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Vermindert schuldfähig? Der Iraker (25) mit seinen Anwälten vor Gericht.

Landgericht Landshut 

Steinewerfer: Mordversuch im Wahn

Taufkirchen/Landshut –Aus Hass auf Deutschland hat ein psychisch kranker Iraker (25) Steine gegen Autos geschleudert. Seit gestern steht der abgelehnte Asylbewerber vor Gericht – wegen versuchten Mordes.

War es Hass auf Deutschland und alle Deutschen oder der ebenso verzweifelte wie gefährliche Versuch, als „psychisch Kranker“ endlich den Flüchtlingsstatus zu bekommen, um im Land bleiben zu können? Die Staatsanwaltschaft geht jedenfalls von niedrigen Beweggründen aus und wirft dem 25-jährigen Iraker vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Landshut versuchten Mord in zwei Fällen vor.

Der 25-jährige warf, wie berichtet, am 29. Dezember 2015 in Taufkirchen vom Gehweg aus Steine auf Autos. Einen Lieferwagen traf er an der Scheibe. Zum Glück passierte nichts Schlimmeres. In der Vernehmung gab der Migrant das Motiv Hass zu. Er wollte erreichen, für psychisch krank erklärt zu werden und deshalb in Deutschland bleiben zu können.

Zum Prozessauftakt stellten seine Verteidiger fest, dass der 25-Jährige seit Jahren an einer paranoiden Schizophrenie leide und deshalb diverse Male in psychiatrischen Krankenhäusern untergebracht gewesen sei. Die Steine habe er an besagtem Tag während eines „psychischen Schubes“ geworfen. Er habe nie beabsichtigt, Personen zu schaden und sei froh, dass niemand verletzt worden sei.

Die Geschädigten waren nicht zum Prozess geladen, dafür einige andere Verkehrsteilnehmer, die zur Tatzeit auf der Landshuter Straße unterwegs waren. Ein 46-jähriger Diplom-Ingenieur, der direkt hinter dem Kombi fuhr, berichtete, dass der 25-Jährige die Steine „mit voller Wucht, wie ein Handballer“ geworfen habe.

Eine 52-jährige Landwirtin aus Velden erklärte, sie habe den Stein in der Hand des 25-Jährigen gesehen und dann einen „ohrenbetäubenden Lärm“ gehört. Der Asylbewerber habe noch weitere Steine geworfen, sei dann aber zunächst „seelenruhig“ vor Ort geblieben und später in die Raiffeisenbank gegangen. „Ich hatte schon Angst, er überfällt jetzt auch noch die Bank“, so die Zeugin.

Ein 19-Jähriger, der damals auch in der Bank war, sagte aus, der Iraker habe ihn gefragt, ob die Polizei schon verständigt sei. Er warte.

Im Rahmen der Ermittlungen sprach der Iraker nicht nur von Hass und seinem Willen, hierzubleiben. Ein Kripobeamter sagte aus, der 25-Jährige habe sich zudem beklagt, dass andere Asylbewerber ihre Anerkennung erhalten hätten, nur er nicht. Die Möglichkeit, mit den Steinen Unbeteiligte schwer zu verletzen oder gar zu töten, habe er bestätigt. Auch von Absicht habe er gesprochen.

Die Verteidiger wandten sich – vergeblich – gegen die Verwertung dieser Aussagen. Sie argumentierten unter anderem damit, dass der Angeklagte damals aufgrund seiner psychischen Erkrankung nicht vernehmungsfähig gewesen sei. In der Tat hielt sich der Angeklagte seit Mitte 2014 fünf Mal im Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen auf. Eine Ärztin berichtete, der Patient habe immer wieder die Medikamente abgesetzt. Kurz vor der Tat soll er einen Schub gehabt haben.

Die für den Prozess engagierte psychiatrische Sachverständige Dr. Antonia Eben vom Klinikum Wasserburg sah bei dem Iraker „keine Einschränkung der Einsichtsfähigkeit“. Allerdings liege bei ihm eine leichte psychotische Grundstörung vor, so dass eine verminderte Steuerungsfähigkeit und damit eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen sei.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Dann sind auch die Plädoyers und das Urteil geplant.

Walter Schöttl

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