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Sang aus voller Kehle: Der Nachwuchs der Liedertafel Taufkirchen beim Herbstkonzert.

Herbstkonzert Liedertafel Taufkirchen

Pfiffige Neuauflagen alter Stücke

Viele hatten sich unter „Evergreens“ wohl was anderes vorgestellt. Aber Liedertafel-Chef Christian Rott ist immer wieder für eine Überraschung gut, wie er beim Herbstkonzert zeigte.

Taufkirchen Was Christian Rott unter Evergreen versteht, erklärten zwei junge Chorsängerinnen: „Lieder, die jeder kennt und jeder gerne hört.“ So hatte er im ersten Block Werke aus der klassischen Epoche ausgegraben. Zuvor jedoch erläuterte der Chef persönlich, dass er Sparmaßnahmen durchführen wollte, weil es vorangegangene Konzerte der Liedertafel mit zu großem Aufwand gegeben habe. Sein Vorschlag, nur mit Lautsprecher und CD-Player zu konzertieren, stieß ebenso auf Protest, wie die Zahl der Sänger auf ein Minimum zu reduzieren.

Lediglich beim Orchester konnte er sich durchsetzen. So spielten beim Herbstkonzert nur er und Johanna Pfeiffer am Klavier, das aber durchwegs bravourös, wie sie bei „Ballade pour Adeline“, Billy Joels „Root Beer Rag“ oder „River Flows in You“ von Yiruma bewiesen. Dezent hielten sich die beiden Musiker im Hintergrund, um die Sänger der Liedertafel, ganz in schwarz gekleidet, nur rote Tücher und Schals als Farbtupfer, in den Mittelpunkt zu rücken.

Rott hatte die vielen bekannten Stücke gekonnt und pfiffig neu arrangiert. Was dem Ganzen eine spannende, interessante Note verlieh, aber das von ihm gewünschte Mitsingen dem Publikum nicht erleichterte. Zu Gehör gebracht wurden vom Großen Chor klassische Lieder von Franz Schubert, wie „Am Brunnen vor dem Tore“ oder „Die Forelle“ und „Ave Maria“, ein Paradestück für Sopranistin Andrea Rable, die bei ihrem Solo ihre herrliche Stimme voll in Szene setzen konnte. Bei Hildegard Knefs Schlager „Für dich soll’s rote Rosen segnen“, das sie sehr emotional sang, wäre auch eine tiefere, verruchtere Stimmlage schön gewesen.

An Edith Piafs Gassenhauer „Milord“ wagte sich Solistin Heidi Böhm mit ihrer gefälligen Altstimme, jeder Menge Ausdruck und schöner französischer Aussprache. Herrlich gefühlvoll interpretierten Rable und Böhm im Duett auch „All of Me“, einen aktuellen Chartbreaker. Der einzige männliche Solist Thomas Hofmann erfreute das Publikum als er Louis „Satchmo“ Armstrongs raue Stimme bei „What a Wonderful World“ imitierte.

Der Kleine Chor zeigte sein Können mit klarem, harmonischem Gesang unter anderem beim Hit „Despacito“, unterstützt von jungen, männlichen Sängern. Auch weiteren Schlagern hatte Rott einen schönen, neuen musikalischen Mantel übergestülpt, etwa „Theo, wir fahrn nach Lodz“, zu dem die Sängerschar rhythmisch stampfte, oder „Summer of 69“, bei dem alle lautstark mitklatschten.

Richtig herzig war der Auftritt des Kinderchores JuLiTa. Musiklehrerin Isolde Bauer versteht es immer wieder, den Nachwuchs für das Singen zu begeistern. Die große Schar sang aus voller Kehle „Schön ist es auf der Welt zu sein“, das Anita Hegerland neben Roy Black in den 70er Jahren zum Kinderstar machte. Auch bei „Biene Maja“ und beim großen Finale mit „Aber bitte mit Sahne“ schmetterten, lachten und hüpften die Jüngsten mit, was das Zeug hielt, sehr zur Freude des Publikums. Nach der Zugabe „Wahre Freundschaft“ konnten alle noch über das Konzert fachsimpeln oder einfach nur einen sehr kurzweiligen Abend ausklingen lassen. (Birgit Lang)

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