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Alles wegen mir? Die scheidende Schulleiterin Anneliese Weger (l.) war sichtlich bewegt und freute sich darüber, was sich Schüler und Eltern alles hatten einfallen lassen.

Verabschiedung Anneliese Weger

Kinder singen, Tränen kullern

Einen rührenden Abschied hat die Schulfamilie Moosen ihrer scheidenden Rektorin bereitet: Anneliese Weger geht in Ruhestand.

Moosen „Sag beim Abschied leise Servus“, klang es lautstark aus vielen Kindermündern. Nicht nur Anneliese Weger war vom internen Abschied, der ihr im Schulhaus Moosen bereitet wurde, sehr gerührt. Auch einigen anwesenden Erwachsenen kullerten die Tränen übers Gesicht.

Ganz so leise war der Abschied dann aber doch nicht. Sehr liebevoll, äußerst persönlich und emotional hatte das Kollegium, allen voran Erwin Hausmann, die Feier in der Aula gestaltet. Los ging es mit einem Blumenspalier der Schüler, das die Schulleiterin zum Lied „Muss i den zum Städterle hinaus“ durchschreiten musste.

Dann begann der musikalische Reigen, der schließlich mit dem alt bekannten Peter Alexander Hit endete. Zuerst spielten Flötenschüler von Susanne Gelsheimer ein Medley, dann gab es witzige Gstanzl über die Schulleiterin, die nach 40 Jahren Dienst nun in Ruhestand geht. In Gstanzl werden „die Schwächen von Menschen besungen“, erklärte Hausmann. „Das ist uns bei Frau Weger sehr schwer gefallen, weil sie keine Schwächen hat.“ Dennoch wussten die Viertklässler mit Hausmann an der Gitarre und Laura Beilhack (Leiterin der Ganztagesschule) an der Querflöte über viele lustige Episoden rund um Weger in Reimform zu singen. Es ging unter anderem um einen Schüler, der Geld verschluckt hatte („Sogt da Doktor im Krankahaus, des kommt scho wieda hintn raus“) und um ihre lange Dienstzeit („40 Jahr war sie an da Schui, oiso mia war des sauba z’vui“).

Die Schüler überreichten ihr dann alle persönlich gebastelte Papierblumen. Auch die Mitglieder des Elternbeirats und des Fördervereins dankten der beliebten Schulleiterin mit einem großen Blumenstrauß für die wunderbare Zusammenarbeit.

Eltern und Schüler ihrer letzten Klasse, der 4 b, hatten sich noch was Besonderes einfallen lassen, quasi „ein Starter-Set für die Pension“, wie Georg Sinseder verriet. Sie erhielt einen großen Korb, um diesen mit den ganzen Geschenken zu füllen, die ihr die Viertklassler mitgebracht hatten. Sie reichten von der Radwanderkarte über Kaffeepulver, einen leeren Terminkalender, eine Gartenschere und Wolle zum Socken stricken für die Enkel bis hin zum Lesebuch und einer Flasche Wein. Dazu las jedes Kind noch einen passenden, unterhaltsamen Spruch vor.

Über diese „wirklich gelungene Überraschung“ freute sich die Schulleiterin sehr. Sie hatte sich schon gewundert, warum sie von ihren Kollegen in den Vortagen ein paar Mal früher heimgeschickt wurde. Jetzt wisse sie warum, damit alle „heimlich üben“ konnten. Auch ihre Klasse hielt dicht, als sie vermutete, dass etwas im Busch sei.

„Ich war immer gern in der Schule. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch so gerne in der Schule seid“, sagte sie zu den Kindern. „Bleibt so, wie ihr seid, ihr seid nett und g’scheid.“ Eine Freude sei es ihr auch immer gewesen, wenn die Eltern kamen, die sie teilweise auch schon als Schüler hatte. „Es sind alles tüchtige Leute geworden.“

Dann gab Anneliese Weger ihre letzte Anweisung: „Ihr braucht heute keine Hausaufgaben zu machen“, was mit lautstarkem Jubel beantwortet wurde. Noch einmal umringten sie die Kinder, dann ging es für alle nach Hause.

Birgit Lang

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