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Kritisiert mit einem Augenzwinkern: Die Gnadenkapelle, das sind (v. l.) Val Dasch, Kathrin Nagy, Max Eder, Josef Hanslmaier, Bertram Liebmann und Bo Baumann. 

Gnadenkapelle im Kinocafé

Motto: Über lächerliche Dinge macht man sich lustig

Die Gnadenkapelle übte im Kinocafé in Taufkirchen viel Kritik. Trotzdem lautet die Devise20 Lebensfreude.

TaufkirchenEng verwurzelt mit ihrer Heimat, aber stets mit einem Augenzwinkern präsentierte sich die Gnadenkapelle im Taufkirchner Kinocafé. Gleich zu Beginn mahnte das Sextett vor einer „Verramschung des Bayerischen“: „Fias Tourismusprospekti, spui ma Bauerndeppi, häppi häppi deppi, mid’m Deppaldialekti.“ Unschwer ist zu erkennen, welcher Partei sie zur Last legen, mit Trachtenjanker, Haferlschuhen und Bierzeltreden auf Stimmenfang zu gehen.

Frontfrau Kathrin Nagy, seit drei Jahren in der 2006 gegründeten Formation, strahlt trotz der vielen Kritik in den Texten dieselbe Lebensfreude aus, die ihre Kollegen auf ihren Instrumenten hervorbringen.

Von Anfang an dabei sind Gitarrist Val Dasch, Schlagzeuger Max Eder und Bassist Bo Baumann. Gewürzt wird der Gnadenkapellensound durch die Neuzugänge Bertram Liebmann am Keyboard und Josef Hanslmaier an der Trompete, beide studierte Musiker. Dass diese Besetzung harmoniert, zeigen auch die jüngsten Radioerfolge: Bayern 2 spielt die Lieder „Fukushima Blues“, laut Val Dasch ihr schwierigstes Stück, das im Kinocafé aber fehlerfrei funktionierte, und „Noglnei“.

Zwar gibt es auch ernste Momente wie in „Rosenstock“, eine Erinnerung an einen in Grünbach ausgesetzten und erfrorenen Säugling, ansonsten gilt aber: Über lächerliche Dinge macht man sich einfach lustig. Das kann die Geschichte der geflüchteten Kuh Yvonne sein, oder auch Lebkuchen Anfang September bei Aldi. Zur Zugabe „Mei guade Weihnachtshosn“, bei der es um saisonal bedingte Mitmenschlichkeit geht, wurden „Zuckerl“ im Publikum verteilt.  fh

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