Stolz auf das Erfolgsmodell (v. l.): Schwimmmeister Ralf Alscher, Waldbadreferent Alois Maier, Prokurist Andreas Huber, Waldbadbetriebsleiter Gerhard Patermann, Bürgermeister Franz Hofstetter, Geschäftsführer Christopher Ruthner, Prokurist Markus Sepp und Gemeindewerke-Mitarbeiterin Marianne Gill. Foto: Weingartner

Gemeindewerke Taufkirchen

Gas als drittes Standbein

Die Gemeindewerke Taufkirchen sind immer noch ein Startup-Unternehmen, das seit Gründung 2010 beim Strom und Fernwärme stetig wächst. Jetzt ist der Energieversorger ins Gasgeschäft eingestiegen.

Taufkirchen – Die Gemeindewerke Taufkirchen wurden vor fünf Jahren gegründet. Als Kooperation zwischen der Gemeinde und den Stadtwerken ist das Unternehmen als Energieversorger im Bereich Strom- und Fernwärmevertrieb sehr gut unterwegs. Jetzt wurde mit der Gasversorgung ein drittes Geschäftsfeld eröffnet. Die ersten 50 Neukunden erhalten als Bonus eine Saisonkarte fürs Waldbad geschenkt.

Hauptgesellschafter der Gemeindewerke Taufkirchen ist mit 51 Prozent die Kommune selbst, 49 Prozent werden von den Stadtwerken Erding gehalten, erklärte Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Franz Hofstetter bei einem Pressegespräch im Waldbad. Mit den Stadtwerken habe man sich die fachliche Kompetenz ins Unternehmen dazu geholt, die über Erfahrungen im Stromgeschäft auch bei der Fernwärme verfügt.

Geschäftsführer der Stadtwerke Erding und Gemeindewerke ist Christopher Ruthner. Er erklärte: „Bereits vor einiger Zeit haben wir beschlossen, uns breiter aufzustellen und zur Fernwärme und Stromvertrieb jetzt auch den Gas-Vertrieb dazu zunehmen.“ Es werden drei Verbrauchergruppen angeboten: Single, Familie und Gewerbe. Für Familien ist der Gas-Tarif (brutto) bis 70 000 kWh/Jahr Verbrauch 171,36 Euro (5,12 Cent/kWh), Single brutto 5,37 Cent/kWh (bis 20 000 kWh/Jahr), Gewerbe (ab 70 000 KWh/Jahr) 5,05 Cent/kWh.

Die Fernwärmeversorgung ist in Taufkirchen ein Musterbeispiel, „wie sich Fachleute das vorstellen“, schwärmte Hofstetter vom Geschäftszweig der Gemeindewerke. Die Fernwärme wird aus der Abwärme eines Biogasbetriebs und einem mit Bioerdgas betriebenen Blockheizkraftwerk am Ortsrand Taufkirchens gespeist und von da aus verteilt. Der Primärenergiefaktor sei fast Null und damit „ideal“, weiß Hofstetter.

Ruthner führte dazu weiter aus, dass man praktisch den „Abfall Wärme“ der Biogasanlagen nutze und „günstig“ beziehen könne, der sonst in die Umwelt geleitet würde. Das sei für „alle gut“, für die Anlagenbetreiber, die zusätzlich Geld bekommen, die Gemeindewerke und die Kunden, die eine höchst umweltfreundliche Wärmeenergie geliefert bekommen. Und Ruthner kündigte sinkende Preise bei der Fernwärme rückwirkend zum Jahresbeginn an. Der Durchschnittsverbraucher spare so rund sieben Prozent.

Die Fernwärme habe „große Vorteile“, erklärte Prokurist Andreas Huber, der operativ hauptsächlich in Taufkirchen arbeitet. Die Kunden erhielten ausgesprochen klimafreundliche Wärme, die ohne Wartung auskomme, anders als bei Gas- oder Ölheizungen. Von den 2015 gelieferten rund 5,6 Millionen kWh Wärmeenergie seien rund 97,5 Prozent aus regenerativen Quellen und nur 2,5 Prozent fossilen Ursprungs – zur Spitzenlastdeckung an den kältesten Tagen. Und eine absolute „Win-Win-Situation“ sei, dass die Waldbad-Becken mit Fernwärme beheizt werden, wenn im Sommer die Haushalte fast keine Wärme abnehmen. Das sei „extrem ökologisch“. Aktuell seien 99 Kunden am 7,2 Kilometer langen Fernwärmenetz angeschlossen.

Beim Stromvertrieb will man „größter Versorger“ in Taufkirchen werden, strebt der Geschäftsführer an. In fünf Jahren sei man „gut gewachsen“ und habe bereits rund ein Drittel (1440) der Stromkunden.

Hermann Weingartner

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