Bernock-Areal Taufkirchen

Neubaugebiet birgt reichlich Zündstoff

Äußerst hitzig könnte es heute Abend vor der Sitzung des Taufkirchener Bauausschusses zugehen, denn um 17.30 Uhr ist ein Ortstermin anberaumt.

Taufkirchen – Ein Lattengerüst soll auf dem über 6000 Quadratmeter großem Bernock-Grundstück an der Rosenstraße in der Attinger Siedlung aufgebaut werden, um den Nachbarn zu veranschaulichen, wie groß der geplante Baukörper der Wohnwerk Bayern GmbH ist. Damit sollen den Anliegern ihre Bedenken genommen werden.

Stefan Kräutler ist Sohn eines dieser Anlieger, hier aufgewachsen und selbst Inhaber eines Baugeschäfts. Er sieht die Planungen und die Vorgehensweise der Gemeinde äußerst kritisch. Drei Entwürfe hätten die Planer mittlerweile angefertigt, hieß es in der vergangenen Sitzung des Bauausschusses. Dabei seien die Planer wegen der Einwände der Nachbarn von der Größe immer weiter zurückgegangen, war zu vernehmen. „Aber es ist noch alles das Maximum. Von der Größe sind sie nicht runtergegangen“, erklärt Kräutler und fügt an: Wenn ein Bauträger ein Grundstück erwerbe, wisse er, was dort an Bebauung genehmigt sei. Und für dieses Grundstück gebe es schon seit vielen Jahren einen Bebauungsplan, bei dem sieben Einfamilienhäuser in lockerer Bebauung vorgesehen waren.

Die „Familie Bernock hat versucht, intensiver zu bebauen“, erzählt Kräutler. Bis dato habe es immer geheißen, eine dichtere Bebauung sei hier nicht erwünscht. Nun habe es ein Landshuter Bauträger erworben und auf einmal sei eine dichtere Bebauung möglich, wundert er sich. Dass die umliegende Nachbarschaft dadurch an Wohnqualität verliere und der Bauträger „wie eine Heuschrecke“ über das Grundstück herfalle und es dann wieder verlasse, sei nicht von Interesse.

Aktuell sei ein 100 Meter langer Block geplant, 14 Meter breit. Darin sollen rund 45 Wohnungen in drei Geschossen untergebracht werden, sagt Kräutler und befürchtet: „Das wird ein soziales Pulverfass. Das verträgt die Siedlung nicht. Das kann man in der Anonymität der Großstadt machen.“ Die angrenzenden Nachbarn seien allesamt alte Taufkirchener, deren Familien oft schon in der zweiten Generation in den Häusern lebe. Für Kräutler ist das geplante Vorhaben „eine Frechheit“ diesen Menschen gegenüber. Nie würde die Gemeinde auf die Idee kommen, einen solchen Riegel in ein neues Wohngebiet reinzuplanen, weil dann die umliegenden Parzellen nicht mehr zu verkaufen seien.

Ein weiteres Problem werde es mit den fehlenden Parkplätzen geben. Die geplante Tiefgarage unter dem Block sehe keine Stellplätze für die Besucher der Wohnungen vor. Zudem sei die Zufahrt über die Grundstücksmitte geplant, was für die Anlieger zusätzlichen Lärm bedeute. Der Bauunternehmer betont, Planungshoheit habe die Gemeinde und sollte diese nicht dem Bauträger überlassen.

Auf der gegenüberliegenden Seite sind weitere Bauvorhaben geplant. So sollen hier neben der Rettungswache drei Wohngruppen für die Barmherzigen Brüder in Algasing entstehen, die Gruppe Schleich & Haberl will ein betreutes Wohnen bauen, und ein Dorfener Bauträger weitere 25 Wohneinheiten schaffen. 

  Birgit Lang

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