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Wenn der Vater mit den Kindern... Hans Well tourt mit seinen drei Kindern, den Wellbappn, und 15 Instrumenten durch die Lande. Am Freitag machen sie Halt im Bürgersaal in Taufkirchen. 

Interview mit Hans Well

Mit Kindern und 15 Instrumenten auf Tour

Die Wellküren, die Well-Brüder und nun die Wellbappn. Dass Hans Well, Gründer der Biermösl Blosn, aus einer musikalischen Familie stammt, ist hinlänglich bekannt. Das Gen hat er wohl auch an seine drei Kinder weiter gegeben. Als Wellbappn touren sie mit ihrem Vater durch die Lande.

TaufkichenNachdem sich die Biermösl Blosn 2012 trennte, waren es Tabea, Sarah und Jonas, die ihren Vater drängten, mit ihnen auf die Bühne zu gehen und Musik zu machen. Mittlerweile sind Hans Well & die Wellbappn seit fünf Jahren unterwegs und absolvieren 50 Auftritte im Jahr. Am Freitag, 20. April, gastieren sie ab 20 Uhr im Bürgersaal in Taufkirchen. Karten sind online über www.eventim.de erhältlich. Wir sprachen mit Hans Well (64) über die Familien-Bande.

-Herr Well, seit wann gibt es Hans Well & die Wellbappn?

Hans Well: Uns gibt‘s jetzt ein bisschen länger als fünf Jahre. Nachdem die Biermösln Blosn geplatzt war, bin ich allein da gestanden. Dieter Hildebrandt hat damals gemeint, es sei viel zu früh für mich zum Aufhören. Er hat mich ermutigt, weiterzumachen. Ja, und da kamen dann meine Kinder mit dem Vorschlag, i soll’s doch amoi mit eahna probiern.

-Wie haben Sie reagiert?

Well: Ich war zunächst dagegen. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Vater und Kinder gemeinsam auf der Bühne Kabarett machen. Aber die haben nicht locker gelassen. Um ihnen zu beweisen, dass es eine Schnapsidee ist, habe ich mich auf einen Auftritt in Augsburg eingelassen. Der wurde dann in der Zeitung so gut kritisiert, dass mir die Argumente ausgegangen sind. Noch dazu hat es mir riesen Spaß gemacht.

-Ihre Befürchtungen haben sich also nicht bestätigt?

Well: Nein, im Gegenteil. Die Kinder und ich waren auf der Bühne total gleichberechtigt. Alle drei spielen ja seit frühester Kindheit Instrumente, sie sind für die Musik zuständig, ich weiterhin für die Texte, wie es ja auch schon bei der Biermösl Blosn war.

-Wie kann man Ihren Musikstil beschreiben?

Well: Ein Kritiker hat mal geschrieben, die Wellbappn sind wie die Biermösl Blosn nach einer Frischzellenkur. Mit so einer Bewertung kann ich leben. Auch mit der Biermösl Blosn waren wir lange den akuten Zeitthemen einen Schritt voraus. Zum Schluss waren wir einen Schritt hinterher. Als wir uns nach 35 Jahren trennten, hatte ich 30 fertige Texte in der Schublade, die nicht mehr eingelernt worden waren. Das ist mit den Wellbappn anders.

-So erklärt es sich auch, dass es mit dem ersten Auftritt so schnell geklappt hat.

Well: Ja, am Anfang habe ich aus dem nicht mehr eingelernten Repertoire geschöpft.

-Was sind die Themen der Texte?

Well: Die kommen zum Teil aus dem alltäglichen Leben mit all seinen Absurditäten. Aber natürlich spielt auch die Politik eine Rolle, wir leben ja in Bayern. Allerdings bringen wir auch ernste Themen mit Witz und Humor – wir lachen ja selber gern. Und nach dem Regierungswechsel innerhalb der CSU mangelt’s nicht gerade an Themen. Und der politische Nachwuchs der Staatspartei ist eh ein Jungbrunnen für Politsatire.

-Sie sind mit vielen Instrumenten auf Tour. Wie werden die transportiert?

Well: Ja, so 15 Instrumente haben wir schon dabei. Meine Frau schafft es jedes Mal, alle in unserem Erdgas-Caddy zu verstauen. Die Alphörner werden wir nach Taufkirchen vielleicht nicht mitnehmen. Wir hätten so ein schönes Alphornstück gehabt mit einem Riedberger Horn. Aber jetzt macht der Söder ja diesbezüglich den Drehhofer.

-Wie fühlt es sich an, mit den Kindern auf der Bühne zu stehen?

Well: Wie ein Sechser im Lotto. Man kennt sich gut, man mag sich und versteht sich blind. Ich finde es super, dass die Drei so gut aufs Publikum zugehen können. Schon als die Wellbappn klein waren, hat ihnen das Programm der Biermösln gut gefallen. Und ihnen machen die Auftritte großen Spaß. Sie sagen immer ,gell Papa, zehn Johr hoitst fei scho no durch’.

-Was sagen die Brüder Christoph und Michael Well zu den Wellbappn?

Well: Das weiß ich nicht. Sie waren noch bei keinem unserer Auftritte da. Die machen ihr eigenes Ding.

-Was wissen Sie über Taufkirchen?

Well: Im Augenblick nur, dass es dort eine Klinik gibt. Aber das wird sich bald ändern, denn ich baue ja immer so 30 bis 40 Zeilen Lokales ins Anfangslied ein. Da muss ich nur noch informelle Mitarbeiter finden.

Das Gespräch führte A. Anderka

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