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Hacker-Angriff auf Traditions-Unternehmen: Erpressung in Millionenhöhe? Geschäftsführung schweigt

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Das Firmennetzwerk von Himolla ist gehackt worden - mit beträchtlichen Folgen. © AFP

Ein Hacker-Angriff hat zeitweise die gesamte Polstermöbel-Fabrik Himolla in Taufkirchen lahmgelegt. Von Erpressung ist die Rede, über eine riesige Millionensumme wird spekuliert.

Taufkirchen – Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile. Ein Unbekannter hat scheinbar bereits am 18. Juni den Code geknackt und sich gezielt in das Rechnernetz des Traditionsunternehmens Himolla in Taufkirchen gehackt. Die Mitarbeiter wurden von ihren Abteilungsleitern angeschrieben. Man teilte ihnen mit, dass ab darauffolgendem Montag sowohl in der Produktion als auch in der Verwaltung nicht gearbeitet werde. „Ich hab’ erst gemeint, es ist Gaudi“, sagt ein Angestellter. Auch die polnischen Mitarbeiter, die übers Wochenende nach Hause gefahren waren, seien informiert worden, dass sie nicht kommen müssten.

Hacker-Angriff auf Himolla in Taufkirchen: Alle Mitarbeiter sollen zu Hause bleiben

Ein paar Tage später habe es dann geheißen, dass die Belegschaft bis 2. Juli daheimbleiben, sich aber für kurzfristige Änderungen zur Verfügung halten solle.

„Die Produktion und die Verwaltung, alles ist stillgelegt worden“, bestätigt ein anderer Mitarbeiter auf Anfrage des Erdinger Anzeigers. Mittlerweile sollen ein paar Laufwerke wieder funktionieren, inwieweit wisse er aber nicht. Auf alle Fälle könne frühestens am 5. Juli wieder produziert werden, so die Ansage an die Mitarbeiter.

Nach Hacker-Angriff in Taufkirchen: Firma Himolla fährt Produktion komplett runter

Diesen Donnerstag soll es eine weitere Sitzung geben, bei der an einem offiziellen Fahrplan gearbeitet werde, wie manche Abteilungen wieder eher anfangen könnten. Scheinbar soll der Betrieb sukzessiv wieder hochgefahren werden.

Für das Unternehmen bedeute dies auf alle Fälle einen „massiven Ausfall“, weil sich alles schon so lange hinziehe, so der Mitarbeiter weiter. Der Flurfunk funktioniert also, auch wenn der Großteil der Belegschaft daheim ist.

Die Geschäftsführung selbst hält sich mit Aussagen zurück. Geschäftsführer Ralph Bestgen erklärte auf Anfrage: „Wir sagen erst mal gar nichts zum laufenden Verfahren. Wir haben einen Hackerangriff gehabt. Aus Sicherheitsgründen haben wir alles heruntergefahren.“ Jetzt gehe man sukzessive wieder ans Netz. „Wir arbeiten in der Verwaltung normal. Die Fabrik steht noch still. Aber wir sind dabei, alle betroffenen Bereiche nach und nach wieder hochzufahren“, so Bestgen. Ende der Woche werde man mehr wissen.

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