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Einen nachdenklichen Liederabend im Kinocafé gestalteten (v. l.) Stephan Treffler, Doris Alscher-Treffler und Christina Treffler.

Liederabend mit Stephan Treffler

Eine Hommage ans Kinocafé

Sein 20. Jubiläum als Liedermacher hat Stephan Treffler dort gefeiert, wo alles begann: im Kinocafé in Taufkirchen.

Taufkirchen – Sein politisches Engagement als Vorsitzender des Kreisverbandes der ÖDP konnte der Liedermacher Stephan Treffler bei seinem Liederabend „Made in Germany“ im Kinocafé Taufkirchen nicht verbergen. 20 Jahre nach seinem ersten Auftritt im selben Lokal bot er im vollbesetzten Kinosaal eine Mischung aus alten und neuen Liedern, oft mit politischer Botschaft und teilweise unterstützt von seiner Schwester Doris Alscher-Treffler an der Querflöte und seiner Ehefrau Christina Treffler an der Klarinette.

Mit E-Pianobegleitung und treffenden Versen sang Treffler eine Hommage an das Kinocafé, so wie es seit 17 Jahren von Andreas „Lenze“ vom Hofe geführt wird: „Wenn do wer drin sitzt und nix bschtoid, weil ohne Durst, weil ohne Goid, des is im Kinocafé ned so schlimm.“ Diese Zeilen hatten ebenso Wiedererkennungswert wie „Im Kino sitzen moi grod zwoa, I war do drin a scho alloa.“ Schon 1998 komponiert, hat das Lied „Untergang der Titanic“ nichts an Aktualität verloren. Treffler spannt darin den Bogen von der am Eisberg zerbrochenen Überheblichkeit des Fortschrittglaubens bis zur zweifelhaften Errungenschaft der Atomtechnik.

Auch in seinem neuesten Werk „Individualisten“ blickte Treffler in die Vergangenheit zurück, als man noch in Wirtshäusern, die es heute nicht mehr gibt, Karten spielte, anstatt mit Smartphones Verabredungen zu treffen, die dann doch nicht stattfinden. Politisch wurde es in „Fake News“. Hier träumt er davon, dass Deutschland keine Waffen mehr verkauft, die Schere zwischen Arm und Reich sich schließt und die AfD „gscheida werd“. Dabei entschuldigte sich der Musiker mehrmals für kleine Fehler, die dem Publikum vielleicht gar nicht aufgefallen wären.

Zwischen zwei Vorträgen empörte sich der Politiker und Lehrer über die Reaktion von CSU-Politiker Andreas Scheuer auf den Vorschlag, einen muslimischen Feiertag einzuführen. Dieser habe sich „fassungslos“ über diese Idee gezeigt. Treffler meinte, er wäre ebenso fassungslos gewesen, als herauskam, dass Scheuer seinen Doktortitel zu unrecht führte.

Darüber hinaus kritisierte Treffler in seinem Programm die Wegwerfgesellschaft, die scheinheilige Haltung Horst Seehofers in Sachen Umweltschutz und forderte Zusammenhalt angesichts des Erstarken rechtsextremer Gesinnungen.

von Fabian Holzner

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