Meisterin ihres Fachs: Stephanie Lottermoser, die mit ihrem Quintett aufspielte. Foto: Birgit Lang

Jazz im Schloss

Heiße Musik in kühler Luft

Taufkirchen - Trotz Regen und Fußball-Europameisterschaft waren die Tische und Bänke beim Jazz im Schloss auf der Taufkirchener Schlossterrasse voll besetzt. Das lag zweifellos an der tollen Besetzung.

Den richtigen Jazz-Fans war die Musik so wichtig, dass sie beim Regenschauer unter den Sonnenschirmen enger zusammen krochen, um Barbara Dennerlein, einen Weltstar des Jazz, sowie Fabiano Pereira an der Gitarre und Marcel Gustke am Schlagzeug zu hören. Dennerlein brachte auf ihrer Hammondorgel B 3 beachtlichen Schwung rein. Das Trio spielte viel Blues und streute Funk sowie südamerikanische und brasilianische Bossa Nova- und Samba-Stücke ein. Gitarrist Pereira sang zu einem Stück, ansonsten blieb es bei den Instrumentalversionen. Das Publikum war hin und weg von dem sympathischen Weltstar, freute sich über die Erklärungen, die sie zu jedem dargebotenen Song machte, und genoss auch das Vogelgezwitscher am Rande.

Auch die Jazzerin fühlte sich äußerst wohl in dieser Umgebung, wie sie später sagte. Sie lobte die freundliche Aufnahme und die Widerstandskraft des Publikums, das trotz Fußball- und Wetterunbill ausharrte.

Im Publikum saß ein ganz besonderer Gast: Professor Joe Viera, ein bayerisches Jazz-Urgestein, der seit vielen Jahren die Burghausener Jazztage macht und moderiert. Auch er blieb bis zum Schluss und war äußerst angetan von der Veranstaltung.

Am nächsten Tag bot der Verein SOVIE als Veranstalter gleich drei Formationen auf. Den Anfang machten Triazz mit ihrem phänomenal guten Akustik-Jazz. Triazz, das sind Thomas Wecker an der Gitarre, Heiko Jung am Bass, Dittmar Hess am Schlagzeug und Wolfgang Roth an Saxofon, Klarinette und Flöte. Stephanie Lottermoser folgte mit ihrem Quintett und bot eine äußerst ansprechende Mischung aus Jazz, Funk und Pop.

Last but noch least waren die Tenor Steps um Michael Außerbauer an der Reihe. Er hatte fünf Begleiter dabei, die bewiesen, dass auch regionale Musiker durchaus Weltformat besitzen können.

Neben dem schönen Ambiente des Wasserschlosses umrahmt von viel sattem Grün, hatten sich SOVIE-Vorsitzender Bodo Gsedl und sein Team auch bei der Bewirtung richtig ins Zeug gelegt. Von gebratenem Gemüse über Quiche bis zum Roastbeef reichte das kulinarische Angebot. Und wer noch Lust auf Süßes hatte, den lockten herrliche Torten, etwa eine Himbeer-Hinterberger. Außerdem hatten die Helfer eine Tombola zusammengestellt, um durch den Losverkauf wieder ein bisschen Geld in die Vereinskasse zu spülen, wie Gsedl betonte. Denn alle Veranstaltungen von SOVIE sind ohne Eintritt, so auch Jazz im Schloss.

Die Gage von Dennerlein habe schon ein Loch in die Kasse gerissen, gab der Vorsitzende zu. Da reiche auch das Preisgeld nicht, das SOVIE durch den Tassilo-Preis für sein kulturelles Engagement erhalten habe, wie Gsedl stolz dem Publikum erzählte. Dieser Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben, für Kulturschaffende, die der Förderung und Ermutigung bedürfen, die „Kultur von unten“ machen und für die kulturelle Vielfalt stehen.

Birgit Lang

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