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Ein Herz für den Wald (v. l.): Josef Algasinger, Nikolaus Gaigl, Bernhard Empl, Rainer Mehringer und Stefan Warsönke.

Waldbesitzervereinigung Erding

Im Holz ist der Wurm drin

Zu kämpfen haben die Waldbesitzer im Landkreis Erding. Das wurde bei ihrer Jahreshauptversammlung wieder einmal deutlich. Vor allem der heiße Spätsommer hat dem Wald ziemlich zugesetzt: Schädlinge haben Hochkonjunktur.

Wambach Fast ganz Südbayern war im vergangenen Jahr von der Borkenkäferplage betroffen. Und die Gefahr bleibt für 2017 bestehen. Die dritte Generation der Insekten aus dem Vorjahr hat das Potenzial, wieder hohe Verluste in der Holzwirtschaft zu verursachen. Dies berichtete Stefan Warsönke vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Erding auf der Jahreshauptversammlung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Erding im Gasthof Kronseder in Wambach.

Grund für die starke Vermehrung der Schädlinge war der heiße, trockene Spätsommer. Unter diesen Idealbedingungen folgen wegen der rasanten Vermehrung jeder befallenen Fichte 20 weitere erkrankte Bäume. Diese Bedrohung betrifft im Erdinger Landkreis vor allem Privatwälder, die den Großteil der bewaldeten Fläche von insgesamt 11 800 Hektar ausmachen. Damit ist Erding der waldärmste Landkreis in Bayern, wie der stellvertretende Landrat Jakob Schwimmer den versammelten Waldbesitzern mitteilte. Von den 4000 Besitzern sind dabei nur etwas mehr als 1500 Mitglied der Vereinigung, diesen gehören allerdings fast 7000 Hektar.

WBV-Vorsitzender Rainer Mehringer rief zur Werbung neuer Mitglieder auf. Über die WBV seien 2016 29 000 Festmeter vertrieben worden, im Vorjahr waren es nur 25350. Ein Festmeter ist ein Kubikmeter lückenloser Holzmasse. Der Preis für den Festmeter Fichte blieb über das Jahr fast stabil bei 90 Euro. Außerdem konnte eine hohe Nachfrage an Eichenholz vermerkt werden; auch Obsthölzer fanden sehr guten Absatz.

Die finanzielle Lage der Vereinigung ist stabil. Steuerberater Thomas Kölbl sprach von einem „soliden Jahr“.

Im weiteren Verlauf des Abends wurden den Waldbesitzern informative Vorträge zur Holzsortierung und zur Zukunft der Fichte geboten.

Kai Sühlfleisch von der Waldbauernschule Kelheim vermittelte gewinnoptimierende Methoden der Erstsortierung im Wald, Warsönke referierte zu Prognosemodellen den Fichtenanbau betreffend. Für das Holzland stellte er Berechnungen vor, die einen drastischen Wandel der Anbaubedingungen vorhersagen. Die eigentlich im Norden Europas heimische Baumart wird wegen steigender Temperaturen und rückgängigen Niederschlägen nur noch Zukunft als Mischungselement im Wald haben.

Die Versammlung endete mit der Ehrung von Bernhard Empl für zehn Jahre ehrenamtliches Engagement als 2. Vorsitzender. Josef Algasinger und Nikolaus Gaigl wurde mit einem Präsent für ihre langjährige Tätigkeit als Kassenprüfer gedankt.

Fabian Holzner

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