Mini-Maibaum in Moosen
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Plötzlich stand er da: Über Nacht haben Unbekannte einen Maibaum in Moosen aufgestellt und professionell verankert.

Unbekannte erinnern mit Ersatz-Stangerl an traditionelle Moosener Feste

Maibaum in Moosen klammheimlich aufgestellt

Ein 1. Mai ohne traditionelles Maibaumaufstellen in Moosen? Das geht gar nicht, dachten sich vermutlich ein paar Einheimische. Denn nachts stellten sie ein weiß-blau angestrichenes Stangerl unbemerkt auf.

Moosen - Der klammheimlich in der Nacht auf den 1. Mai aufgestellte Maibaum in Moosen, Gemeinde Taufkirchen (Vils) ist wesentlich kürzer als normal, aber auch unter der vorgeschriebenen Toleranzhöhe von neun Metern. Die Unbekannten hatten sich richtig Arbeit gemacht. Denn sie hatten vier große, beidseitig bedruckte Tafeln angebracht, auf denen große Fotos beliebter örtlicher Festivitäten zu sehen sind. Damit erinnern sie an den Sportlerball des SC Moosen, das Maibaumaufstellen der Landjugend, das Dorffest der Schützen und die Sonnwendfeier der Feuerwehr. Wahrscheinlich vermissen sie diese Feste und wollten mit ihrer Aktion an geselligere Jahre erinnern.

Fachgerecht in der Halterung fixiert

Lucas Henning, Vorsitzender der Landjugend, war am Samstag in der Früh ebenso überrascht über die Aktion, von der er laut eigener Aussage überhaupt nichts wusste, wie die Anlieger, die nichts mitbekommen hatten. Die Unbekannten scheinen sehr ruhig vorgegangen zu sein. Das Prachtstangerl wurde fachgerecht in der Halterung fixiert.

Henning war begeistert von der Idee, bedauerte sogar, dass sie ihm nicht selber eingefallen war. „Meinetwegen kann dieser Maibaum gern zwei Jahre stehen bleiben, wenn die Gemeinde nichts dagegen hat“, sagt er.

Eigentlich hätte die Aktion vorher genehmigt werden müssen

Eigentlich hätte die Aktion vorher genehmigt und die ganze Chose versichert werden müssen. Henning hofft, dass die zuständigen Sachbearbeiter und auch Bürgermeister Stefan Haberl Verständnis zeigen und den Baum nachträglich genehmigen. Denn die Unbekannten hätten sich nicht nur richtig Arbeit gemacht, sondern wohl auch einiges an Geld ausgegeben.

Der alte Maibaum ist vor ein paar Wochen entfernt und zersägt worden. Aus den Einzelteilen werden Sitzgarnituren für den Dorfplatz hergestellt, erklärt Henning. Das Holz sei gerade beim „Sagler in Aham“, der dies ehrenamtlich für die Landjugend und die Dorfgemeinschaft übernehme.

Die Reaktion der Moosener ist positiv

Die Reaktionen der Moosener auf die Initiative war positiv. Das Corona-Ersatzbäumchen sorgte für neugierige Blicke, hochgereckte Köpfe, Schmunzeln und vor allem Gesprächsstoff.

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