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Ein starkes Team: (hinten, v.l.) Elke Feldewert, Doreen Laubsch, Andrea Paulik, Edith Greilmeier, Irmgard Holzner, Nicole Rieper, Edith Seifüßl, sowie (vorne, v.l.) Elfriede Mittermeier, Inge Groll, Petra Gerland-Levin, Rosi Maurer und Gabi Zaglmann.

15 Jahre Nachbarschaftshilfe Moosen

Lebenshelfer, Bastler und Faschingsnarren

Moosen - Sie wirken meist im Hintergrund und machen kein großes Aufhebens um ihre Arbeit. Vor 15 Jahren wurde die Nachbarschaftshilfe Moosen gegründet. 9950 Einsatzstunden und 3701 ehrenamtliche Stunden haben die Aktiven geleistet.

15 Jahre Nachrabschaftshilfe (NBH) Moosen ist allemal ein Grund zum Feiern – im kleinen Rahmen, bescheiden wie immer, im Gasthaus Zuhr. „Mit Schweiß und Ausdauer gelang es vor über 16 Jahren, genügend Leute zu finden um einen neuen Verein zu gründen“, erinnert sich Andrea Paulik. Seit sieben Jahren ist sie die 1. Vorsitzende des Vereins, was für sie nicht immer leicht war. Denn neben ihren drei Kindern hat sie auch ihre kranken Eltern daheim. Die Idee eine NBH in Moosen zu gründen, stammte von Anita Lechner, die damals Sozialpädagogik studierte und als Zustellerin bei der Post arbeitete. Heute ist sie Schulsozialarbeiterin bei der Mittelschule in Taufkirchen. Ihr Amt als 1. Vorsitzende hat sie nach acht überaus engagierten Jahren abgegeben. Sie hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und fand in Paulik, Rosi Maurer, Christine Huber, Thea Mayr und Luise Geislbrechtinger tatkräftige Mitstreiterinnen, um nur einige zu nennen. Durch ihren Einsatz und ihre Hilfe, machen die überwiegend weiblichen Aktiven seit nunmehr 15 Jahren die Lebenssituation vieler Menschen lebenswerter, in dem sie Hilfe suchende Menschen ein Stückchen auf ihrem Weg unterstützend begleiten. „Wir sind oft sozialer Kontakt für einsame, alte und kranke Menschen“, sagt Paulik. Wie sehr sie gebraucht werden, sieht man an den Zahlen für ihre Einsatzleistungen, meint sie. Und die sind beachtlich. Die mittlerweile insgesamt 9950 Stunden, allein heuer waren es 1149 Stunden, wurden hauptsächlich im Haushalt, beim Einkaufen für ältere oder kranke Menschen und bei der Kinderbetreuung geleistet, „wenn beispielsweise die Mutter erkrankt ist oder sie einen Unfall oder eine Hausgeburt hatte“. Auch die Betreuung von Kindern, Kranken und Senioren wird gerne in Anspruch genommen, wenn die Angehörigen wichtige Termine haben. Fahrten zum Arzt, Gartenarbeit oder Mithilfe bei Festen sind weitere Aufgaben, die gerne nachgefragt wurden und werden. Aber nicht jeder Nachfrage kann die NBH Moosen nachkommen, den immer wieder, gerade in letzter Zeit fehlen freie Helfer, bedauert die Vorsitzende. Von den aktuell 120 Mitgliedern sind „nur“ 31 Aktive. „In letzter Zeit stoßen wir immer wieder an unsere Grenzen. Wir würden uns sehr freuen, wenn neue aktive Helfer zu uns stoßen“, sagt sie und bittet alle Werbung für den Verein zu machen, der im ganzen Gemeindebereich Taufkirchen tätig ist. Vor allem für Haushalt und Kinderbetreuung gehen die Helfer aus. Paulik betont immer wieder, dass die NBH keine Pflege leisten könne und dürfe. In den Anfangsjahren trafen sich die Aktiven einmal im Monat zum Austausch. „Es gab viel Neues zu beachten und viele Fragen zu klären.“ Bei einem solchen Treffen kam auch die Idee auf, beim Moosener Adventsmarkt eine Bastelstube für die Kinder anzubieten. Damit die Kleinen in der warmen Stube aufgehoben sind, während ihre Eltern draußen in der Kälte beruhigt ihren Glühwein trinken können. „So konnten wir uns auch vorstellen und wurden zugleich bekannter.