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Eine wahre Spielfreude verströmten Hans Well (Mitte) und seine Wellbappn im Taufkirchener Bürgersaal.

Hans Well und die Wellbappn 

Fetzige Volksmusik und a freche Goschn

Die Biermösl Blosn traten nach drei Jahren erstmals in Taufkirchen auf. Hans Well führt die Band mit seinen drei Kindern Sarah, Jonas und Tabea „den Wellbappn“ fort.

Taufkirchen Nachdem sich die Biermösl Blosn vor drei Jahren aufgelöst hat, war der Jammer groß. Aber Hans Well, einer der drei Brüder, macht weiter mit seinen drei Kindern Sarah, Jonas und Tabea, den Wellbappn. Nun traten sie erstmals im Taufkirchener Bürgersaal auf und sorgten für einen äußerst unterhaltsamen Abend, bei dem viel gelacht, geschunkelt und mitgesungen wurde.

Well ist nach über 30 Jahren Bühnenerfahrung Profi genug, um zu wissen, auf was sein Publikum steht. Also hat er vor seinem Auftritt erste Eindrücke von Taufkirchen gesammelt und diese gleich zu seiner ersten Nummer verarbeitet. So machte sich der 64-Jährige über den 100 Meter langen Block, der auf dem Bernock-Areal gebaut werden soll, ebenso lustig, wie darüber dass die Taufkirchener den Steinkirchenern die Rettungswache geklaut hätten. Auch, dass es dort wegen der roten Waldameise Ärger gegeben habe, wusste er. Vom schönen Waldbad, dem Eberle-Haus, dem vierspurigen Ausbau im Isental und der einspurigen Bahn in Dorfen oder vom Landkreis-Ayatollah (Landrat Martin Bayerstorfer) erzählte er ebenfalls Interessantes. Der Einstieg war bestens gelungen.

Weltmusikalisch sind sie alle, Hans Well, seine 14 Geschwister und seine drei Kinder, die schon eine genauso freche Goschn haben wie ihr Papa. Volksmusik, irische Folkmusik, ja sogar einen Czardas gaben die vier zum Besten, dass es eine wahre Freude war. Dazu gab es tiefsinnige, profane, einfach nur depperte, aber immer witzige, teilweise zungenbrecherische Texte. Vom eskalierenden Fairness-Aggressionsabbau der Mütter am Spielfeldrand oder dem schönsten Heimatlied „Olching“ war die Rede.

Generationsprobleme gibt es in der Formation keine, jeder wird derbleckt. Auch der Papa. „Er braucht gar nicht so nervös sein, weil s’ Zittern fällt ihm schon recht leicht.“

Der virtuose Jonas hämmerte trotz Sonnenstich auf dem selbst gezimmerten Rumsbass, eines der vielen Instrumenten, die sie beherrschen, und besang mit seinen Schwester das tragische Ende des Jungbauern Sepp, der an einer Mass Glyphosat starb. „Seither gedeiht auf dem Friedhof kein Unkraut mehr.“ Hans Well und seine Wellpappen hingegen sprühen nur so vor Spielfreude. Auch in Taufkirchen wurden sie ohne Zugabe nicht entlassen. mel

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