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Ich bin dann mal weg: Konrad K arbaumer springt freudig vom Berufsleben ins Rentnerdasein. Auch die Mitglieder der Verwaltung haben Spaß.

Ruhestand

Karbaumer-Gala nach 1250 Sitzungen

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46 Jahre lang war Konrad Karbaumer in der Gemeinde Taufkirchen tätig – davon rund 30 Jahre in verantwortungsvoller Position. Bei 1250 Gemeinderatssitzungen war er in dieser Zeit dabei. Das Abschiedsfest im Bürgersaal wurde zur fünfstündigen Gala mit herzlichen Reden und gelungenen Einlagen.

Taufkirchen – 1971 startete Konrad Karbaumer seine Ausbildung. „Das Rathaus war damals sechs Jahre alt und quasi neu. Zwölf Mitarbeiter waren wir“, erinnerte er sich. Bartl Wegmann war damals ehrenamtlicher Bürgermeister. „Jetzt ist unser neues Rathaus auch schon wieder elf Jahre alt.“ Nach Wegmann kam Konrad Maier (1978 bis 1996), während dessen Amtszeit Karbaumer 1989 das Amt des Verwaltungsleiters von seinem „Lehrmeister“ Anton Penzkofer übernahm. Seit 1996 ist Franz Hofstetter Bürgermeister, mit dem Karbaumer insgesamt 34 Jahre eng zusammengearbeitet hatte. „Als der Franz damals Bauamtsleiter war, saßen wir sogar im selben Büro.“ Da sei viel geraucht worden, „sodass wir unsere Kolleginnen vor lauter Nebel oft fast nicht mehr gesehen haben“.

Hofstetter hielt am Mittwochabend die Laudatio auf seinen scheidenden Verwaltungsleiter, „dem man blind vertrauen konnte“. Er habe „nie nach Stunden gearbeitet, sondern immer nach Aufgaben“. Für alle Herausforderungen seien dank Karbaumer „mit seiner ruhigen, besonnenen, überlegten Art immer Lösungen gefunden worden“. Hofstetter betonte gerührt: „Für mich persönlich ist dein Ausscheiden ein Verlust.“

Danach gab es symbolische Geschenke für alle Aufgaben, mit denen Karbaumer in seiner Amtszeit beschäftigt war: etwa ein Stück Käse für den Moosener Bauernmarkt, eine Warnweste und Handschellen für die innere Sicherheit und Ordnung, eine Flasche Taufkirchener Wasser für die Wasserversorgung, oder eine Wärmflasche für das Thema Fernwärme.

Renate Bauer „als Dienstälteste in der Verwaltung“ präsentierte zusammen mit den Kollegen eine Karbaumer-Diashow und überreichte dem ehemaligen Chef ein persönliches Fotoalbum, in dem sich alle Mitarbeiter verewigt haben. Auch die Rentner der Verwaltung hatten etwas vorbereitet. Maria Gaigl überreichte ihm eine „Stammtisch-Berechtigungs-Urkunde für den Gmoastammtisch der ehemaligen Gemeindebediensteten“, der jeden ersten Donnerstag im Monat stattfindet. Rosi Bichlmaier und Angelika Urban ehrten Karbaumer mit dem Lied „So schön, schön war die Zeit“, das eigens für ihm umgedichtet wurde.

Dann waren die Gemeinderäte an der Reihe, die sich vor der Bühne aufstellten. Sosa Balderanou-Menexes als Heidi und Bernhard Sinseder als Geißen-Peter hatten einen Rucksack voller praktischer Sachen dabei. Jeder Gemeinderat überreichte Karbaumer daraus dann ein Geschenk, das er für seine geliebten Bergtouren brauchen könne. „Damit du einen Bergtag überstehst.“ Sinseder nutzte die Gelegenheit, um seine Gemeinderatskollegen auch ein wenig auf den Arm zu nehmen. Es gab beispielsweise ein Geschirrtuch von REP-Gemeinderat Martin Huber („Da kannst du dich in der Wiese draufetzen, damit die Hose nicht braun wird“), oder Wollsocken von Anton Schweiger („Wer kriegt, egal was er macht, nie kalte Füße? Da Schweiger Done“).

Schließlich gab es noch Gesangseinlagen von der Belegschaft vom gemeindlichen Kindergarten (Es ist soweit – die Rente schreit!“), den Bauhofmitarbeitern („Ja, ja, der Chianti-Wein“) und den Perfect Fellows, die meinten: „Es ist uns eine Ehre, für unseren größten Fan zu spielen.“

„Das war ein wunderschöner Abschied“, meinte Karbaumer. Bevor es stehende Ovationen gab, erzählte er noch eine Episode, als seine Frau Roswitha mit dem damals zweijährigen Sohn Philipp am Rathaus vorbeiging. Dabei deutete der Bub aufs Rathaus und meinte zur Mama: „Schau hi, do obn wohnt der Papa.“

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