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Blickt zurück und schaut nach vorn: Heinrich Oberreitmeier, der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Taufkirchen-Dorfen.

VR-Bank Taufkirchen-Dorfen

Gutes Betriebsergebnis nicht zu halten

Trotz extremer Niedrigzinsen und hartem Wettbewerb erwirtschaftete die VR-Bank Taufkirchen-Dorfen eG im Geschäftsjahr 2016 ein „zufriedenstellendes Ergebnis“, berichtete Vorstandsvorsitzender Heinrich Oberreitmeier. Die Prognose für heuer: Das Betriebsergebnis wird sinken.

Taufkirchen – Die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) und immer mehr Bürokratie belasten die heimischen Banken immer stärker. Bei der Vertreterversammlung im Bürgersaal Taufkirchen konnte Heinrich Oberreitmeier den Vertretern für den Bereich der zwölf Bankstellen dennoch ein positives Geschäftsergebnis für 2016 präsentieren – mit deutlichen Zuwächsen in fast allen Bereichen. Das sei begünstigt gewesen durch positive, wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Mit der „erneut erfreulichen Entwicklung können wir alle zufrieden sein“, sagte Oberreitmeier. Gemeinsam habe man es geschafft „unsere Bank auch 2016 erfolgreich weiterzuentwickeln“. Damit sei „Beständigkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Zukunftsfähigkeit unserer Genossenschaft weiter gestärkt worden“. Durch großes Kundenvertrauen in „die nachhaltige, bodenständige Geschäftsphilosophie“ wurde das betreute Kundenvolumen 2016 auf 126 Millionen Euro gesteigert: „Das beste Ergebnis bis 2015 waren pro Jahr 83 Millionen Euro.“ Damit sei ein über den eigenen Erwartungen liegendes Betriebsergebnis erreicht, und das Eigenkapital „als wichtigste Basis für eine sichere und zukunftsfähige Bank weiter gestärkt“ worden. Oberreitmeier sprach von einem „ausgezeichneten Wachstum“ durch konsequentes Kostenmanagement, risikobewusste Bewertung im Kreditgeschäft und den eigenen Wertpapieranlagen. Es habe „keine Kredit- oder Zahlungsausfälle“ gegeben.

Im Ausblick erwartet der Vorstandsvorsitzende: Die Entwicklung der Genossenschaftsbank in den kommenden Jahren sei bei anhaltend starkem Wettbewerb von sinkenden Zinsen und Margen bestimmt, bei steigenden Anforderungen an Produkte und Beratungsqualität, bei weiterer Bürokratie und Vorschriften. Anhaltende Niedrigzinsen und ein damit bedingt sinkender Zinsüberschuss seien zu erwarten. Das bedeute für 2017 und weitere Jahre rückläufige Betriebsergebnisse.

Oberreitmeier verteidigte auch die „Anpassung der Bankstellenstruktur“ zum Jahreswechsel. Ein verändertes Kundenverhalten mit sehr deutlich zurückgehenden Schalterbesuchen und steigender Nutzung des Online-Banking habe aus wirtschaftlichen Gründen zur Schließung der Bankstellen Hofkirchen und Ranoldsberg geführt, allerdings ohne Kündigungen. Im harten Wettbewerb und um zukunftsfähig zu bleiben werde die Bankführung auch künftig „rechtzeitig reagieren“, und es werden weitere Anpassungen kommen müssen. Die könne man ohne Kündigungen bewerkstelligen. „Härtefälle“ für Kunden und Mitarbeiter werde „es aber immer geben“.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Christoph Puschmann betonte, die Bank sei „erneut erfolgreich“ gewesen und „ist gut aufgestellt, um den qualitativen Wachstumskurs fortzusetzen“. Das belege auch der positive Lagebericht des Genossenschaftsverbands Bayern mit dem „uneingeschränkte Prüfungsvermerk“. Die internen Strukturveränderungen seien „notwendig“ gewesen. Den Kunden der Genossenschaftsbank stehe weiter eines der dichtesten Netze mit Bankautomaten in Bayern zur Verfügung.

Die Orientierung an den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft sei die Grundlage des Erfolgs der Genossenschaften und des wirtschaftlichen Erfolgs der Bundesrepublik, sagte Puschmann. Als Eckpfeiler künftiger Wirtschaftspolitik forderte der Aufsichtsratsvorsitzende vor allem für Klein- und Mittelstandsbanken Verhältnismäßigkeit in der Regulierung auf EU-Ebene, keine unverhältnismäßigen Anforderungen, stabile rechtliche Rahmenbedingungen und praxistaugliche Regelungen statt unnötiger Bürokratie.

Hermann Weingartner

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