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Abwanderungen von Parteimitgliedern Richtung AfD findet Taufkirchens CSU-Ortsvorsitzender Christoph Puschmann (stehend) bedenklich.

CSU Taufkirchen

Mitgliederaustritte aus Verärgerung über die Parteispitze

Die Taufkirchener CSU hat mehrere Austritte verzeichnet. Vor allem der Kurs von Parteichef Horst Seehofer ist ein Grund dafür.

Von Hermann Weingartner

Hofkirchen – Vor der Landtagswahl im Herbst bemüht sich die CSU im Kampf um die konservative Wählerschaft, besonders die Wählerabwanderung Richtung der rechtspopulistischen AfD (Alternative für Deutschland) zu stoppen. Auch der CSU-Ostverband Taufkirchen ist davon offenbar betroffen.

Das war jedenfalls beim Arbeitsbericht des Ortsvorsitzenden Christoph Puschmann in der Jahreshauptversammlung im Hofkirchener Bürgerhauses zu hören. Aktuell habe die Taufkirchener CSU 166 Mitglieder, berichtete Puschmann, wobei man heuer schon zwei Todesfälle langjähriger Parteifreunde zu bedauern habe. Vergangenes Jahr gab es sieben Austritte, eine Streichung und drei Neumitglieder. Für die Abgänge habe es „verschiedene“ Gründe gegeben, berichtete der Ortsvorsitzende. Beweggründe seien unter anderem die Politik Seehofers gewesen, der Umgang von CSU-Bundesagrarminister Christian Schmidt mit Glyphosat und auf kommunaler Ebene Projektentscheidungen zum kommunalen Wohnungsbau in Taufkirchen. Puschmann merkte weiter zu den Austritten an: „Das tut dann schon weh, wenn man in der Diskussion merkt, da geht jetzt ein Hang zur AfD hin“. Das sei „sehr bedenklich und das bei einigen, wo man’s sich nicht gedacht hätte“.

Es gebe aber auch Anlass zur Hoffnung. Puschmann nannte dazu im Ausblick ein neues Konzept, das Albert Kolbinger erarbeitet habe. Dabei gehe es grundsätzlich um das Gewinnen von jungen Leuten für die CSU, aber generell auch darum die Leute wieder an die Lokalpolitik heranzuführen und dafür zu begeistern. Dazu sei man Volkspartei. Die Mitglieder im Ortsverband haben derzeit ein Durchschnittsalter von 61 Jahren.

Nur kurz streifte Puschmann die Lokalpolitik. Die Fraktion im Gemeinderat mit Bürgermeister Franz Hofstetter an der Spitze habe „sich durchaus für Taufkirchen und die Gemeinde eingesetzt“. Die CSU mache „vernünftige Sachpolitik und das soll auch so bleiben“. Auf kommunaler Ebene wolle man schauen mit dem Gemeindeentwicklungskonzept und dem neuen Vernetzungsplan voranzuschreiten, was Risiken und enorme Chancen biete. Risiken, weil man „mit gewissem Zuzug rechnen muss, der auch im Einklang mit der Bevölkerung passieren muss, die vor Ort schon viele Jahr beheimatet ist“. Diesen Spagat zu führen sei „nicht einfach“, aber zu schaffen. Für den Wahlkampf heuer sei CSU „gut aufgestellt“, glaubt Puschmann. Bürgermeister Hofstetter etwa werde wieder als Direktkandidaten für den Bezirkstag kandidieren. Im Wahlkreis werde man mit den eigenen Kandidaten „gute Wahlergebnisse“ erzielen, ist der Vorsitzende überzeugt.

Kassierer Stefan Haberl konnte positive Zahlen bekannt geben. Das Konto ist für den Wahlkampf gut gefüllt. Dem Plus von 2016 mit 1484 Euro folgte 2017 ein Überschuss von 2360 Euro bei einem Kassenbestand von 5876 Euro. Das Plus ergibt sich aus 14 492 Euro Einnahmen und 12 131 Euro Ausgaben. 

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