Nachdem CSU-Bürgermeisterkandidat Stefan Haberl die Stichwahl gewonnen hat, sind die Schwarzen mit zehn Gemeinderäten die stärkste Partei im Gremium.
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Noch am Wahlabend unterzeichnete Stefan Haberl im Rathaus die Annahme des Bürgermeisteramts. Mit dabei waren Amtsinhaber Franz Hofstetter (l.) und Geschäftsleiter Martin Bauer. Haberl arbeitet bisher als Kämmerer der Gemeinde Fraunberg. Der 36-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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Stephan Bachmayer, Einigkeit Moosen, 1184 Stimmen, Landwirtschaftsmeister, 41 Jahre
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Thomas Unterreitmaier, CSU, 3530 Stimmen, Kundendienstmonteur Heizung/Sanitär, 48 Jahre
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Martin Huber, AfD, 2573 Stimmen, Angestellter, 60 Jahre
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Peter Attenhauser, AfD, 1947 Stimmen, Landwirtschaftsmeister, 60 Jahre
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Nikolaus Kronseder jun. (neu), CSU, 1556 Stimmen, Transport- und Forstunternehmer, 31 Jahre
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Sosa Balderanou, CSU, 2849 Stimmen, Versicherungsfachwirtin, 45 Jahre
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Manfred Slawny, SPD, 4015 Stimmen, Vertriebsangestellter, 57 Jahre

Kommunalwahl 2020

Taufkirchener Gemeinderat: Mit Wirtschaftskompetenz aus der Krise

Nachdem CSU-Bürgermeisterkandidat Stefan Haberl die Stichwahl gewonnen hat, sind die Schwarzen mit zehn Gemeinderäten die stärkste Partei im Gremium.

Taufkirchen – Das Bürgermeisteramt bleibt in Taufkirchen weiter in CSU-Händen. Das ergab die Stichwahl, bei der Stefan Haberl mit 56,4 Prozent gegen SPD-Kandidaten Manfred Slawny (43,6 %) ) gewann. Das bedeutet aber auch einen CSU-Mann im Taufkirchener Gemeinderat mehr, denn es rückt Neuling Nikolaus Kronseder aus Angerskirchen nach. Damit sind die Schwarzen mit zehn Mitgliedern die stärkste Partei im Gremium.

Der 31-jährige Transport- und Forstunternehmer Kronseder ist einer von insgesamt sieben Unternehmern, die nun die größte Berufsgruppe ausmachen. Allein die CSU schickt neben ihm drei weitere Selbstständige ins Gremium: Zahnarzt Christoph Puschmann, Spediteur Anton Fürmetz jun. und Getränkehändlerin Ingrid Kratzer. Die Freien Wähler sind mit Tierarzt Christian Aigner und Elektromeisterin Christine Zeilbeck, die AfD mit Geschäftsführer Harald Vollmer vertreten.

Corona-Pandemie: „Jetzt geht es um Existenzen und die Zukunft“

Das Wohl der heimischen Betriebe in Corona-Zeiten dürften diese Wirtschaftsvertreter besonders im Auge haben. Denn bei Taufkirchens größtem Arbeitgeber Himolla stehen die Bänder still, weil es Lieferschwierigkeiten gibt. Und auch beim Logistiker Fürmetz-Gruppe sind Kunden weggebrochen.

Der künftige Bürgermeister nennt bereits mögliche Hilfe: „Wir werden die Geschäftsleute und Firmen auch von gemeindlicher Seite unterstützen, etwa Steuern stunden oder Pachten nachlassen.“ Auch bei staatlichen Hilfsprogrammen wolle man unterstützend helfen. „Jetzt geht es um Existenzen und die Zukunft“, erklärt Haberl und betont: „Das Wichtigste ist jetzt, das Gemeinsame und das Gemeinwohl in den Vordergrund zu stellen.“

Beratungsstab im Rathaus

Bei solchen Herausforderungen sei maximaler Zusammenhalt gefragt. Schon jetzt gebe es einen Beratungsstab, der sich im Rathaus um Gesundheitsfragen kümmere, so Haberl. Er werde die Kommunikation in Zusammenarbeit mit Landratsamt und Banken noch ausweiten.

