Bewahrer von Geschichten und Geschichte: Tobias Karbaumer (sitzend) mit Hermann Hoffman und Konrad Karbaumer (l.). Foto; Birgit Lang
+
Bewahrer von Geschichten und Geschichte: Tobias Karbaumer (sitzend) mit Hermann Hoffman und Konrad Karbaumer (l.).

Eröffnung

Mini-Kino, historische Ski, besondere Bierkrüge im Gemeindearchiv Taufkirchen

Wegen Corona musste die Eröffnung des Taufkirchener Gemeindearchivs verschoben werden. Jetzt können die Heimathistoriker umso mehr Exponate zeigen. Der Besuch ist nur nach Anmeldung möglich.

Taufkirchen – Postkutschen gibt es nicht nur im Wilden Westen, auch in Taufkirchen waren sie von 1843 bis 1956 unterwegs. Und lange vor dem E-Bike-Boom gab es hier schon den Radfahrverein Babing. Davon erzählen zwei der vielen neuen Exponate des heimatkundlichen Gemeindearchivs, die in der Ausstellung ab Freitag, 24. September, zu bestaunen sind. Die offizielle Eröffnung mit geladenen Gästen ist eine Woche vorher.

Eigentlich hätte das Archiv schon 2020 eröffnet werden sollen. Aber die Pandemie verhinderte dies. Archivleiter Tobias Karbaumer und sein Team – Vater Konrad und dessen Freund Hermann Hoffmann – waren seither freilich nicht untätig. So hat der ehemalige Verwaltungsleiter Konrad Karbaumer in jedem zweiten „Kompass“, dem örtlichen Gemeindeblatt, Berichte über historische Themen wie das Kriegsende, frühere Winter, die örtlichen Kinos oder die einmalige Rokokokirche in Hörgersdorf veröffentlicht. Zudem wurden die Digitalisierung vorangetrieben und die Ausstellung ausgebaut.

Ein Mini-Kino wurde eingerichtet, in dem 75 Filme unter anderem von Andreas Unterreitmeier, Hubert Kemper und Heinz Lang gezeigt werden. Dafür wurden VHS-Kassetten digitalisiert.

An die frühere Skiproduktion in der Gemeinde erinnert je ein Paar Ski von den Fabriken Schatz in Granting und Holzner in Moosen. Weitere Spenden sind ein gusseisernes Bügeleisen aus dem Jahr 1801, eine alte Säge, ein Rechen, eine Nähmaschine, ein Schlitten, ein Möbelkatalog von Himolla aus dem Jahr 1954, der wie ein Fotoalbum aussieht, und eine alte Schulbank, auf der Monika Schusters Großvater seinen Namen eingeritzt hatte, und die er beim Verkauf der alten Schule in Gebensbach rettete.

Zwei Unikate hat Ex-Gemeinderat Otmar Zeilbeck dem Archiv vermacht: sein Gesellenstück, einen Voltmeter und einen Bierkrug. Dieser erinnert an die Gründung des besagten Radfahrervereins Babing bei Dorfen (am 27. Mai 1906) und mit einem Schriftzug an Simon Ostermaier aus Frauenvils.

Das Besondere am Krug erkannte Hoffmanns Bruder Bernhard: das Durchscheinbild, eine sogenannte Litophanie. Wenn man den leeren Krug gegen das Licht hält, erscheint ein leuchtendes Bodenbild im Krugboden.

Bürgermeister Stefan Haberl freut sich über das Engagement des Archivteams, das sich auch am Ferienprogramm beteiligt und das Archiv nochmals weiterentwickelt habe. Er hofft auf viele Besucher und künftige Besichtigungen, die vereinbart werden könnten.

Öffnungszeiten

sind am Freitag, 24. September, von 15.30 bis 17 Uhr, sowie an den Sonntagen, 3., 10., 17. und 24. Oktober, 13.30 bis 15 Uhr und 15.30 bis 17 Uhr. Der Besuch ist nur nach Anmeldung möglich. Es darf sich nur eine begrenzte Anzahl an Personen in den Räumen aufhalten. Kontakt: Tel. (0 80 84) 37 28 und E-Mail an
gemeindearchiv@tfk-aussenstelle.de.

BIRGIT LANG

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare