Jobbörse Taufkirchen

Markt der Möglichkeiten

Taufkirchen - So viel los war bei der Taufkirchener Jobbörse noch nie. Schüler von der 7. bis zur 10. Klasse der Mittel-, aber auch Realschüler und Jugendliche aus Nachbargemeinden wie Wartenberg oder Velden nutzten mit ihren Eltern die Möglichkeit Kontakte zu Ausbildern zu knüpfen und mehr über unterschiedlichste Berufsbilder zu erfahren.

Aber nicht nur das: Auch das ein oder andere Praktikum wurde am Samstag bei dieser äußert interessanten Berufsmesse in der Taufkirchener Mehrzweckturnhalle vereinbart.

Neben den Schülern waren auch zahlreiche Asylsuchende mit Veronika Purschke und ihren Betreuern vom Helferkreis gekommen. Purschke ist Verbindungsglied zwischen Helferkreis und Gemeinde und unterstützt die Flüchtlinge bei der Arbeitssuche. Die Unternehmer zeigten sich aufgeschlossen. Sie machten aber auch deutlich, dass nicht nur die Sprachbarriere ein Problem sei, sondern auch, dass für viele von ihnen die bei uns üblichen Werkzeuge und deren Fachbegriffe noch unbekannt seien. Einige, größere Firmen gehen deshalb schon dazu über, fachspezifischen Sprachunterricht anzubieten.

Die Auswahl an Lehrstellen für die einheimischen Kinder gestaltet sich da wesentlich einfacher. Sie sind gesucht wie nie. Deshalb nutzen viele Betriebe die Jobbörse seit vielen Jahren gerne als Plattform, um für sich und ihre Ausbildungsberufe Werbung zu machen. Sogar Weltkonzerne wie die BMW Group und deutschlandweite Ketten wie Aldi oder REWE waren darunter. Die vorgestellten Berufe reichten vom Bäcker über Metallbauer und Friseur bis hin zum seltenen Autosattler. Nur 30 Lehrlinge werden in ganz Bayern in diesem Beruf ausgebildet, erklärte Anton Spangenberg aus Ottering, einer davon bei ihm.

Die Taufkirchener Mittelschüler wurden gezielt im Unterricht auf die Jobbörse vorbereitet, hatten sich übers Internet vorab über gewisse Firmen informiert und stellten ihnen an ihren Ständen konkrete Fragen, die sie interessierten, etwa nach Arbeitszeiten, Ausbildungsdauer oder Gehalt. Einer von ihnen war der 14-jährige Tobias Gäbler aus Taufkirchen. Der Schüler der Klasse 8 b nutzte die Möglichkeit, sich bei den Vertretern der Baubranche, beispielsweise der Firma Bauer aus Buchbach, über den Beruf des Elektrikers schlau zu machen. Auch die anderen Mittelschüler hatten, wie er, einen Fragebogen dabei, den es auszufüllen galt.

Außerdem konnten die Jugendliche Produkte, die einzelne Firmen herstellen, begutachten, begreifen oder selber schon einige Handgriffe ausprobieren, etwa am Stand von Himolla. Hier konnten sie nach Schablone kleine Tierchen aus Leder ausschneiden oder beim Friseurteam Scholz an einer Puppe mit Perücke flechten lernen.

Auch die 45 Unternehmer beziehungsweise deren Mitarbeiter erhielten einen Fragebogen von den Lehrern überreicht. Darin sollten sie einschätzen, was für sie als Ausbildungsbetrieb bei einem Lehrling wichtig ist, damit künftig an sie die „richtigen“ Schüler vermittelt werden können.

Lehrer Manfred Stangassinger hatte die Organisation wieder federführend übernommen. Dafür wurde er bei der offiziellen Begrüßung sowohl von Schulleiter Josef Hofstetter als auch von Bürgermeister Franz Hofstetter gewürdigt. Seit Anbeginn ist er einer der treibenden Kräfte der Jobbörse. Er war begeistert von der Veranstaltung 2016, vor allem das „harmonische Miteinander, die nette Atmosphäre, alle waren fröhlich, Eltern, Betriebe und Schüler“. Er schätzt vor allem das unkomplizierte, vertrauensvolle Verhältnis mit den Unternehmen, das über die Jahre aufgebaut wurde: „Wir kennen uns. Das ist schon ein gutes Zeichen.“

Auch Bürgermeister Franz Hofstetter lobte als Schirmherr die gemütliche, interessante Atmosphäre und machte den Ausstellern ein Kompliment: „Sie tragen mit der tollen Gestaltung ihrer Stände zum Erfolg der Jobbörse bei.“ Diese Plattform zeige, wie groß das Spektrum an Betrieben und Ausbildungsberufen in der Region sei. Es sei aber auch wichtig, dass die Jugendlichen dieses Spektrum nützen.

Wie engagiert die Mittelschüler bei dieser Berufsmesse dabei waren, zeigte sich auch an ihrem Arbeitseifer: In Schichten eingeteilt halfen sie beim Auf- und Abbau und bereiteten belegte Semmeln vor, die sie den Messebesuchern anboten. Der Elternbeirat sorgte für die Getränke.

Birgit Lang

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