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Pfiat di: Bei der Verabschiedung von Beate Mundigl (r.) gab es viele Einlagen. 

Verabschiedung Beate Mundigl

„In 43 Jahren 1000 Kinder geärgert“

Ein großes Fest feierten Kinder und Erwachsene im Kinderhaus St. Stephanus in Moosen. Die langjährige Leiterin Beate Mundigl ist in den Ruhestand gegangen. Bei der Verabschiedung flossen reichlich Tränen.

Taufkirchen Jedes der 70 Kinder kennt sie beim Namen, und von jedem hat sich Beate Mundigl mit einem kleinen Geschenk verabschiedet. Auch für die 13 Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, FSJler Alex Aul, Pater Paul und Pater Dominik, die Vertreterinnen des Elternbeirats und des Fördervereins sowie Carola Bock, Verwaltungsleiterin im KiTa-Verbund Taufkirchen, hatte die scheidende Leiterin des Kinderhauses St. Stephanus ein Präsent dabei.

Für ihr Engagement und die Zeit, die sich Mundigl immer für die Kinder genommen habe, dankte ihr ihre Nachfolgerin Lisa Gratzl. 1994 ging sie hier selber noch in den Kindergarten. Eigentlich wollte sie zur Abschiedsfeier ein rotes Käppchen aufsetzten, das sie vom ersten Kindergartenfest noch im Speicher gefunden hatte, erzählte sie, und wie gern sie schon früher hier war.

Mundigl blickte gerne auf ihre 43 Berufsjahre zurück. Nach der Grundschule in Moosen und der Realschule in Erding hatte sie ihre Ausbildung zur Erzieherin im Taufkirchener Pfarrkindergarten begonnen. Bei den Klosterschwestern hatte sie ein Vorpraktikum gemacht. „Sehr streng“ seien sie gewesen und hätten ihr vor allem „das Putzen gelernt“. Es folgten zwei Jahre an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Seeligenthal.

1976 war sie fertig mit der Ausbildung. Bis 1986 arbeitete sie als Erzieherin wieder im Pfarrkindergarten. Dann verschickte sie ihre erste und einzige Bewerbung. Denn am 1. Dezember 1986 wurde der Kindergarten in Moosen gegründet. Und der damalige Pfarrer Alfons Gschwender hatte die Hubensteinerin an einem Sonntagnachmittag angerufen und zu ihr gesagt, wenn sie alles mache und er sich um nichts kümmern müsse, würde er den Träger machen. Sie bejahte, und zusammen mit Gerhard Födisch habe die Kirche die Trägerschaft übernommen.

Im alten Lehrerwohnhaus wurde die erste Kindergartengruppe eingerichtet. Es sei ein Provisorium gewesen, und Bürgermeister Franz Hofstetter, damals noch Bauhofleiter, habe mit seinen Leuten den Umbau der ehemaligen Wohnung durchgeführt. Es sei super gelaufen. Es gab Vor- und Nachmittags-Wechselgruppen, und bald war der Platz zu klein geworden. Es folgten die Planungen für einen Neubau, bei dem Mundigl von Anfang an mit einbezogen worden war. Am 1. September 1994 wurde er in Betrieb genommen, 2013 kam die Krippe hinzu, und der Kindergarten wurde zum Kinderhaus.

In ihren 43 Berufsjahren habe sie bestimmt „1000 Kinder geärgert“ und versucht, ihnen was beizubringen. „Die Kinder haben mir auch immer sehr viel gegeben“, betonte sie, und dass sie jeden Tag gerne in die Arbeit gegangen sei. Deshalb war sie auch mehr als einmal zu Tränen gerührt, als ihr die Kinder und ihre Betreuer mit Liedern, Blumen, Glückwünschen und vier Kuscheltieren – eins für jede Gruppe – den Abschied versüßten.

Pater Dominik überbrachte ihr zusammen mit dem „kleinen Paul“ einen riesigen Blumenstrauß. Mundigl dankte für die gelungene Überraschung und versprach, gerne wieder zu Besuch zu kommen. „Du bist bei uns immer willkommen“, betonte Gratzl mit strahlendem Gesicht.

Birgit Lang

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