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Verantwortung übernehmen macht Spaß (v. l.): Pauline Loewer, Melissa Graf, Lara Stuhr, Antonia Pfeiffer, A nja Bysko, Birgitt Pfeuffer, Laura Weber (verdeckt), Benjamin Schäffler, Burcu Rostami-Dousher, Saira Kaltak, Samah Rabee Almotafi (verdeckt), Elisabeth Leipfinger, Dzevad Kaltak, Laura Parusel, Marina Jenning, Lukas Eibl, Sarah Eichinger, Judith Heilmeier und Adnan Crnkic.

kbo-Klinik Taufkirchen

Lehrjahre sind auch Herrenjahre

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Die Zeiten, als Lehrlinge vor allem eines durften, nämlich Brotzeit holen, sind längst vorbei. Heutzutage tragen Auszubildende auch Verantwortung. Aber dass junge Leute in Ausbildung eine ganze Klinik-Station leiten, ist etwas Einmaliges. Im Isar-Amper-Klinikum war das jetzt der Fall.

Taufkirchen– Es war ein besonderer Moment, als Sarah Eichinger, Melissa Graf und Judith Heilmaier die Schlüssel auf der gerontopsychiatrischen Station G1 des Klinikums übernahmen. Denn nach der Übergabe sowie den aktuellen Informationen zu den mehr als 19 Patienten und ihren jeweiligen Genesungsverläufen trugen die Auszubildenden die Verantwortung auf Station. Die drei jungen Leute kannten die Station und das Team bereits durch ihre Einsätze als „Schüler“. „Aber es macht eben einen enormen Unterschied, ob man als Auszubildende oder als Schichtleitung die enorme Verantwortung für die Patienten trägt“, so Henner Lüttecke, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim kbo-Klinikum.

Natürlich waren die zu Leitungspersonen aufgestiegenen Auszubildenden nicht allein auf Station. Im Hintergrund arbeite das multiprofessionelle Team der Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten regulär weiter. „Sechs Auszubildende in der Frühschicht, vier im Spätdienst und zwei im Nachtdienst trugen die Verantwortung, mussten alle notwendigen Aufgaben und den normalen Stationsbetrieb im Blick haben, und vor allem: delegieren“, so Lüttecke. Und das war auch für die jungen Leute neu, dass sie den erfahrenen Kollegen sagen sollten, was sie zu tun haben. „Gerade das aber war eine wichtige Erfahrung, denn nur im Team kann eine Station gut geführt werden“, so Eichinger, Graf und Heilmaier.

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Birgit Pfeuffer, Praxisanleiterin im Klinikum und Initiatorin des Projekts, war sich sicher, dass die Auszubildenden die Station perfekt führen würden. „Uns war klar, wie gut ausgebildet die Auszubildenden waren und sind, wie gut sie schon bei den Praxiseinsätzen auf anderen Stationen waren. Ich war mir sicher, dass die Patienten und die Station in guten Händen waren, ich habe mir im Vorfeld keine Sorgen gemacht“, so Pfeuffer, die vor 23 Jahre selbst ihre Ausbildung in Taufkirchen abgeschlossen hat. Auch ihre Kollegin Ulli Schulze sah dem Einsatz relativ gelassen entgegen. „Das gesamte Klinikum und alle Kollegen wussten natürlich Bescheid, dass die Auszubildenden die Station G1 leiten. Und alle haben das Projekt toll unterstützt, waren hilfsbereit“, so Schulze.

Auch akute Situationen mussten die Auszubildenden meistern, und zwar schnell und kompetent. Lüttecke: „Aufgrund eines Influenza-Ausbruchs auf Station mussten Patienten zu ihrem und dem Schutz der anderen Patienten isoliert werden, also in einem Einzelzimmer untergebracht und dort versorgt werden.“ Die Auszubildenden haben wie im Lehrbuch reagiert, wussten genau, welche Arbeitsschritte zu tun waren und hatten dabei immer das Wohl der Patienten im Auge“, zeigt sich Pfeuffer begeistert. „Die Auszubildenden können sehr stolz auf sich sein, sie haben Großartiges geleistet.“

Die Planungen und Vorbereitungen für das Projekt begannen vor mehr als zwei Jahren, im vorigen Herbst gab es bereits einen Probetag, an die Auszubildenden die Station leiteten. „Zwei Jahre hören sich auf den ersten Blick sehr lang an, aber wir mussten alle Eventualitäten einplanen. Das hat sich gelohnt“, so Pfeuffer, die ähnliche Projekte an anderen Kliniken mit großem Interesse verfolgt hatte.

Klar ist bereits, dass im kommenden Jahr das Projekt fortgesetzt wird, die Vorbereitungen laufen, so Lüttecke. „Denn in dieser Woche lernen die Auszubildenden sehr viel, setzen ihr fundiertes theoretisches Wissen in der Praxis gekonnt um. Eine bessere Vorbereitung kann es nicht geben.“

Auch Pflegedirektor Hermann Schmid sieht die Bedeutung: „Auszubildenden die Chance zu geben, Verantwortung zu übernehmen und sie gestalten zu lassen, ist unser Anspruch. Wir sind begeistert, wie perfekt und reibungslos dieses Projekt umgesetzt wurde.“ Auch Günter Feichtbauer, Leiter der Berufsfachschule für Gesundheits- und Krankenpflege, freut sich auf die Fortsetzung: „Die Auszubildenden haben einen völlig neuen Blick auf ihren Beruf bekommen“.

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