Rieseninteresse an Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten in Taufkirchen
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Podiumsdiskussion des Erdinger/Dorfener/Anzeiger

Die Bürgermeisterwahl in Taufkirchen ist ein Publikumsrenner

  • vonTimo Aichele
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Wer wird neuer Bürgermeister von Taufkirchen? Diese Frage lockte mehr Zuhörer zur Podiumsdiskussion des Erdinger/Dorfener Anzeiger, als der Bürgersaal fassen konnte.

Taufkirchen – Die Wahlbeteiligung muss am 15. März in Taufkirchen geradezu gigantisch werden. Das Interesse an der Podiumsdiskussion der vier Bürgermeisterkandidaten am Montagabend im Bürgersaal war es schon mal. Eine halbe Stunde vor dem geplanten Beginn war jeder Stuhl besetzt, Gemeindemitarbeiter verschlossen die Eingangstür. Daraufhin schritt Bürgermeister Franz Hofstetter selbst zur Tat: Er trug weitere Stühle vor die Bühne, während seine Mitarbeiter in Gedanken an die Brandschutzvorschriften leicht sorgenvoll dreinblickten. Am Ende mussten dennoch einige Interessierte draußen bleiben, knapp 400 Zuhörer im Saal erlebten aber eine faire und kompetent geführte Podiumsdiskussion.

Vier Kandidaten bewerben sich nach Hofstetters 24-jähriger Amtszeit um dessen Nachfolge: Korbinian Empl (Freie Wähler), Stefan Haberl (CSU), Martin Huber (AfD) und Manfred Slawny (SPD). Die vier erfahrenen Lokalpolitiker begegneten sich auf dem Podium auf Augenhöhe. Als Moderator führte Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger, durch den Abend. Angesichts der Einigkeit der Bewerber zur Frage, ob es in Taufkirchen einen Dritten Bürgermeister braucht, sagte er: „Das ist eine große Koalition von drei Bürgermeistern. Jetzt haben wir aber vier Kandidaten. Vielleicht finden wir noch ein Amt.“

„Wovor haben Sie Respekt beim Amt des Bürgermeisters?“ – bei dieser Frage von Anneliese Mayer, die der Moderator weitergab, wurde es etwas persönlicher. Angst habe keiner von ihnen, aber Respekt, erklärten die Vier. „Als junger Familienvater wird das mit Sicherheit ein Spagat werden“, gab der 36-jährige Haberl zu. Genau aus diesem Grund, so der vierfache Vater Empl (55), habe er sich vor über 20 Jahren gegen eine Kandidatur entschieden.

Verkehr

Das Verkehrsproblem in Taufkirchen nahm großen Raum ein. Bei dem Thema müssten „alle Parteien zusammenarbeiten, um mehr Gewicht zu bekommen. Da fehlt’s von ganz oben“, erklärte AfD-Kandidat Huber (60). Die Position der Bewerber zur B 15neu fragte Zuhörer Richard Obermaier ab. Eine Trasse durch Taufkirchen „wäre Wahnsinn“, erklärte Huber. Er forderte ein Verkehrskonzept für den ganzen nordöstlichen Landkreis. „Unser aller Ziel ist es, dass wir die Straße aus Taufkirchen rausbekommen“, bekräftigte auch Haberl.

Slawny zeigte sich hier skeptischer: „Das ist kein Wunschkonzert.“ Momentan seien nur zwei alternative Korridore für den Weiterbau der B 15 bis zur A 94 vorhanden. Das Ziel müsse sein, dass die Bundesstraße ab Landshut nicht mehr weitergebaut wird. „Sonst haben wir viel mehr Verkehr auf der alten B 15 durch Taufkirchen.“

Der Moderator wollte von Empl wissen, ob er uneingeschränkt für die B 388-Umfahrung sei, obwohl er als Landwirt und Grundstückseigner betroffen sei. Das bejahte der Freie-Wähler-Kandidat. „Bei den Grundstücksverhandlungen ist da ganz viel schief gelaufen – auch von der Gemeinde“, kritisierte er.

ÖPNV

„Wir müssen neue Wege gehen“, forderte Slawny zum Öffentlichen Personennahverkehr. Die Einführung des „Citybus“ sei richtig gewesen. Doch im Zeitalter der Digitalisierung denke er auch an „Mitfahrgelegenheiten, die per App geregelt werden“.

Der ÖPNV-Takt müsse besser werden, forderte Empl. Huber sah den öffentlichen Nahverkehr gar als „Pflichtaufgabe der Kommune“, für die Rücklagen gebildet werden müssten. Haberl konnte aus seinem Familienalltag erzählen, dass der Gemeindebus-Fahrplan durchaus noch verbesserungsbedürftig sei.

Maria Ellinger aus Wambach regte einen Kindergatenbus an. „Besteht die Möglichkeit, dass die Mamas Fahrgemeinschaften bilden?“, fragte Haberl zurück. Gleichwohl konnten sich alle vier Kandidaten vorstellen, dieses Anliegen zu prüfen.

Sicherheit

„Braucht Taufkirchen wirklich ein Sicherheitskonzept?“, fragte Moritz den AfD-Kandidaten. „Die Zeit ist vorbei, dass wir uns in Deutschland sicher fühlen können“, sagte Huber. „Oiso, i fühl mi in Taufkirchen sicher“, antwortete Haberl unter Applaus.

Lehrschwimmbecken

Das Lehrschwimmbecken brachte Zuhörer Manfred Lutz zur Sprache. Haberl und Slawny zeigten sich als uneingeschränkte Befürworter, Huber warnte vor zu hohen Kosten, während Empl die vorgestellten Plänen kritisierte. „Das muss wirklich ein Lehrschwimmbecken werden“, sagte er und forderte einen Hubboden.

Wasserschloss

Haberl und Slawny zeigten sich sehr zufrieden mit dem kulturellen Angebot im Wasserschloss. Nur barrierefrei sei es noch nicht, erklärte Empl. Auch nach seiner früheren Ablehnung des Wasserschloss-Kaufs akzeptiere er nun diese Entscheidung, sagte Huber. Er könne sich noch vorstellen, Wohnungen in dem Gebäude unterzubringen, um das Defizit zu verringern. Im Untergrund lauere aber „eine große Gefahr“. Das Wasserschloss sei auf Eichenpfählen gegründet, bei sinkenden Grundwasserständen sei das ein Problem.

Leerstände im Ort

Zu Leerständen im Ortskern sagte Empl sogar: „Alle Gaststätten werden wir nicht erhalten können – auch weil wir als Gemeinde eine eigene Gastronomie im Wasserschloss eröffnet haben.“ Er gehe ja gerne auch mal zum Italiener oder Griechen, sagte Huber. Wichtig seien ihm aber „boarische Wirtschaften“. Ohne diese habe man sonst schnell ein „sterbendes Dorf“. Auch die hohen Pachten seien ein Problem, meinte Slawny. „Die Gemeinde könnte selber was kaufen und dann verpachten.“ Das funktioniere ja am Rathaus.

Wirtschaft

„Wirtschaft ja, aber nicht um jeden Preis“, sagte Huber zum Standort mit seinen 3500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Kleine und mittlere Betriebe müssten gefördert werden, waren sich alle einig. Im Wasserschloss seien noch Räume frei, in denen auch Startups arbeiten könnten, ergänzte Haberl. Empl verwies auf das kbo-Klinikum als wichtigen Arbeitgeber. „Mir würde der Dienstleistungssektor am besten gefallen“, sagte Slawny. „Das Wichtigste ist, die Firmen hier zu behalten.“

Viele weitere Themen vom Mega-Projekt Mittelschule über Wohnraum, Klimaschutz und Bürgernähe in digitalen Zeiten bis hin zur ärztlichen Versorgung wurden debattiert. Mehrere Bürger meldeten sich mit Fragen zu Wort. Doch nach zweieinhalb Stunden waren die Kandidaten entlassen. „Sie waren ein Wahnsinnspublikum“, lobte Moritz. Das große Interesse sei ein ermutigendes Zeichen für die Wahl.

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