Geprüft werden müsse auch, ob das Projekt Schule so noch funktioniere, so Taufkirchens neuer Bürgermeister. „Aus jeder Krise ergeben sich auch Chancen, die man jetzt vielleicht noch nicht sieht, weil wir mittendrin sind“, so der Optimist.

Viele Selbstständige im neuen Gemeinderat

Auch Getränkehändlerin Kratzer ist durch das fast vollständige Erliegen in der Gastronomie und von Veranstaltungen von der Krise betroffen und freut sich, im Gemeinderat ihr Wissen als Diplom-Kauffrau einbringen zu können.

Selbstständige sind auch die fünf Landwirte Anton Rosenberger (CSU), Johannes Mundigl und Stephan Bachmayer (beide Einigkeit Moosen), Korbinian Empl (FW), Peter Attenhauser (AfD) und Ludwig Mayer jun. (WGW). Sie werden sich wie gehabt für „die Landwirtschaft, den Umweltschutz, aber auch die Energiepolitik in der Gemeinde“ einsetzen. Darin sieht auch Neuling Mundigl (Einigkeit Moosen) aus Hubenstein seine Hauptaufgaben, je nachdem welches Referat er erhalten werde. „Ich will mich noch nicht festlegen“, sagt der 51-jährige Diplom-Agrar-Ingenieur. Umweltschutz und Energiepolitik sind aber Bereiche, in denen Taufkirchen durchaus noch Defizite habe.

Schulneubau in Taufkirchen?

Im Bildungsbereich stehen mit Ordinariatsrätin Anneliese Mayer (CSU), der Bischöflichen Beauftragten für Erwachsenenbildung, und Bernd Friedrich (SPD), Realschuldirektor in Freising, der neu ins Gremium gewählt wurde, zwei Experten zur Verfügung. Positive Entwicklungen möchte Friedrich vor allem in der frühkindlichen Bildung in Kitas anstoßen. Der an Bildungsforschung sehr interessierte Pädagoge betont, wenn man Bildungsungerechtigkeiten aufheben möchte, müsse man damit möglichst früh anfangen.

Auch der Neue Michael Lechner (WGW) aus Wambach möchte sich in den Themen Kindergärten und Schulen einbringen, einerseits aus Sicht eines zweifachen Vaters, aber auch aufgrund seiner beruflichen Ausprägung. Der 43-Jährige ist Projektmanager bei einem großen Konzern und würde gerne mit mit wachsamen Augen den Schulneubau begleiten.

Viel Fachwissen für verschiedene Handwerksberufe

Verständnis und Fachwissen für verschiedenste Handwerksberufe ist im Gremium ebenfalls vorhanden. So reichen die Ausbildungen der Gemeinderäte vom Mechaniker über die Bäckereifachverkäuferin und Elektrikerin bis hin zum Maurer.

Mit dem Ausscheiden von Josef Fanger, Anton Schweiger und Josef Stummer ist eine bis dato mit vier gelernten Bankkaufleuten gut vertretene Berufsgruppe auf einen zusammengeschrumpft: Stefan Haberl. Der Bürgermeister wird nun wohl Ansprechpartner Nr. 1 beim Thema Finanzen sein. Wer im Taufkirchener Gemeinderat „grüne Aspekte“ stärker vertritt, ist unklar, obwohl hier durchaus Bedarf ist. Die Altersstruktur des Gremiums ist gut durchwachsen, reicht vom 31- bis zum 65-Jährigen, wobei die 40- und 50-Jährigen den Großteil der Räte ausmachen, die 60- und 30-Jährigen eher unterpräsentiert sind.

Birgit Lang

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