“ Die Bastelstube ist seither ein Renner. „Mittlerweile haben wir schon so viele verschiedene Dinge gebastelt, dass uns die Ideen langsam knapp werden.“ Für die Teilnahme und das Material verlangt die NBH keinen Cent, nur wenige der Eltern kommen auf die Idee, eine Kleinigkeit für die Unkosten zu spenden. Umso mehr haben sich die Damen gefreut, als Pater Dominik und Pater Paul sie in der Bastelstube 2015 mit seinem Besuch überraschten, dort ein Schneeflockenmobile bastelten und damit die Kirche schmückten. Für sie ein Zeichen seiner Anerkennung. Auch die erste und alle folgenden Weihnachtsfeiern waren ein großer Erfolg. Als große Anerkennung sehen es die Mitglieder auch, dass sie Bürgermeister Franz Hofstetter dazu im Vorjahr einlud. Bei einer dieser Weihnachtsfeiern kamen die Damen wieder mal auf die Idee: Als Gruppe wollten sie im Frauenfasching aufzutreten, „um im Gespräch zu bleiben“. Ein weiterer gelungener Coup. Aus Sicht der Vilsläuse ließen sie damals das Moosener Leben Revue passieren und setzten damit den Grundstein für ihre legendäre Faschingstruppe, die alle Jahre mit neuen Auftritten brilliert und für Stimmung sorgt. Treibende Kraft ist hier vor allem 2. Vorsitzende Rosi Maurer, alleinerziehende Mutter von vier Söhnen, Leiterin des Moosener Bauernmarktes und Metzgereifachverkäuferin in Dorfen. In ihrer ruhigen, aber überaus humorvollen Art bringt sie immer wieder neue Knaller daher: Ob als Sissy und Franz mit Hofstaat, Hippies, Nonnen oder wie heuer als Rockband Kiss, mit der sie den Pfarrsaal in Taufkirchen zum Beben brachten. Die dreifache Mutter Christine Aulechner, Gründerin der Gymnastikabteilung des SC Moosen, übernimmt meistens die Choreografien und studiert sie mit den Mädels ein, wenn es ihr Terminplan zulässt. Auch Freunde und Bekannte wollen sich ihnen immer öfters anschließen, verrät Paulik und meint: „Natürlich helfen wir auch hier liebend gerne weiter und nehm ma’s mit.“ Die Nachbarschaftshilfe lud schon zum Neuzugezogenen-Treff ein, der wegen mangelndem Interesse nach dem fünften Mal allerdings wieder eingestellt wurde. „Vielleicht wäre es wieder mal an der Zeit einen Neustart zu wagen“, meint die 41-Jährige Vereinsschefin. Ein Volltreffer war hingegen die Teilnahme beim Ferienprogramm. Los ging es mit den zweitägigen Ritterspielen, gefolgt von Friesenspielen, Pizza backen, Schatzkästchen basteln, Schatzsuche, Wanderung im Moos, Wellness für Kinder bis hin zur Auenwaldführung. „Heuer hatten wir so viele Anmeldungen zum Backnachmittag, dass wir kurzerhand gleich noch einen weiteren Vormittag dazu nahmen.“ Das ist aber nicht ungewöhnlich, eher die Regel. Ein Fels in der Brandung der Moosener NBH ist auch Doreen Laubsch. Sie kümmert sich nicht nur akribisch um die Kasse, sondern sorgt dafür, dass der Verein in der Onlinewelt immer up-to-date ist. Denn auch auf diesem Wege bietet die NBH ihre Dienstleistungen an und sucht nach neuen Helfern. Die NBH ist für alle eine Herzensangelegenheit. Das sieht man an den 3701 ehrenamtlichen Stunden, die eigentlich noch sehr viele mehr wären, hätte man sie von Anfang an mitnotiert, nicht nur geschätzt. Heuer waren es 275 Stunden, die unentgeltlich, aber sehr engagiert geleistet wurde. Neben der Bastelstube oder dem Ferienprogramm zählen dazu auch verschiedene Vorbereitungen, Treffen der NBH in Erding, Glückwunschkarten überbringen. Senioren in der Villa Moosen besuchen oder die ganze Büroarbeit, die überwiegend bei Paulik hängen bleibt. Aber sie macht es gern, auch wenn sie zeitweise ihr Amt als 1. Vorsitzende schon gerne abgetreten hätte. Doch ihre Mitstreiterinnen haben ihr zur Seite gestanden und sie so zum Weitermachen bewegt.

Birgit Lang

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