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Fassungslos: Stefan Fellermayer mit den Überresten des zerstörten Marterls.

Vandalismus in Moosen

Marterl zerstört, Grabkerzen zertreten

Moos/Moosen – Über 100 Jahre stand ein Marterl an der Brücke am Vilskanal zwischen Moosen und Moos. Jetzt haben es Unbekannte zerstört.

Das Marterl war damals zur Erinnerung an einen Menschen aufgestellt worden, der damals dort ertrunken sein soll, erzählen die Alten. Wann das genau war, weiß heute keiner mehr. Aber das gusseiserne Kreuz mit dem Christus und den zwei Engeln, sowie einer ovalen Tafel mit der Inschrift „Gelobt sei Jesus Christus“, kennen viele der Bewohner zwischen Hubenstein und Moosen schon seit jeher. Deshalb sind sie auch umso entsetzter und erboster, dass unbekannte Täter das Marterl mutwillig zerstört haben.

Über zwei Woche ist es her, dass der Frevel festgestellt wurde. Ein paar Bierflaschen lagen in direkter Nähe, ein paar Meter weiter eine Spitzhacke am Gehsteig. Wem sie gehört, weiß keiner. Das Werkzeug ist auch längst wieder verschwunden. Es wird vermutet, dass mit dieser Spitzhacke das Kreuz abgeschlagen und der Christus abgebrochen wurde. Der Korpus ist seitdem verschwunden, nur die Engelsflügel sind noch zu erkennen.

Vor rund vier Jahren war das Marterl, das früher neben der Nepomukkapelle stand, auf die gegenüberliegende Straßenseite an der Brücke verlegt worden. Stefan Fellermayer, der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft Moosen, hatte es dort installiert, nachdem er mit seinen Helfern die marode Kapelle abgerissen und einen neue bei der Moosener Schule errichtet hatte. Auch hier seien die Vandalen schon mal unterwegs gewesen und hätten die Bepflanzung ausgerissen, erzählt er.

Dass das Marterl „einer im Suff nur mit dem Fuß umgetreten haben könnte“, scheint Fellermayer sehr unwahrscheinlich. „Hier müssen schon andere Kräfte gewütet haben“, meint er. Das ganze Areal habe er abgesucht, aber bis auf ein paar Teile, habe er nichts mehr gefunden. Wer die Christusfigur gesehen oder gefunden hat, soll sich bei ihm melden. Ob das Marterl jemals wieder in seinen alten Zustand hergerichtet werden kann, scheint mehr als unsicher.

Vergangene Woche waren die Vandalen schon wieder in Moosen unterwegs. Hilde Sterr hat die Verwüstungen in der Früh vor dem Friedhof entdeckt. Der dortige Mülleimer war ausgeschüttet worden, die ausrangierten Grabkerzen aus dem Container geholt und am Boden zertreten, so dass überall Wachsreste klebten. Auch der Briefkasten, der auf der Südseite der St. Stephanuskirche bei der Anschlagtafel befestigt war, war herausgerissen worden und in den Container 20 Zentimeter tief in die Erde zwischen dem Abfall gestopft worden.

Sterr und Kirchenpfleger Walter Huber hätten den „größten Saustall“ noch schnell entfernt, bevor die Trauernden eines Begräbnisses bei der Kirche eintrafen. „Es muss in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag passiert sei“, mutmaßt die Moosenerin. Auch das Fußballtor am Kinderspielplatz vor der Schule ist kaputt gemacht worden, was sie ebenso ärgert. Birgit Lang

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