+
Auf den zweiten Platz raste der Zweispänner von Barbara und Franz Peis mit Paminia und Ondar.

Fohlenchampionat

Heiße Reifen und rassige Fohlen

Von Birgit Lang

Moosen – Es war ganz schön heiß und teilweise richtig staubig. Gut, dass es beim 17. oberbayerischen Haflinger- und Edelbluthaflinger Fohlenchampionat in Moosen viele schattige Plätze im Biergarten, ein Zelt und zur Not auch noch Regenschirme gab, um sich vor der prallen Sonne zu schützen. Die Veranstaltung bot für alle Generationen etwas. Los ging es bereits um 10 Uhr mit der Bewertung der 83 gemeldeten Hengst- und Stutfohlen aus ganz Oberbayern, deren Bewegungsqualität und Körper von sechs Richtern beurteilt wurden. Das jüngste Fohlen, das vorgestellt wurde, kam erst am 21. Juni zur Welt. „Schönes Fundament“, „Saumäßig gut gestanden“ oder „Von der Korrektheit schaut er gut aus“, lauteten nur einige ihrer Kommentare, die sie untereinander austauschten.

Auf dem Programm stand auch der spannende Fahrercup „Heiße Räder“, bei dem Züchter mit acht Einspännern und sechs Zweispännern auf Zeit durch einen anspruchsvollen Parcours jagten, dass es nur so staubte.

Gekürt wurde das Fohlen von Stute Wendy von Züchter Fritz Hamburger (linkes Bild, r.) aus Solching von den Haflinger-Freunden – hier mit Simon Hamburger.

Beim Einspänner-Wettbewerb siegten die Haflinger Freunde Oberes Vilstal mit Birgit Zuhr mit Nina Reiser sowie Pferd A-Schenia. Bei den Zweispännern wurden Barbara und Franz Peis mit Paminia und Ondar Zweite vor Johannes Flossmann und Nina Reiser mit A-Schenia und Silvio auf Platz drei sowie Christian und Leo Scharl mit Napoleon und Nelson auf Rang vier. Die kleinsten Besucher konnten Ponyreiten. Außerdem gab es eine Verlosung mit tollen Gewinnen. Der Hauptpreis, ein Haflinger Fohlen, ging an Marion Kammerer aus Eichenried. Die 19-Jährige hat schon sechs Pferde daheim und freute sich sehr. Für die Bewirtung sorgten das Team vom Wirt z’Moosen, Manfred Zuhr, und die Moosener Schützen.

Die renommierten Richter, die unter anderem aus dem Allgäu und der Oberpfalz angereist waren, nahmen den Schwung und die Elastizität des Bewegungsablaufs, das Gebäude mit Korrektheit der Gliedmaßen ebenso wie den Gesamteindruck und die Entwicklung auch unter Berücksichtigung der Mutter unter die Lupe. Das taten sie mit Sachverstand und Empathie.

Hans Schiller, Rassevorsitzender und 2. Vorsitzender des Pferdezuchtverbands Oberbayern aus Rohrdorf, moderierte die Selektion. „Es gibt eine Note für die Bewegung. Der Schritt fließt mit ein“, erklärte er dem Publikum. Oder er spaßte: „Das Platteln ist bei weitem nicht so anstrengend wie die Pferdevorstellung“, denn die Züchter und ihre Helfer liefen bei der Hitze mit den Stuten und den Fohlen an der Leine mehrmals über den Fahrplatz, damit sich die Richter ein Bild von den Tieren machen konnten.

Schließlich wurden die Sieger, Reservesieger und 2. Reservesieger gekürt. Darunter war auch das Fohlen von Stute Wendy von Züchter Fritz Hamburger aus Solching von den Haflinger-Freunden. Sie qualifizierten sich fürs Süddeutsche Fohlenchampionat, das am 5. und 6. Oktober in München Riem abgehalten wird. Die nächste Stufe ist die Bundeshengstschau.

Fleißig geholfen haben die siebenjährigen Zwillinge Nina und Luisa Schuster.

Florian Schelle, Präsident des Pferdezuchtverbands, aus Deisenhofen war begeistert von der Darbietung: „Ganz tolle Fohlen, tolle Bewegungen, wunderschöne Typen, von den Züchtern gut vorgestellt und herausgebracht mit eingeflochteten Mähnen und schön herausgeputzt.“ Die Züchter würden von Generation zu Generation „großrahmige Pferde mit edlem Gesicht und guter Bewegung züchten“, erklärte er. Auch ein kleiner Prozentsatz Araberblut sei in den Haflingern. Schelle lobte den tollen Platz der Haflinger Freunde Oberes Vilstal, auf dem das Fohlenchampionat bereits zum vierten Mal ausgerichtet wurde. Vorsitzender Manfred Zuhr habe seine Leute gut im Griff. „Wir brauchen solche Stützpunkte, wo d’Roß a Homat ham“, betonte er. Viele Züchter, darunter auch Berg- und Waldbauern, sowie einige Originale aus dem Oberland verfolgten das Championat aufmerksam. Die siebenjährigen Zwillinge Nina und Luisa Schuster durften den teilnehmenden Fohlen kleine Anstecker und den Gewinnern die Siegerschärpe überreichen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kleinkind sperrt sich selbst in Auto ein - Polizei kommt zu Hilfe
Beamte der Polizeiinspektion Flughafen München haben in einem Parkhaus ein Kleinkind aus einem Auto befreit. Der eineinhalbjährige Bub hatte sich selbst eingesperrt - …
Kleinkind sperrt sich selbst in Auto ein - Polizei kommt zu Hilfe
Kein Führerschein, keine Zulassung, dafür Alkohol im Blut
Ohne Führerschein, aber mit Alkohol im Blut hat ein junger Mann am späten Freitagabend einen Verkehrsunfall in Erding verursacht. Sein BMW war nicht zugelassen.
Kein Führerschein, keine Zulassung, dafür Alkohol im Blut
Das Geschäft mit der Wegwerfgesellschaft
250 Tonnen Speiseabfälle, bis zu 200 Tonnen Tierreste - und das täglich: In der Speisereste- und Tierkörperverwertungsanstalt Berndt in Oberding haben die 180 …
Das Geschäft mit der Wegwerfgesellschaft
Zeltlager der Wasserwacht: Im Schlauchboot werden alle gscheid nass
„Asterix und Obelix“ lautete das Motto beim Zeltlager der Wasserwacht Wörth. Nachtwanderung, Zaubertrank, Hinkelsteinwurf und eine Schlauchbootfahrt gehörten zu den …
Zeltlager der Wasserwacht: Im Schlauchboot werden alle gscheid nass

Kommentare