3. Oldtimer-Maishäckseln

Junge Burschen mit alten Geräten

Geislbach - Maishäckseln ist eigentlich eine ziemlich anstrengende Arbeit. Aber dass es auch Spaß machen kann, das haben ein paar junge Männer auf alten Traktoren in Geislbach gezeigt.

So viele Männer mit einem entspannten Lächeln auf dem Gesicht, sieht man nicht alle Tage. Beim 3. Oldtimer-Maishäckseln in Geislbach waren sie haufenweise zu beobachten. Da wurde das Kind im Manne wieder wach und Träume wahr.

Auch die Veranstalter fieberten schon mehr als vier Wochen auf diesen Tag hin und waren schon ganz aufgeregt. „Schlittenhunde“ nennen sie sich. Es ist ein Freundeskreis aus Agrar-Studenten und Landmaschinen-Mechanikern aus den Bereichen Hubenstein und Hinterskirchen, deren Beruf ihre Berufung ist. 2014 hatten sie erstmals nur so zum Spaß mit zwei alten Häckslern und zwei Wagen zum Oldtimer-Maishäckseln eingeladen, nur im kleinen Kreis. „Wir wollten die alten Maschinen mal ausprobieren“, sagt Pirmin Heim, einer von ihnen.

Dieses Jahr war die Veranstaltung schon wesentlich größer und wurde mit Plakaten und via Facebook beworben, erklärt Max Steininger. Zusammen mit Rudi Mayr, Bernhard Salzeder, Andres Zuhr und Georg Mundigl haben sie dieses Mal eine richtige Show aufgezogen. Sogar aus dem rund 80 Kilometer entfernten Bruckmühl reiste ein Freund der Burschen mit seinem IHC-Schlepper an.

So zeigten sie, wie vor etwa 40 Jahren das Gras noch mit dem Balkenmäher gemäht wurde und anschließend mit der Heuma-Spinne so genannte Schwaden gelegt wurden. Der alte, grüne D 25er Deutz, Baujahr 1960, stammte von Valentin Fruhmann aus Jettenstetten. Den hat sein Vater seinerzeit gekauft.

Am Acker daneben führten die Jungbauern vor, wie Silagehaufen mit dem Walzfahrzeug verdichtet wurden und mit ein- und dreireihigen Anbauhäckslern, sowie mit einem sechsreihigen Selbstfahrhäcksler die Ernte eingebracht wurde. Des Weiteren wurde als besondere Attraktion einer der ersten Feldhäcksler, ein „Speiser Scampolo-S“ vorgeführt. Ihren alten, blauen Ford-Bulldog mit ursprünglich 35 PS, der einen einreihigen Mengele-Häcksler zog, hatten sie mit einem neuen Auspuff ausgestattet, der röhrte, dass einem die Ohren schmerzten. Den „ham’s aufg’macht bis er glüht“, meinte ein Anwesender grinsend voller Anerkennung.

Nach der Reihe führten die „Schlittenhunde“ den vielen Zuschauern vor, wie die Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten rasant vorangeschritten ist. Um es möglichst authentisch aussehen zu lassen, kleideten sich einige der Burschen mit Arbeitskleidung, die den Baujahren ihrer Maschinen entsprach. Derweil moderierte Georg Mundigl, stehend auf einem der vielen Heuballen, mit einem Mikrofon das Geschehen und derbleckte dabei seine Spezl und deren Fahrweisen.

Da blieb der fette Mais auch schon mal in einem der ältesten Häcksler-Modelle stecken und die Burschen mussten die einzelnen Stangen per Hand wieder rausrupfen, was für viel G’schau und Interesse sorgte. Wer den Überblick suchte, der konnte auf die großen Strohballen kraxeln und alles von weiter oben betrachten, was vor allem die Kinder ausgiebig taten. „Da kann man sich vorstellen, wie es früher zugegangen ist“, meinte der 78-jährige Landwirt Anton Brandl aus Pfauhub zu dem Spektakel, das sein Sohn Christian mit einer Drohne filmte. „Mir ham den Mais ganz früher mit der Sens’n abg’schlagen und noch mit dem Misthagge zamgrechd“, erzählte er.

Bilder: Das besondere Maishäckseln in Geislbach

Sichtlich erstaunt und erfreut waren die Veranstalter über die vielen Schaulustigen und das perfekte Wetter, das sie an diesem Tag hatten. Die Familie Stummer aus Geislbach hatten ihnen die Fläche für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Einige Oldtimer-Besitzer hatten ihnen ihre Raritäten an Maschinen geliehen, was die Burschen besonders freute, die jetzt schon dem 4. Oldtimer-Maishäckseln entgegenfiebern.

Birgit Lang

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