor meiner Zeit waren“. Das sei heuer anders. 2015 hab es einen leichten Rückgang in der Bilanzsumme gegeben, von 6,35 auf 6,27 Millionen Euro. „Grund war der Ausbau des Fernwärmenetzes, jetzt ist eine Verdichtung nötig.“

Die Gemeindewerke hätten einen Zuwachs bei den Kunden zu verzeichnen gehabt. Bei den Stromkunden seien es 1365 und damit um 180 mehr, im Vergleich zu 2014, bei den Fernwärmekunden sei Anfang 2016 die 100er-Marke geknackt worden. 2014 waren es erst 65 Kunden. Einen Unterschied habe es auch beim Wärmebedarf gegeben, weil 2014 ein sehr warmes Jahr gewesen sei, während 2015 eher normal war, „mit einem erhöhten Wärmebedarf“.

„Wir haben das Unternehmen auf gesunde Füße gestellt“, erklärte Ruthner. Der Jahresfehlbetrag sei von rund 172 000 Euro auf 107 000 Euro reduziert worden. 2016 und 2017 werde man wohl noch nicht in die Gewinnzone kommen, „aber 2018 oder 2019 werden wir uns deutlich besser entwickeln und die Anfangsverluste hinter uns lassen, denn dann haben wir den größten Teil unserer Investitionen getätigt“, prophezeite der Geschäftsführer. Diese seien beispielsweise 2014 noch bei 700 000 Euro gelegen, im Jahr 2015 nur noch bei 200 000 Euro. Erfreulich sei, dass man keine neuen Kredite brauche. Ziel sei natürlich, „dass die Gemeindewerke sich selbst tragen“, sagte Ruthner, gab aber auch zu bedenken, „dass unsere Ziele immer noch stark abhängig sind von externen Effekten wie zum Beispiel dem Ölpreis“.

Die Taufkirchener Gemeinderäte waren offenbar zufrieden mit dem Rechenschaftsbericht ihres Gemeindewerke-Geschäftsführers, denn es gab keinerlei Nachfragen.

Wolfgang Krzizok

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Am zweiten Tag ist Barkeeper geständig
Kehrtwende im Prozess gegen einen Afghanen, dem sexueller Missbrauch einer Widerstandsunfähigen vorgeworfen wird:
Am zweiten Tag ist Barkeeper geständig
Erdingerin (43) in Olching vermisst
Wo ist Marta Cacho? Die 43-Jährige, die einige Zeit in Erding gelebt hat und einen Wagen mit Erdinger Kennzeichen fährt, ist seit Mittwochabend, 20 Uhr, in Olching …
Erdingerin (43) in Olching vermisst
König von Thailand „abgeschossen“: Das erwartet die beiden Burschen
Zwei Buben (13, 14) haben beim Hantieren mit Softair-Pistolen den Tross des thailändischen Königs beim Radeln getroffen. Was die Burschen nun erwartet und welche neuen …
König von Thailand „abgeschossen“: Das erwartet die beiden Burschen
Orientierungslos im Bademantel
Ein verwirrter und orientierungsloser Mann hat am Mittwochmorgen die Erdinger Polizei auf Trab gehalten. So ging die Geschichte aus: 
Orientierungslos im Bademantel

Kommentare