+
Jubiläumsfest im Zelt (v. l.): Geschäftsführer Florian Pichlmayr mit seiner Mutter Irene, Vizelandrat Jakob Schwimmer, Einrichtungsleiterin Anja Zielonka, Pflegedienstleiterin Irina Schönemann, langjährige SSZ-Leiterin Brigitte Schmid, Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter und Johannes Pichlmayr.

20 Jahre Senioren Service Zentrum

„Kein Heim, sondern ein neues Zuhause“

Gute Pflege, ausgeprägtes Engagement der Mitarbeiter und Ehrenamtlichen, eine schöne, wohnliche Atmosphäre: So hat Anja Zielonka das Senioren-Service-Zentrum (SSZ) Taufkirchen bei der Feier zu dessen 20-jährigen Bestehen beschrieben.

VON BIRGIT LANG

Taufkirchen – Es sei „kein Heim, sondern ein neues Zuhause“, sagte die Einrichtungsleiterin. Und: Das Senioren-Service-Zentrum sei nicht nur eine Wohn-, sondern eine Begegnungsstätte, in der von der Pflanzentauschbörse über die Maibaumfeier bis hin zur Cocktail-Party und zum Adventsmarkt unterschiedlichste Veranstaltung stattfinden.

Zielonka erinnerte auch an Brigitte Schmid, die das SSZ 17 Jahre engagiert geleitet hat. 90 Bewohner im vollstationären Bereich würden hier derzeit betreut, erklärte stellvertretender Landrat Jakob Schwimmer. „Die Investition hat sich für Taufkirchen mit Sicherheit gelohnt“, resümierte er, ebenso die großzügige Bauweise. „Jeder, der hier vorbei fährt, hat nicht den Eindruck eines Seniorenheims, sondern eines Spa-Hotels mit fünf Sternen.“ Dass Gemeinderat und Bürgermeister als Kommune vor 20 Jahren diesen Standort zur Verfügung gestellt hätten, sei eine hervorragende Lösung gewesen.

Schwimmer prangerte in seinem Grußwort den Jugendwahn unserer Gesellschaft an. Es werde viel über Pflege diskutiert, aber nicht akzeptiert, dass auch die Jungen einmal alt werden und Pflege brauchen. Ein seniorenpolitisches Gesamtkonzept sei nötig, betonte er, „statt sozialpädagogischen Unsinn zu verzapfen“. In den Indianerfilmen hätten die Alten immer einen besonderen Platz eingenommen, heute seien sie eine Randerscheinung.

Auch Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter meldete sich zu Wort: „Die Einrichtung ist örtlich und räumlich dort verankert, wo wir auch die Bewohner sehen: in der Mitte des Ortes, der Gesellschaft, des Herzens.“ Er dankte der Firma Schleich & Haberl als Bauherr und der Firma Pichlmayr als Mieter. „Sie waren für uns ein Glücksfall“, die vertrauensvolle Zusammenarbeit wurde seinerzeit per Handschlag besiegelt.

Hofstetter erwähnte die hervorragende Kooperation, die es seit 2006 mit der Realschule gebe. „Hier wird genau das gelebt, wovon die Politik spricht“: Es kämen Generationen zusammen. Auch Vereine wie der Heimat- und Verschönerungsverein, der OASE-Naturkindergarten oder das Mehrgenerationenhaus würden den Austausch zwischen Alt und Jung hier leben. Aktuell würden noch fast 80 Prozent der alten Menschen zu Hause gepflegt, aber es werde sich ein „enormer Wandel“ vollziehen, prophezeite er.

An die Gründung der Firma Pichlmayr Wohn- und Pflegeheime Betriebsgesellschaft GmbH durch seine Eltern Franz und Irene Pichlmayr 1995 erinnerte ihr Sohn Florian, heute Geschäftsführer. Taufkirchen sei die erste Einrichtung gewesen, die 1998 zusammen mit der Gemeinde errichtet worden sei. „Wir sind als Betreiber nur Mieter“, der bestimmte Dienstleistungen anbiete, wie Pflege und Essen. Nur so könne die hochwertige Pflege an diesem Standort gewährleistet werden.

Schmid und Hofstetter hätten hartnäckig insistiert, dass 44 Pflegeplätze und 40 Plätze für psychisch Kranke zu klein seien und einen Anbau gefordert. „Wir hatten Angst davor, dass die Einrichtung ein bisschen zu groß wird. 130 Plätze waren eine andere Hausnummer. Aber wir wurden eines Besseren belehrt“, so Pichlmayr.

Mit 90 vollstationären und insgesamt 130 Plätzen sei das Senioren-Service-Zentrum in Taufkirchen heute die größte Einrichtung des Unternehmens. Persönlich fühle er sich besonders mit dem Ort verbunden: Horst Seehofer habe das SSZ besucht, er selbst habe hier im Bezirkskrankenhaus seinen Zivildienst geleistet und die Realschul-Bigband habe bei seiner Hochzeit gespielt.

Nach dem Mittagessen konnten sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen sowie an den Aktions-, Schmankerl- und Therapieständen amüsieren und einkaufen. Für Unterhaltung sorgten d’Bachlsoitenmusi und die Gebensbacher Trachtler.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare