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Eine von 600: An der B 388 bei Altenerding hat Toll Collect eine Säule zur Lkw-Maut-Erfassung aufgestellt. Raser werden von dem System definitiv nicht erfasst.

Mautpflicht auf Bundesstrassen ab 1. Juli

Diese Blitzer interessieren nur Trucker

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Die Lastwagen-Maut gilt ab 1. Juli dieses Jahres nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf allen Bundesstraßen. Dafür werden im Landkreis zwei Erfassungs-Säulen aufgestellt.

Erding/Taufkirchen - Wer auf der B 388 auf Höhe Altenerding unterwegs ist, wird in diesen Tagen vielleicht schon mal instinktiv auf die Bremse getreten haben. Denn dort steht neuerdings eine etwa vier Meter hohe blaue Säule mit mehreren Öffnungen für Kameras.

Doch es handelt sich keineswegs um einen Starenkasten, mit dem die Polizei Jagd auf Raser macht. Die Stele gehört Toll Collect, das in Deutschland für die Lkw-Maut zuständig ist. Bislang wurde die für alle Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht fällig, die auf Autobahnen unterwegs sind.

Doch das ändert sich. Der Bundestag hat beschlossen, die streckenbezogene Brummi-Abgabe auf sämtliche Bundesstraßen auszudehnen. Dazu werden 600 Kontrollsäulen aufgestellt. Zwei davon sind im Landkreis, beide an der B 388 – in Altenerding und in der Gemeinde Taufkirchen im Bereich Jettenstetten. An der B 15 ist laut Toll Collect keine Erfassung geplant.

In diesem Zuge, so das Konsortium, werde von einer dezentralen auf eine zentrale Erhebung umgestellt. Bisher senden die Geräte an Bord der Lastwagen über Mobilfunk die errechneten Beträge an ein Rechenzentrum. Künftig übermitteln die Geräte lediglich die Fahr- und Positionsdaten sowie die Merkmale des Fahrzeugs an die Zentrale. Dort werden dann die befahrenen mautpflichtigen Straßenstücke erfasst und berechnet. Von dieser Maßnahme betroffen sind bundesweit rund 35 000 Unternehmen mit etwa 140 000 Fahrzeugen.

Erfassung und Kontrollen erfolgen nach dem 1. Juli aber nicht nur über die Säulen und Brücken über den Autobahnen, sondern nach wie vor auch durch Personal des Bundesamts für den Güterverkehr (BAG).

Mautpflichtig sind ab Juli Autobahnen und Bundesstraßen, nicht aber Staats- und Kreisstraßen. Deswegen befürchten viele Gemeinden Ausweichverkehr. Für zahlungsunwillige Trucker könnten im Landkreis die Flughafentangente zwischen A 92 und A 94 sowie die Staatsstraße 2084 Erding–Dorfen als Parallele zur B 388 attraktiv sein. Auch die geplante Erdinger Nordumfahrung (ED 99) droht als Ausweichroute missbraucht zu werden. Die FTO wird schon heute von vielen Lkw befahren. Eine Bundesstraße ist nicht in der Nähe.

Was die St. 2084 betrifft, glaubt man bei Toll Collect nicht an stark veränderte Verkehrsflüsse. „Wir haben andere Erkenntnisse“, sagt Pressesprecherin Claudia Steen. Bereits seit 2012 seien 1100 Kilometer Bundesstraßen mautpflichtig. „Die Erfahrungen zeigen, dass es dort kaum signifikante Verlagerungen des Verkehrs gegeben hat.“ Denn die Fahrer stünden in der Regel unter hohem Zeitdruck. Kilometerlange Umwege könnten sie sich gar nicht leisten. Die Maut werde, so Steen, an den Kunden weitergegeben. Bei überflüssig verfahrenem Diesel sei das nicht so leicht möglich.

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