Mittendrin, statt nur dabei: Hauptdarsteller Glenn Carter, der Jesus Christus verkörpert, mit den Kindern des Taufkirchener Chors. Foto: (Deutsches Theater München)

JuLiTa Taufkirchen

Kleine Kinder auf großer Bühne

Einmal mit internationalen Stars auf der Bühne stehen. Davon träumen viele. Für die Sänger von JuLiTa, dem Jugendchor der Taufkirchener Liedertafel, ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Sie singen derzeit beim Andrew-Lloyd-Webber- und Tim-Rice-Musical „Jesus Christ – Superstar“ im Deutschen Theater mit.

Taufkirchen – Wie kam es dazu? JuLiTa-Chorleiterin Isolde Bauer, die Lehrerin an der Grundschule Taufkirchen ist, bekam ein E-Mail des Deutschen Theater in die Finger. Darin wurden Kinderchöre zur Unterstützung für das Gastspiel der englischen Truppe gesucht. „Zwölf Kinder sollten zwei bekannte Titel begleiten ,Hosanna’ und ,Superstar’, erzählt sie. „Mutig haben wir uns beworben und sind tatsächlich ausgewählt worden.“ Die Kinder waren Feuer und Flamme.

Den Einsatzplan erhielten sie kurz vor den Osterferien. Sieben Auftritte waren vorgesehen, davon dreimal während der Woche. „Das war erstmal ein Schock. So viele Auftritte in nur zwei Wochen“, verrät sie. „Ab dann wurde es stressig“ und es gab jede Menge zu organisieren. Für die Auftrittskinder mussten Schulbefreiungen beantragt werden. Zudem wurde für die Nachwuchssänger zu ihrer Entlastung vereinbart, dass sie an den Folgetagen erst zur dritten Stunde kommen dürfen.

Die Probezeiten wurden intensiviert. Schnell hatten die Kinder die Melodien erfasst. Mit dem Text von Jesus Christ war es schwieriger, weil die meisten noch kein Englisch können und es erst mühsam lernen mussten. Aber auch diese Hürde meisterten die Kinder, denn sie waren von den mitreißenden Liedern von Anfang begeistert und natürlich stolz darauf, mit berühmten Schauspielern auf einer großen Theaterbühne zu stehen. Bauer wählte aus den 20 JuLiTa- Kindern sechs sichere Sänger, die jedes Mal dabei waren. „Die anderen 14 Kinder verteilte ich auf die sieben Veranstaltungen, so dass jeder mindestens zwei Auftritte hatte.“. Denn jeder sollte diese einzigartige Erfahrung machen.

In München mussten die Kinder einen Nachmittag lang noch Schrittkombination und Armbewegungen einstudieren. Das war anstrengend, denn der Choreograph sprach nur Englisch. Ein Erlebnis war auch das „Kostümfitting“, die Kostümprobe. „Sie war eher lustig – ein richtiges Gewusel in dem engen Garderobenraum“, erzählt Bauer. Einige Eltern halfen eifrig mit. Nach der Generalprobe wurde es etwas ruhiger im Garderobenraum. „Wir konnten uns einsingen und die zwei Lieder nochmal in Ruhe proben. Aber Lampenfieber hatten wir alle. Das gehört einfach dazu“, meint die Chorleiterin.

Inzwischen haben die Kinder die ersten vier Aufführungen erfolgreich hinter sich. „Sie haben bisher tapfer und begeistert durchgehalten.“ Auch ein BR-Filmteam begleitete JuLiTa. Die kurze Reportage ist in der BR-Mediathek zu sehen.

Die Grundschullehrerin hat festgestellt, dass das Interesse der Kinder an der Jesusgeschichte durch ihr Engagement geweckt wurde. Immer wieder tauchen ernsthafte Fragen auf: Wer war Kaiphas? Wer Judas? „Die sollen im Religionsunterricht geklärt werden“, sagt Bauer und ist froh, dass die Kinder die grausame Kreuzigungsszene nicht mitbekommen haben. Große Bedenken hatte sie auch, die Kinder zu überfordern. Aber die Rückmeldungen der Kinder zeugen vom Gegenteil: „Schade, dass es schon vorbei ist. Ich möchte gerne noch öfters mitsingen“, äußerte sich ihr jüngster Sänger um 23.30 Uhr bei der Rückkehr nach einem anstrengenden Doppelshowtag.

Aufführungen von „Jesus Christ Superstar“ im Deutschen Theater in München gibt es noch heute und morgen Abend, jeweils um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 24. April, um 14.30 Uhr.

Birgit Lang

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frauenhaus: Kreisräte wollen endlich mitreden
Nach der Kreistagssitzung am Montag sind die Fronten beim Thema Frauenhaus weiter verhärtet. Da hatte der Landrat nach seiner „Bekanntmachung“ dazu keine Diskussion …
Frauenhaus: Kreisräte wollen endlich mitreden
Zu teuer? Streit um Schüler-Kunst
Das nächste Projekt von Stadtteilkunst wird wieder von Schülern gestaltet. Diesmal werden die weiterführenden Schulen Exponate im öffentlichen Raum schaffen. Harry …
Zu teuer? Streit um Schüler-Kunst
Machtmensch Bayerstorfer hat sich völlig vergaloppiert
Der Streit ums Frauenhaus eskaliert: Jetzt wehrt sich sogar die Kirche gegen die harten Vorwürfe des Erdinger Landrats. Der ist übers Ziel hinausgeschossen, meint …
Machtmensch Bayerstorfer hat sich völlig vergaloppiert
Kirche auf Konfrontationskurs zum Landrat
Beim Sozialdienst katholischer Frauen und bei der Erzdiözese München-Freising ist man entsetzt über die schweren Vorwürfe, die Landrat Martin Bayerstorfer gegen den …
Kirche auf Konfrontationskurs zum Landrat

Kommentare