Huntington-Zentrum Süd im kbo-Isar-Amper-Klinikum

20 Jahre Erfolgsgeschichte

Seit 20 Jahren besteht das Huntington-Zentrum Süd im kbo-Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen. Über 120 Gäste aus ganz Deutschland und den Nachbarländern feierten die Erfolgsgeschichte.

Taufkirchen Mehr als sechs Monate dauerten die Planungen des Teams, und sie trugen Früchte: Gut 120 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet und den angrenzenden Nachbarländern kamen zum 20-jährigen Bestehen des Huntington-Zentrums am kbo-Isar-Amper-Klinikum. „Wir sind beeindruckt von der Resonanz auf unsere Einladung, aber das zeigt auch, welchen Stellenwert sich unser Huntington-Zentrum in den zwei Jahrzehnten erarbeitet hat“, fassten Chefarzt Dr. Ralf Marquard und Pflegedienstleiter Rudolf Dengler den Tag zusammen.

Als Huntington-Zentrum Süd ist Taufkirchen die zentrale Anlaufstelle für Patienten aus dem süddeutschen Raum, aber auch viele Patienten aus Österreich und anderen Nachbarländern suchen hier Behandlung, Hilfe und Unterstützung.

Gegründet wurde das Huntington-Zentrum 1998 unter anderem durch die Initiative des ehemaligen Ärztlichen Direktors in Taufkirchen, Prof. Dr. Matthias Dose. Während seiner Tätigkeit im Max-Planck-Institut in München lernte er Huntington-Patienten kennen und half auch dabei, Strukturen und Netzwerke, insbesondere für Patienten und auch Angehörige, aufzubauen.

Roswitha Moser lobte stellvertretend für Betroffene und Angehörige die nachhaltige Arbeit des Huntington-Teams in Taufkirchen: „Wir wissen, dass wir hier in Taufkirchen in sehr schwierigen Situationen und Zeiten stets Unterstützung und Hilfe bekommen. Dies ist für uns immens wichtig, denn die Folgen der Huntington-Erkrankung sind für die Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen gravierend“, so Moser. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse trugen anerkannte Referenten wie Professor Carsten Saft und Professor Bernhard Landwehrmeyer vor.

Zur Huntington-Erkrankung wird inzwischen weltweit geforscht, und die Ergebnisse werden entsprechend geteilt. „Dies ist wichtig. Wir selbst arbeiten in diesem Netzwerk mit, bringen unsere Ergebnisse in die Gemeinschaft ein und profitieren umgekehrt von den Ergebnissen der anderen Huntington-Forscher. Wir versuchen, die Folgen der Erkrankung zu lindern, auch wenn sie nach aktuellem Stand der Forschung nicht heilbar ist“, so Marquard.

Dass heute erste Ansätze zur Heilung der bislang tödlich verlaufenden Huntington-Krankheit entwickelt werden, ist auch der Mitarbeit der Klinik Taufkirchen zu verdanken. Dass die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Gentherapie als erstes in Taufkirchen präsentiert wurden, war für die Mitarbeiter eine besondere Ehre.

Gerade die wissenschaftlichen Vorträge interessierten die Patienten und Angehörigen, die am Symposium teilnahmen. Großes Interesse fanden ebenso die Führungen über die Station N 1 und die Infostände des Teams, die sich intensiv auf die Teilnehmer vorbereitet hatten. „Die Zusammenarbeit des Teams hat mich persönlich beeindruckt, alle haben fokussiert auf diesen Tag hingearbeitet“, lobte Dengler.red


Die Huntington-Krankheit


Chorea Huntington, auch als Huntingtonsche Chorea oder Huntington-Krankheit bezeichnet (ältere Namen: Veitstanz, großer Veitstanz), ist eine bis heute unheilbare erbliche Erkrankung des Gehirns, die typischerweise durch unwillkürliche, unkoordinierte Bewegungen bei gleichzeitig schlaffem Muskeltonus gekennzeichnet ist. Betroffene leiden an der fortschreitenden Zerstörungdes Striatums, eines Bereichs des Gehirns, der für Muskelsteuerung und grundlegende mentale Funktionen wichtig ist. Dort werden Gehirnzellen durch ein fehlerhaftes Eiweiß zerstört, das infolge eines Defekts des sogenannten Huntington-Gens gebildet wird. Die äußeren Krankheitserscheinungen umfassen Störungen des Gefühlslebens und der Muskelsteuerungeinschließlich der Mimik, wodurch der Betroffene den Eindruck machen kann, als sei die Erkrankung viel weiter fortgeschritten, als dies tatsächlich der Fall ist, und schließlich der Hirnfunktion insgesamt. Im Endstadium wird der Patient dement. Meist tritt die Krankheit zwischen dem 35. und 40. Lebensjahr auf. Die Krankheit nimmt immer einen schweren Verlauf und führt zum Tod. red

Rubriklistenbild: © dpa / Rolf Vennenbernd

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