Die Entkernung der Klassentrakte A und B sowie der Dreifachturnhalle läuft.
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Die Entkernung der Klassentrakte A und B sowie der Dreifachturnhalle läuft.

Entkernung hat begonnen

Eine Schule in Trümmern

Da bleibt fast kein Stein mehr auf dem anderen.

Taufkirchen – An der Mittelschule Taufkirchen starten im September die Abrissarbeiten der Klassentrakte A und B sowie der Dreifachturnhalle mit schwerem Gerät. In der Zwischenzeit ist vieles zu erledigen. Vorbereitungs- und Entkernungsarbeiten sind im vollen Gange. Laut Bürgermeister Stefan Haberl wird der Abriss inklusive Entsorgung rund 1,3 Millionen Euro kosten.

Das Gelände wurde mit einem rund zwei Meter hohen Bauzaun aus Holz und Stahltrapezprofilen gesichert. Anschließend wurden Strom-, Telekommunikations-, Wasser-, Gas- und Fernwärmeleitungen gekappt und zurückgebaut. Die Verwaltung der Mittelschule ist vorübergehend in den bleibenden C-Bau gezogen. Und die Gemeindewerke Taufkirchen haben ihre Spitzenlastanlage der Fernwärmeversorgung vom Keller des A-Baus in das Gewerbegebiet Roßmais gebracht. Ebenso müssen vor dem Abbruch Brandmeldezentrale und Medientechnik mit Server in den bestehenbleibenden Klassentrakt umziehen. Der Rest wird von der Abbruchfirma Ottl aus Alling entkernt.

Deren Bauarbeiter haben die Baustelle am 20. Juli offiziell übernommen. Der Abbruch mit schwerem Gerät wird voraussichtlich im September beginnen. Abrissbirne gibt es allerdings nicht mehr, sagt Polier Martin Sachskorn. „Wir machen Entkernung, Schadstoffsanierung, und wenn wir hier fertig sind, machen wir den kompletten maschinellen Rückbau.“ Das ausgebaute Material werde getrennt zwischengelagert und gehe komplett in das Eigentum des Abbruchunternehmers über, ergänzt Haberl. Verwertbare Materialien werden recycelt, der Rest entsorgt. Nur der Betonabbruch „wird an Ort und Stelle zerkleinert, ortsnah zwischengelagert und zum Verfüllen der Baugrube wiederverwendet“.

Außerdem wird eine Zufahrt von Norden her geschaffen. Fußgänger und Radler können statt des mittlerweile gesperrten Pfarrwegs eine neu hergestellte Baustraße westlich des Bürgersaals nutzen. Ferner wird ein Baulager für die tätigen Firmen aufgebaut. Dieses befindet sich überwiegend südlich und östlich der Abrissbaustelle und wird in das umzäunte Baugelände integriert.

Bereits in der letzten Schulwoche wurden 59 Container dreigeschossig übereinander im Pausenhof südlich des C-Baus aufgestellt und mit diesem auch verbunden. So entstand ein großer, rechteckiger Baukörper in Modulbauweise mit etwa 33 auf neun Metern Außenabmessungen und einer Gesamthöhe von neun Metern. In den Containern sollen ab September geschätzte 385 Schüler in acht vorübergehenden Klassenzimmern unterrichtet werden, die aus jeweils drei Containern bestehen. Auch ein Lehrerzimmer, ein Technikraum und sechs Büros werden hier untergebracht.

Den Auftrag erhielt die Firma Adapteo aus Frankfurt. „Die Interimspavillons werden weitgehend mit dem vorhandenen Mobiliar und mit den bestehenden Whiteboards, aber auch mit der heute notwendigen Medientechnik ausgestattet“, erklärt der Bürgermeister.

Die geplante Nutzungsdauer ist von September 2020 bis Juli 2023. Die Kosten belaufen sich dafür auf rund eine Millionen Euro über den gesamten Zeitraum. „Die Modulanlage ist von der Gemeinde gemietet worden und wird nach Ablauf der Mietzeit, einschließlich Fundamenten und Leitungen sofort demontiert und vom Baugelände entfernt.“

Mobiliar und Inventar der alten Schulgebäude und der über 40 Jahre alten Dreifachturnhalle wurden schon einige Zeit vorher ausgeräumt. Soweit noch verwendbar, wird es für die Ersatzräume in den Interimspavillons verwendet, der Rest des noch brauchbaren Mobiliars wird in der ehemaligen Neuberhalle an der Reckenbacher Straße zwischengelagert. Abgenutztes, nicht mehr Wiederverwendbares wurde ausgesondert und entsorgt, erklärt Haberl. Ein Teil des Inventars wurde erstmals auch online über Ebay-Kleinanzeigen verkauft. „Das ging reibungslos über die Bühne. Dabei wurden 784,50 Euro eingenommen.“

Der neue Gebäudetrakt, der bis Juli 2023 entstehen soll, wird dann sogar fünf Ebenen haben. Die neue Turnhalle wird um 90 Grad gedreht. Viele Vereine werden sie nutzen, auch für Turniere. Zehn Veranstaltungen finden hier pro Jahr statt, so Haberl. Künftig können dort auch die Abschlussfeiern der Schüler über die Bühne gehen, und die Jugendlichen bräuchten dafür nicht mehr auszuweichen.

Birgit Lang

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