Verdiente SPD-Mitglieder: Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer (r.) und Gemeinderätin Sosa Balderanou-Menexes ehrten (ab  2. v. l.) Sepp Langmeier, Manfred Slawny, Erich Christofori, Rudi Wimmer und Hans Mitschke. Foto: sla

SPD Taufkirchen

Kommunalkarte: Schurer und Slawny kritisieren den Landrat

Taufkirchen – Die Ehrungen langjähriger Mitglieder stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Taufkirchen. Heftige Kritik hatte es zuvor an Landrat Martin Bayerstorfer wegen der Kommunalkarte gegeben

Auf ein halbes Jahrhundert SPD kann Sepp Langmeier zurückblicken. Langmeier war zwölf Jahre Kreisrat und eine feste Institution im Taufkirchener Gemeinderat. Er war immer ein sehr politischer Mensch und hat auch die sehr selten verliehene Willy-Brandt-Medaille, erhalten.

Für 40 Jahre bei der SPD wurde Rudi Wimmer geehrt. Zumindest ein Vierteljahrhundert sind Hans Mitschke sowie der Ortsvorsitzende Manfred Slawny Parteimitglieder, und auch ihnen wurden Urkunden und Ehrennadeln überreicht. Erich Christofori bekam genauso wie die geehrten Mitglieder einen Essensgutschein überreicht, weil er den Bayrischen Verdienstorden des Bayrischen Ministerpräsidenten erhalten hat.

Neben den Ehrungen wurde mit Bernd Friedrich ein neuer Kassenprüfer gewählt und es gab Delegiertenwahlen für die Bundeswahlkreiskonferenz. Bernd Friedrich und Reinhard Schatz sind Delegierte, Michael Kirchner und Hans Mitschke Ersatzdelegierte.

Am Anfang der Veranstaltung Vorsitzender Slawny auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. Die größte Veranstaltung sei ein Treffen mit Vertretern von Ehrenamtlichen im sozialen Bereich gewesen, der zusammen mit der Landtagsabgeordneten Doris Rauscher stattgefunden hatte. Beim Bericht aus dem Gemeinderat ging Slawny auf die neuen Baugebiete ein und berichtete von den beiden Architektenwettbewerben. Er verwies unter anderem darauf, dass der Breitbandausbau vorangetrieben wurde.

Eine kurze Diskussion wurde darüber geführt, ob der neue Standort für die Schützenvereine am Waldbadgelände nicht zu weit vom Ortszentrum entfernt sei. Doch Slawny betonte, dass die Vereine unabhängig von Gaststättenverträgen sein wollten und das Waldbadgelände auch nicht so weit weg wäre. Am Ende erläuterte der Ortsvorsitzende den Entscheidungsprozess beim Kauf des Wasserschlosses und warum ein Verzicht für ihn und Sosa Balderanou-Menexes nicht in Frage gekommen wäre.

Bei der Kreispolitik ging Slawny noch einmal auf die viel diskutierte Kommunalkarte ein. Ihm sei klar, dass das Landratsamt und seine Mitarbeiter in den letzten Monaten einiges geleistet haben, aber die Entscheidung für die Kommunalkarte sei „ein großer Fehler gewesen“. Es sei zwar klar, dass es sich bei dieser Maßnahme um das staatliche Landratsamt handle und deshalb der Kreistag nicht mittelbar dafür zuständig sei, aber weil die Kreistagsmitglieder das Sprachrohr für Landkreisbelange sind, hat man versucht diese Diskussion im Kreistag zu führen. Bedauerlich sei gewesen, dass vor allem die vielen ehrenamtlichen Helfer darunter zu leiden hatten, dass auf dem Land so gut wie nirgends mit der Karte gezahlt werden konnte.

Gemeinderätin Balderanou-Menexes verteidigte in der Diskussion den Landrat und rechnete ihm hoch an, dass er sich zumindest der Diskussion mit den Helferkreisen im Anschluss nicht verschlossen habe. Der anwesende Bundestagsabgeordnete Ewald Schurer kritisierte Bayerstorfer dagegen scharf. Überall in Bayern funktioniere das Versorgungssystem, nur in Erding würde es Probleme geben.

Danach referierte Schurer über die Bundespolitik. Neben der Asylproblematik und dem Erstarken der AfD ging er vor allem auf den Brexit und seine Auswirkungen ein. Die Parteien in Berlin hatten Sondersitzungen nach der Abstimmung und Schurer vermutete, dass der Brexit für Großbritannien viele Nachteile mit sich bringe, dass aber auch Europa eventuell Nachteile zu befürchten hätte.

Schurer bat am Ende um Unterstützung, denn er würde gerne wieder für die SPD in den Wahlkampf ziehen und werde deshalb am 23. September in Markt-Schwaben bei der Bundeswahlkreiskonferenz wieder kandidieren.

Slawny sprach sich auch für Schurer aus und nannte ihn einen „Glücksfall für die Erdinger SPD und die Erdinger Bürger“. Zwar sei Andreas Lenz von der CSU ein deutlich aktiverer Bundestagsabgeordneter wie der frühere Abgeordnete Lehmer, aber für den Landkreis Erding wäre es gut wenn es weiter zwei Abgeordnete geben würde.

red

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