Ziemlich ratlos: Antragstellerin Christine Kühnel (l.) sagte, sie wisse nicht, warum der Nachbar nicht zustimmen wolle. Der weiße Strich vorne auf den Holzdielen zeigt, wie groß der Wintergarten werden soll. Foto: Lang

Streit um Wintergarten

„Es gibt überhaupt keine Beeinträchtigung“

Taufkirchen - Darf ein Wintergarten gebaut werden oder nicht? Darüber gab es eine Diskussion im Taufkirchener Bauausschuss. Jetzt haben sich die Ausschussmitglieder bei einem Ortstermin informiert und eine Entscheidung getroffen.

„Das ist der Hammer“, meinte Martin Huber (REP). Zusammen mit seinen Kollegen des Taufkirchener Bauausschusses und Bürgermeister Franz Hofstetter war er bei brütender Hitze in der Siedlung am Zieglfeld, um das strittige Bauvorhaben zu begutachten. Dort verweigert ein Nachbar die nötige Unterschrift für den Bau eines Wintergartens, weil er sich in seiner Aussicht „subjektiv beeinträchtig“ fühle (wir berichteten).

„Es gibt überhaupt keine Beeinträchtigung“, meinte Huber, als er im Garten des Antragsstellers stand. Auf einem bestehenden Wall zwischen den beiden Grundstücken steht ein Holzzaun, dieser ist nur rund 20 bis 30 Zentimeter niedriger als der geplante gläserne Wintergarten hoch werden soll. Dass die Sicht des westlichen Nachbarn dadurch beeinträchtigt werde, konnte keiner der Gemeinderäte feststellen. Eher werde die Sicht des östlichen Nachbarn durch den Wall mit Zaun eingeschränkt. Für das Gremium war bei der Ortseinsicht klar: „Es gibt keinen objektiven Grund gegen das Bauvorhaben zu sein.“

Huber meinte, dass es nicht rechtens sei, wenn der Grundstücks- und Bauausschuss den Antrag ablehnen würde, denn der Gartenzaun sei fast genauso hoch wie die Oberkante des Wintergartens.

Die Antragsteller sagten, sie wüssten den genauen Grund nicht, warum der Nachbar, mit dem es bis dato ein gutes Einvernehmen gegeben habe, seine Zustimmung verweigere.

Obwohl die Nachbarn von dem Treffen wussten, ihre Haustür beim Erscheinen der Gemeinderäte offen stand, kamen sie nicht zur Ortseinsicht.

Wenn es keinen berechtigten Einwand gebe, werde nur das Verfahren verzögert, war die Ansicht des Gremiums. Die geringfügige Überschreitung sei zu vertreten, hieß es in der anschließenden Sitzung, in der dem Bauantrag für den Wintergarten am Einfamilienhaus in der Eibenstraße zugestimmt wurde.

Birgit Lang

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