Toilettenanlage an der Reithalle

Huber macht sich für mehr Damen-WCs stark

Taufkirchen – Südöstlich der Taufkirchener Reithalle soll eine Sanitäranlage errichtet werden. Das Gebäude wird knapp 20 Meter lang und rund 5,5 Meter breit. Verwaltungsleiter Konrad Karbaumer stellte das Bauvorhaben im Taufkirchener Gemeinderat vor.

Der Neubau sei als Ersatz für die zwei Toilettenwagen gedacht, die seit einigen Jahren ergänzend zu den Toiletten in der Festhalle zur Volksfestzeit aufgestellt werden. Ziel der Gemeinde sei es, eine bedarfsgerechte und vor allem auch nachhaltige Lösung zu schaffen. Das Gebäude beinhalte einen Bereich für die Damen mit zehn WC’s, Vorbereich und Waschbecken, einen WC-Bereich für Herren mit vier Toiletten und entsprechend Waschbecken sowie Pissoirs und in der Mitte eine Behindertentoilette mit Wickeltisch für Kleinkinder und, „was ganz wichtig ist“, zwei Personaltoiletten. Der Zugang zur Personaltoilette erfolge über die Südseite, die öffentliche Nutzung über die Nordseite, erörterte Karbaumer. Die Planung sei fertig. Die Kosten wurden auf insgesamt 246 389 Euro veranschlagt. Ein Teil des Betrages sei im diesjährigen Haushaltplan vorgesehen. Nun müsse der Gemeinderat den Plan genehmigen und einen Ausführungszeitpunkt festlegen.

Gemeinderat Martin Huber (Rep) lobte: „Das ist längst überfällig.“ Entscheidend sei es ja, dass für die Damen zusätzliche Toiletten geschaffen werden, für die „Männer ist es nicht so schlimm“. Seiner Meinung nach „gibt es nix Schlimmeres, als wenn die Damen anstehen müssen und lästig werden. Der Mann fühlt sich im Volksfest viel wohler, wenn für Damen ein bisschen mehr WCs da sind.“ Eine weitere Frage sei, ob mit diesem Neubau die Engpässe überhaupt überbrückt werden könnten oder nicht trotzdem mobile Klos aufgestellt werden müssten. „Das klappt natürlich überhaupt nicht, wenn die Leute immer mehr werden.“ Eigentlich sollte man die Planung ein bisschen mehr auf die Damen zu schneiden, schlug Huber vor und plädierte dafür, die Anzahl der Toiletten für das weibliche Geschlecht zu erhöhen. Er hielt ein Verhältnis von zwei Drittel für die Damen und ein Drittel für die Männer für angemessen.

Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) argumentierte, dass es auch noch die bestehende Anlage in der Reithalle gebe. Huber hielt dagegen, dass die Zufriedenheit der Gäste auch mit der Anzahl der Toiletten zusammenhänge, das sei „ganz klar“. Er forderte seine Kollegen dazu auf, „ein bisschen umzudenken“.

Frauen gehen „nie alleine aufs Klo“

Alois Maier (WG Gebensbach-Wambach) hingegen empfand die Planung als deutliche Verbesserung. Er vermutete, dass die Damen die aktuelle Lösung mit den Toilettenwägen nicht so gerne nutzen würden. Außerdem fragte er, ob der Neubau schon parallel zur Reithalle geplant sei. Hofstetter bejahte das. Gar nicht so einfach gewesen sei die Freilegung, dass das Vorhaben überhaupt genehmigt werde, was bis dato noch nicht geschehen sei. Denn das Bauvorhaben liege im Überschwemmungsgebiet. Erst vor ein paar Jahren, sei der gesamte Festplatz überschwemmt gewesen. Auch vom Platzangebot sei man ziemlich eingeschränkt.

Peter Attenhauser (Rep) wollte wissen, ob die Toiletten auch zu anderen Veranstaltungen genutzt werden könnten. Auch dies bejahte Hofstetter, es werde das ganze Jahr geöffnet, wenn Bedarf sei, etwa bei Reitturnieren und ähnlichem. Allerdings nicht das gesamte Haus und auch nicht die Personalklos.

„Ganz unrecht“ habe Huber nicht, meinte SPD-Rat Manfred Slawny. „Ich glaube zwar schon, dass auch Männer Toiletten nutzen sollten um ihre Notdurft zu verrichten, aber die Frauen sollten schon mehr haben.“ Momentan sei es schon immer ein „gewisses Problem“ und die Frauen müssten im WC-Bereich oft Schlange stehen.

Als „betroffene Dame“ meldete sich auch CSU-Rätin Anneliese Mayer zu Wort. „Ich glaube, wir sollten nochmal überlegen, ob es nicht eine Möglichkeit gibt, mehr Damentoiletten zu machen. Ich sehe das Problem auch.“

Bürgermeister Hofstetter verleitete dies zu der ironischen Frage, ob das Problem, die Damen oder die Toiletten seien. „Die Damen sind immer ein Problem.“, meinte Mayer. Worauf ein männlicher Rat auch gleich den Grund parat hatte: „Weil sie nie allein auf’s Klo gehen.“

Schließlich stimmte der Gemeinderat für den Bau. Gemeindechef Hofstetter versprach, den Wunsch nach mehr Damentoiletten nochmal prüfen zu lassen.

Birgit Lang

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