Gibt den Ton an: Klare Worte fand Martin Huber bei seinem Heimspiel in der Gemeinde Taufkirchen. Foto: wk

Bundespolitischer Aschermittwoch der Republikaner

Huber zum Strauß der Reps geadelt

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Wambach - Für politische Gegner ist er der nur der Rep-Huber. Für seine Partei ist Martin Huber der „Franz Josef Strauß der Republikaner“. Gestern war er der meistbeklatsche Redner beim bundespolitischen Aschermittwoch.

Alle Parteien haben ihre Aschermittwochskundgebungen nach dem schweren Zugunglück in Bad Aibling abgesagt. Alle? Nein. Die Republikaner haben ihre Versammlung in Wambach abgehalten – vor einer erstaunlich großen Kulisse. Mit dem Bayerischen Defiliermarsch wurden die Redner in den Saal des Gasthauses Kronseder gespielt, der schier aus allen Nähten platzte. Die angekündigten Gastredner von der FPS aus Österreich waren allerdings nicht erschienen. Sie ließen sich wegen des Zugunglücks entschuldigen, hatten aber ein Grußwort geschickt, das verlesen wurde.

Nach einer Gedenkminute für die Opfer der Zugkatastrophe erklärte REP-Kreisvorsitzender Günther Peschke, dass man durchaus überlegt habe, die Kundgebung abzusagen. „Aber das ist keine Karnevalsveranstaltung, sondern eine politische Informationsveranstaltung“, meinte er. „Wir haben was zu sagen, andere Parteien offenbar nicht mehr.“

Ulrich Deuschle, REP-Spitzenkandidat bei den bevorstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg, ging vor allem auf die AfD los: „Die haben sogar unsere Farbe geklaut, aber wir sind das Original“, meinte er und wehrte sich gegen Rassismusvorwürfe an seine Partei: „Wir sind nicht asylfeindlich, sondern asylkritisch.“

Schärfere Geschütze fuhr Bundesvorsitzender Johann Gärtner auf, der die Antifa-Bewegung als „rot-lackierte Nazis“ bezeichnete und dann zum großen Rundumschlag ausholte. Er wetterte gegen die Banken („Ich trau in diesem Land weder den Banken, noch der Politik“), gegen mögliche Zwangseinweisungen, wenn die Wohnungsnot stärker wird („Lieber zünde ich mein Haus an“), über seine Gemeinde Kissing („Es kommen 128 Asylbewerber an, und unser blöder Bürgermeister bejubelt das“), sowie über Merkel und Gauck („Ich behaupte, wir haben nicht die DDR übernommen, sondern die DDR hat uns übernommen“). Allerdings erhielt Gärtner nur verhaltenen Beifall.

Weitaus mehr Applaus gab es für den Stellvertretenden Landesvorsitzenden Martin Huber, der als Taufkirchener Gemeinderat und Erdinger Kreisrat quasi ein Heimspiel hatte. Er sei seit 25 Jahren Mandatsträger und werde seitdem „diskriminiert, nur weil ich Republikaner bin“, eröffnete er seine sehr emotionale Rede. Er sagte, er freue sich darüber, „dass so viele Leute gekommen sind, auch wenn wir in der Presse nicht mehr existieren“ und fragte: „Bin ich ein Rechtsextremist, wenn ich mein Land schützen will?“ Ihn störe, dass die Kanzlerin „nur immer von Europa redet und nicht von Deutschland“. Wenn der Zuzug von Asylbewerbern so weitergehe, dann befürchte er „den finanziellen Ruin der Kommunen“, denn diese müssten die Flüchtlinge ja schließlich unterbringen.

„Ich bin kein Nazi und kein Rechtsradikaler, und ich lehne jede Form von Gewalt ab, aber ich bin für Recht und Ordnung“, stellte Huber fest. „Wer sich nicht an unsere Gesetze hält, der hat sein Gastrecht verwirkt.“ Er habe festgestellt, dass die Bevölkerung verängstigt sei und forderte mehr Volksentscheide: „Bei gravierenden Änderungen muss das Volk gefragt werden.“ Huber brach noch eine Lanze für die Familie, „die Keimzelle des Staates“, schimpfte über die USA, „die in Irak und in Syrien eine ganze Region destabilisiert haben“.

Peschke bedankte sich abschließend beim „Franz Josef Strauß der Republikaner“, und mit dem Singen der Nationalhymne wurde der unterhaltsame Bundespolitische Aschermittwoch beendet.

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