Der verdächtige Kokon an den Bananen: Von hier könnten hochgiftige brasilianische Wanderspinnen geschlüpft sein. Das bestätigte ein Experte vom Tropeninstitut in München. 

Schockierendes Erlebnis

Nach Aldi-Einkauf: Familie flüchtet sofort bei Anblick dieser Banane

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Los ging es mit dem Kauf von Bananen und einem Foto von einem Kokon. Ein Experte brachte dieses Gebilde mit brasilianischen Wanderspinnen in Verbindung. Also verließen Stefan Loidl und seine Lebensgefährtin samt dem zehn Monate alten Sohn sofort die Wohnung. Das war vor vier Wochen.

Taufkirchen– Nichts wie raus. Die Mama packt ihren zehnmonatigen Sohn und flüchtet aus der Wohnung. Die 30-Jährige nimmt nichts mit, nicht einmal die Wickeltasche. Zu groß ist ihre Angst, die lauernde Gefahr mit sich zu führen: brasilianische Wanderspinnen, die mit Bananen aus dem Supermarkt in die Wohnung gekommen sein könnten. Aggressive und tödlich giftige Tiere. Die Mutter hatte Anzeichen auf die Spinnen entdeckt. Die Flucht ist nun vier Wochen her. Seitdem lebt die junge Familie im Jugendzimmer von Noahs Papa, Stefan Loidl, in Niederneuching. Auch die zwei Hunde Lanja und Lino fanden Unterschlupf im Haus der Großeltern Lukas und Karoline Loidl.

Mittlerweile hat ein Schädlingsbekämpfer in der Wohnung in Taufkirchen Fallen aufgestellt. Nach einer ersten Überprüfung werden mit dem Experten weitere Schritte besprochen. Bis zu diesem Hoffnung machenden Zwischenergebnis hat es aber gedauert. Anfangs verhandelte Stefan Loidl mit Aldi Süd über die Kostenübernahme für einen Kammerjäger. Denn mit einem Einkauf bei der Filiale in Aufhausen war die Misere losgegangen.

Kammerjäger kostet 4000 Euro

Der Konzern betont, dass die Verantwortlichen der zuständigen Regionalgesellschaft Geisenfeld umgehend eine mündliche Zusage zur Kostenübernahme für einen Kammerjäger erteilt hätten. Auf die schriftliche Bestätigung musste Loidl aber zwei Wochen warten. „Das kann 3000 bis 4000 Euro kosten“, erzählt der gelernte Fluggerätemechaniker, „das Geld habe ich einfach nicht“.

Bei dem verhängnisvollen Einkauf waren unter anderem Bio-Bananen aus Peru dabei, eingeschweißt in Plastik. Daheim landeten die Bananen zunächst im Obstkorb. Ein paar Tage später entdeckte sie etwas Merkwürdiges: ein Gespinst an den Bananen. Aus Spaß fotografierte sie es und schickte das Bild ihrem Freund aufs Handy. „Ich hab ein bisschen Ekel vor Spinnen“, erzählt der 31-Jährige. „Sie hat geschrieben: ,Heute kommst du besser nicht nach Hause.‘“ Doch dann fingen beide zu überlegen an. Welche Spinne hat da Spuren hinterlassen?

Super ernährt mit Superfoods? - Heimische Alternativen

Also ging das Foto per Mail auch an einen Experten am Tropeninstitut in München. „Der war sich relativ sicher, dass das der Kokon einer brasilianischen Wanderspinne ist“, berichtet Loidl. Daraus könnten gerade viele Babyspinnen geschlüpft sein, und man wisse auch nicht, ob auch ein ausgewachsenes Tier dabei ist. Diese Auskunft alarmierte die junge Familie, und die Flucht begann.

Risiko nicht ausgeschlossen

„Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Spinnen in Deutschland geschlüpft sind, relativ gering“, sagt Loidl. Riskieren wollte die junge Familie aber nichts. Am Tag nach dem gruseligen Fund konfrontierte Loidl die Aldi-Filialleiterin mit dem Foto. Darauf folgten Telefonate und E-Mails, in denen Loidl erfuhr, dass Aldi zwar die Spinnenjagd zahlen würde. Er müsse aber den Auftrag geben. „Ich habe nichts Schriftliches bekommen“, berichtet der 31-Jährige von der anfänglichen Unsicherheit.

Die mittlerweile vier Wochen in dem 15 Quadratmeter großen Kinderzimmer ist für alle Beteiligten eine Belastung. Um Kleider und Windeln zu holen, traute sich Loidl mit seiner Mutter noch einmal in die Taufkirchener Wohnung. „Wir haben jedes Teil einzeln abgesaugt und die Kleider in Säcken rausgestellt“, berichtet er. Die folgende kalte Nacht hätten die tropischen Spinnen nicht überlebt. „Es war der Horror“, erinnert sich Loidl schaudernd.

Aldi bedauere den Vorfall sehr, erklärt eine Pressesprecherin auf Nachfrage. Das Auffinden gefährlicher Spinnen oder Insekten in angebotenem Obst sei aber aufgrund der Gegebenheiten der Lieferkette nahezu ausgeschlossen, schreibt Aldi Süd. Sollte es in Ausnahmefällen doch einmal zu Verdachtsmomenten kommen, nehme das Unternehmen diese sehr ernst.

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