Das ehemalige Areal des m+m-Möbelhauses wird umgestaltet. Hier sollen vor allem zentrumsnahe Wohnungen entstehen. Foto: Lang

An der Landshuter Strasse

Neuer Wohnraum im Herzen Taufkirchens

Taufkirchen - Das Areal des ehemaligen Möbelhauses m+m, in dem zuletzt die Vilsarcade untergebracht waren, wird umgestaltet. Auf dem Gebiet in der Taufkirchener Ortsmitte sollen vor allem Wohnungen entstehen.

Der erste Teilabschnitt für den Bebauungsplan Ortsmitte Landshuter Straße West ist schon rechtskräftig, der Bau der Sparkasse bereits voll im Gange. Nun hat der Taufkirchener Bauausschusses und der Gemeinderates über den zweiten Teilabschnitt beraten. Planer Eberhard von Angerer stellte dazu den aktuellen Planungsstand vor. Das Ganze baut auf den Wettbewerbsergebnissen von 2015 auf, sagte von Angerer. Es geht dabei um den Bereich nördlich des Stephansbrünnlbachs, südlich der Schulgasse, östlich des Pfarrweges und westlich der Landshuter Straße/B 15. Das gesamte Areal soll als Mischgebiet ausgewiesen werden. Dort sollen 44 Nutzungseinheiten, 43 für Wohnen, eine für Gewerbe, sowie 76 Stellplätze, davon 59 in der Tiefgarage und 17 oberirdisch entstehen.

Mitten im Ortszentrum vielen Menschen eine Wohnung zu bieten, mit kurzen Wegen zum Einkaufen, habe „hohe Qualität“, erklärte der Münchener Architekt. Lange sei vorab diskutiert worden, weil nicht klar gewesen sei, wer zum Zuge kommen und ob ein Teil der bestehenden Gebäude erhalten bleiben sollte. Es konnte aber jemand gefunden werden, der das städtebauliche Konzept übernehmen werde. Zu regeln seien des weiteren die Grunddienstbarkeiten gewesen, die auf den Grundstücken lagen. Das nun vorliegende Konzept sei mit den Anliegern weitestgehend abgestimmt.

In dem rund 4150 Quadratmeter großen Bereich sollen fünf Wohnhäuser um zwei Innenhöfe gruppiert werden, eine Art Vierseithof, wie es von Angerer bezeichnete. Die Wohnhäuser erhalten drei bis vier Vollgeschosse, je nach Höhenlage. Im hinteren Bereich werden Pultdächer realisiert, vorne an der Landshuter Straße, ein Satteldach, wie es dort typisch ist. Ziel und Wunsch sei es gewesen, den Pfarrweg als Fuß- und Radweg zu erhalten, dem werde Folge geleistet, so der Planer. Der Schulweg soll als verkehrsberuhigter Bereich gestaltet werden. Als schwierig habe sich die Erschließung der Tiefgarage von dort erwiesen. Deshalb werde sie direkt über die Landshuter Straße geschehen. Entlang dieser soll ein möglichst langes Gebäude gemeinsam von zwei Grundstückseigentümern errichtet werden,

Maximale Lärmabschirmung

um den Lärm für den hinteren Bereich so gering wie möglich zu halten. Das Gebäude erhalte drei Geschosse, das dritte sei das Dachgeschoss. Zudem sei ein aufgeständerter Garagenbau mit der Möglichkeit für eine Dachterrasse vorgesehen. Hier einige Stellplätze zu schaffen, sei ganz im Sinn der Eigentümer. Außerdem sei damit eine maximale Lärmabschirmung gesichert und der Immissionskonflikt gelöst, betonte Angerer.

Hinter diesem langen Baukörper soll ein kleiner, privater Grünbereich entstehen. Die Pfarrweg begleitende Bebauung werde maximal dreigeschossig mit aufgesetztem Terrassengeschoss. „Damit kann ein sehr interessantes und attraktives Wohngebiet entstehen“, meinte der Planer. Die Grüngestaltung trägt dazu ebenfalls bei. Sie sei auch für die Öffentlichkeit gedacht und ein weiterer Schwerpunkt des Planes.

Am Stephanbrünnlbachs könne nur teilweise ein Weg entlang führen, weil es dort an manchen Stellen zu eng sei. Dieser soll dann in einen öffentlichen Weg durch den Innenhof mit ausreichend Abstand zu den privaten Wohnbereichen weiterführen, also von Norden nach Süden, quasi parallel zum Pfarrweg, abseits der Bundesstraße. Trotz Tiefgarage könnten größere Bäume gepflanzt werden, erklärte von Angerer und betonte: „So kann eine hochwertige Grünstruktur entstehen“.

Martin Huber (Rep) fragte, wie es mit dem Immissionsschutz für die bestehende Metzgerei aussehe. Es dürfe nicht zu Problemen kommen, wie dies in Moosen der Fall gewesen sei. Huber befürchtet auch, dass bei der Tiefgarage

Angst vor Problemen mit Grundwasser

neben dem Bach beim Bau Probleme mit dem Grundwasser auftreten werden. „Da müssen die Pumpen Tag und Nacht laufen.“ Von Angerer antwortete, dass es sich bei dem neuen Gebäude um Eigentum des Metzgers handele, die Anlieferung künftig von der Straße aus erfolgen und von dort alles mit Hub- und Sackkarre nach hinten gebracht werde. Tiere sollten erst ab 6 Uhr ausgeladen werden. Was das befürchtete Wasser in der Tiefgarage anbelangt, entgegnete von Angerer: „Wir greifen gar nicht so weit nach unten ein, weil wir aus der Hochwasserlinie draußen bleiben müssen.“ Nur in einem sehr kleinen Bereich werde das normale Bachniveau erreicht. Die südlichen Gebäude werden deshalb auch keine Terrassen, sondern nur Balkone erhalten.

Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) erläuterte, dass es beim Schallschutz das „ganz Gleiche wie in Moosen“ sei. „Wir sind um eine Lösung bemüht.“ Allerdings gebe es in Moosen noch das Parkplatzproblem. „Wir wollen sicher stellen, dass der Betrieb Sicherheit hat“, sagte Hofstetter zum Thema Metzgerei. Deshalb seien auch schon viele Gespräche geführt worden. Das Areal werde relativ dicht bebaut, gab er zu, „weil wir auch das Thema Flächenverbrauch im Augen haben müssen“. Der Gemeinderat stimmte schließlich dem Plan einstimmig zu. Er wird nun ins beschleunigte Verfahren weitergeleitet.

Birgit Lang

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