Licht in die Herzen

Hippotherapie braucht dringend ein Auto

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Taufkirchen - „Es ist das Strahlen in den Augen der Kinder, das glücklich macht“, sagt Sosa Balderanou-Menexes. „Das kann man nicht kaufen.“ Die Vorsitzende des Vereins für therapeutisches Reiten in Taufkirchen muss aber etwas anderes kaufen. Sonst sieht sie das Vereinsziel ernsthaft gefährdet.

Sosa Balderanou-Menexes ist verzweifelt. „Unser Auto ist kaputt und kann nicht mehr repariert werden – es war ja auch schon ziemlich alt“, erzählt die SPD-Gemeinderätin, die sich ehrenamtlich im Verein für therapeutisches Reiten engagiert. Besagtes Auto wird beziehungsweise wurde gebraucht, um Pferde aus dem Stall in der einige Kilometern entfernten BJ Ranch bei Bertl Wegmann abzuholen und zur Reithalle nach Taufkirchen zu fahren. „Im Moment ist viel Improvisation gefordert, aber irgendwann geht es nicht mehr“, weiß sie. „Wir brauchen dringend ein neues Auto, wobei ,neu’ natürlich nicht im Sinne von fabrikneu gemeint ist. Ein Gebrauchtes in gutem Zustand täte es schon lang.“ Einzige Bedingung: „Es muss zwei Tonnen ziehen können.“

Seit vielen Jahren schon gibt es den Taufkirchener Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, behinderten Kindern zu helfen und ihnen eine Freude zu bereiten. Hippotherapie ist nämlich für Kinder mit Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen, Muskelspannungszuständen oder anderen Bewegungsstörungen besonders hilfreich. Viele Betroffene leben mit schweren körperlichen und/oder geistigen Behinderungen. „Kinder, die mit einem Pferd arbeiten, bauen zu diesem eine Beziehung auf und erhalten Zuwendung. Zudem ist es für sie ein Erlebnis, auf dem Rücken der Pferde ganz groß zu sein“, weiß Balderanou-Menexes.

Das größte Problem ist dabei die Finanzierung. Die Krankenkassen haben sich im Laufe der Gesundheitsreformen seit 1996 komplett aus der Bezahlung der ärztlich verordneten Hippotherapie zurückgezogen. So wurden die Eltern gezwungen, entweder auf die Therapie zu verzichten oder sie selbst zu finanzieren. „Um diesen Eltern und ihren Kindern eine Therapie zu ermöglichen, haben wir unseren Verein gegründet“, erzählt die Vorsitzende. „Der ortsansässige Reit- und Fahrverein Taufkirchen unterstützt uns, indem er uns zweimal wöchentlich seine Reithalle für die Therapiestunden zur Verfügung stellt.“ Das bedeutet: Der Verein muss im Jahr rund 20 000 Euro aufbringen – und dies ausschließlich aus Spenden. „Für uns arbeiten zwei ausgebildete Physiotherapeutinnen mit der Zusatzausbildung zur Hippotherapeutin, drei Therapiepferde und zwei Pferdeführerinnen, das alles muss bezahlt werden, und auch die entsprechenden Versicherungen“, erzählt Balderanou-Menexes mit sorgenvoller Miene.

„Wir verfügen über keine eigenen Pferde mehr, da die monatlichen Unterhaltskosten für die Haltung zu hoch sind, da die Pferde ja nur zweimal wöchentlich im Einsatz sind. Die Therapiepferde mieten wir uns, bilden sie selber für die Hippotherapie aus, holen diese mit unserem vereinseigenen Pferdehänger in die Reithalle und bringen sie im Anschluss wieder in ihren Stall zurück.“

So war es bis vor einigen Tagen, bis das vereinseigene Auto den Geist aufgab. „Ich bin völlig verzweifelt, denn wir können uns nicht einfach ein Auto kaufen, das ist bei unserem knappen Etat einfach nicht drin“, sagt Balderanou-Menexes. Momentan helfen die Vereinsmitglieder zusammen, so gut es geht und fahren mit ihren privaten Autos, was aber zeitlich ein Problem darstellt. „Vielleicht gibt es ja jemanden, der uns ein Auto zur Verfügung stellen oder ganz günstig verkaufen kann“, hofft die Vorsitzende. „Es wäre so schade, wenn wir unser Angebot für die behinderten Kinder einstellen müssten. Es würde mir das Herz brechen – und nicht nur mir.“

Wolfgang Krzizok

Licht in die Herzen

Das Leserhilfswerk des Erdinger/Dorfener Anzeiger unterstützt die Arbeit des Vereins für therapeutisches Reiten in Taufkirchen. Spenden sind auf das Konto (Nummer 17 111) bei der Sparkasse Erding möglich. Kontoinhaber: Zeitungsverlag Oberbayern. IBAN:

DE54 7005 1995 0000 0171 11.

Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Dies vermerken Sie bitte mit Ihrer Adresse auf dem Überweisungsträger. Die Namen der Spender werden veröffentlicht. Wer dies nicht wünscht, vermerkt es bitte ebenfalls auf der Überweisung.

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