CSU-Stammtisch

Integrationskreis auf Carl Hierls Spuren

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Taufkirchen - Die Themen Inklusion und Flüchtlingshilfe standen im Mittelpunkt beim Stammtisch der Taufkirchener CSU. Dabei wurde auch an die Worte eines Ehrenbürgers der Vilsgemeinde erinnert.

Beim gut besuchten CSU-Stammtisch im Gasthaus Kronseder in Wambach hatte Bürgermeister Franz Hofstetter das erste Wort. Er referierte in seiner Eigenschaft als Bezirksrat zunächst über seine Tätigkeit im Bezirkstag. Er nannte die Inklusion als eines der Hauptthemen des Bezirks, für die viel Geld ausgegeben wird, was Hofstetter als sinnvoll investiert sieht. Auf den Weg gebracht worden sei auch der psychische Krisendienst, bei dem man nun eine telefonische Anlaufstelle für Menschen in Not geschaffen habe. Auf die Bezirkseinrichtung in Taufkirchen, das kbo-Klinikum, ging Hofstetter nicht ohne Stolz ein: Die Klinik sie der zweitgrößte Arbeitgeber in Taufkirchen, berichtete er. Eventuell komme es sogar zu einer Bettenzahlerhöhung im Bereich des Chorea Huntington Zentrums Süd und damit zu weiteren Arbeitsplätzen in diesem Bereich.

Der Bezirksrat klärte auf, dass die Eingliederungshilfe Schwerpunkt im Bezirkstag sei. „Ich bin froh, wenn das Bundesteilhabegesetz 2017 in Kraft tritt und damit bei Behinderten eine Statusänderung erfolgt, da die finanzielle Unterstützung abseits von der Sozialhilfe geregelt wird“, sagte er.

Zum Schwerpunktthema Flüchtlinge erläuterte Hofstetter, dass zum Einen traumatisierte Flüchtlinge die kbo-Einrichtungen des Bezirks nutzten, zum Anderen übernehme der Bezirk die Kosten von UMFs (Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge), die das 18. Lebensjahr vollendet haben und trotzdem noch in einer Wohngruppe untergebracht werden müssen. 2016 zahlt der Bezirk hierfür 67 Millionen Euro, in den Folgejahren deutlich mehr, so dass eine Hauptforderung Hofstetters ist, „dass sich Land, Bund und Kommunen gemeinsam finanziell beteiligen“.

Thomas Reger vom Taufkirchener Integrationskreis (TIK) stellte die Arbeit seiner etwa 30 Freiwilligen und Ehrenamtlichen vor. In Taufkirchen sei man bereits wieder einmal einen Schritt weiter, als in anderen Kommunen, sagte er. Die Struktur vom TIK sei so, „dass man nicht mehr nur die Flüchtlinge mit dem Nötigsten versorgt, sondern diese integriert“. Rund 220 Flüchtlinge werden in 15 Häusern betreut, wobei 24 Jugendliche im ehemaligen Gasthaus zur Post durch den Verein Condrobs versorgt werden. Reger wünscht sich Integration in allen Bereichen, er möchte die Leute „bei der Hand nehmen, Kontakte herstellen, unsere Kultur erklären, Stütze sein“. Dies ginge am Schnellsten mit Hilfe der vielen Vereine, aber auch durch Veranstaltungen und Ausflüge. Reger animierte zum „Mitleben durch Vorleben“. Er zähle sich nicht zu den Sozialromantikern und hoffe auf gegenseitige Akzeptanz und Integration. TIK würde sich über weitere Ehrenamtliche freuen, denn, so Reger, „ist eine äußerst sinnstiftende und befriedigende Arbeit“. Er schloss mit den Worten von Ehrenbürger Carl Hierl: „Leben heißt kämpfen, um Not und Leid zu lindern.“

Im Anschluss an die Referate waren die vielen Taufkirchener Kommunalpolitiker sichtlich beeindruckt, zeigten großen Respekt gegenüber der Arbeit von TIK und versprachen gegenseitige Unterstützung sowie kurze Wege bei Problemen.

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