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Im Umbruch: Nach dem Rücktritt von Josef Aigner (l.) übernehmen nun Ina Hallermann und Josef Elas das Ruder im KAB-Kreisverband.

Katholische Arbeitnehmerbewegung

Mit Doppelspitze in ruhigeres Fahrwasser

Der Diözesansekretär entlassen, der Vorsitzende zurückgetreten. Zuletzt ging es hoch her bei der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). Mit einer neuen Führung soll es wieder in ruhigeres Fahrwasser gehen – aber man will weiter kritisch bleiben.

Taufkirchen Das „B“ für „Bewegung“ im Namen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung stand im Mittelpunkt der Frühjahrsversammlung des KAB-Kreisverbands im Pfarrsaal Taufkirchen. Dafür engagieren sich künftig Ina Hallermann und Josef Elas, die kommissarisch, gleichberechtigt und ehrenamtlich das Amt des Kreisvorsitzenden bis zur Herbstplanungskonferenz im Oktober übernehmen.

Der Wahl vorangegangen war der Rücktritt des bisherigen Vorsitzenden Josef Aigner, der sich so mit dem entlassenen Diözesansekretär Rainer Forster solidarisch erklärte. Forster war mehrfach vorgeworfen worden, rechte und verschwörungstheoretische Gesinnungen in seinen KAB-Veranstaltungen eine Plattform geboten zu haben (wir berichteten). Im März reagierte der Diözesanverband auf die umstrittenen Anschuldigungen mit dem Rauswurf. Derzeit wird die Auseinandersetzung vor Gericht ausgetragen.

Hallermann und Elas sind beide erst seit Kurzem bei der KAB und daher in diesem Konflikt noch unbelastet. Dies werden sie nutzen, meinte Elas, um im „friedlichen Dialog“ einen neuen Kontakt zur Diözesanführung aufzubauen. Zunächst wollen sich die beiden Vorsitzenden in ihren Absichten und Vorhaben abstimmen, um auf Kreisebene neue Bewegung in den Verband zu bringen.

Zur Wahl waren trotz der brisanten Vorgeschichte gerade einmal zwölf Mitglieder erschienen. Sonderschullehrerin Ina Hallermann aus Maria Thalheim sei durch Forsters Veranstaltungen auf die KAB aufmerksam geworden und engagiere sich seit Längerem in kirchlichen Belangen, erzählte sie. Derzeit arbeitet sie selbstständig mit Legasthenikern und gibt Deutschkurse für Asylbewerber. Ihr Motto „Keine Angst haben vor der Wahrheit“ sieht sie als christliche Losung und beruft sich auf das Bibelzitat „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Ein wichtiges Ansinnen ist ihr die Auseinandersetzung mit der Taktiken der Pharmaindustrie.

Josef Elas aus Hofkirchen hat Landwirtschaft studiert und war Vorstandsmitglied bei mehreren Banken. Schon dabei galt sein Engagement dem „kleinen Mann“. Seit seiner Pensionierung setzt er sich für mittlerweile 700 Kleinbauern in Afrika ein, indem er ökologisches Saatgut verkauft, dessen Ernte im Land bleibt. Damit agiere er gegen amerikanische Konzerne, die die Bauern in Abhängigkeit treiben, erklärte er. Zu den Themen Entwicklungshilfe und Flüchtlingspolitik habe er schon mehrere Demonstrationen organisiert, sieht sich parteipolitisch aber neutral. Wichtig ist Elas, „in irgendeiner Form mit Rainer Forster weiterzuarbeiten“.

Im Anschluss an die Wahl zeigten sich die KABler als (selbst)kritische Bewegung. Zum wiederholten Male diskutierten sie die Einladung des bayerischen AfD-Vorsitzenden Petr Bystron zu einer KAB-Veranstaltung, die wesentlichen Einfluss auf die Kündigung Forsters hatte. Die im Raum stehende Frage „Hätten wir das wirklich machen sollen?“, entschied Elas für sich mit der Aussage: „Es ist Aufgabe der KAB, sich damit zu befassen, wie und warum eine solche Partei entsteht.“ Vom Kreisverband ist in Zukunft also alles andere als Stillstand zu erwarten.

Fabian Holzner

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