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Bewerbungstraining: Marcel Ascher will Metzger werden. Mit dem Arbeitgeber, in diesem Fall Berufsberaterin Martina Tongusidis, führt er das Bewerbungsgespräch.

Bewerbungstraining Mittelschule Taufkirchen

Nicht für die Schule, fürs Leben lernen

Eine Woche lang haben Schüler der Taufkirchener Mittelschule geübt, sich in einem Bewerbungsgespräch richtig zu verhalten. Die Heimatzeitung war dabei, als Marcel Ascher sich beim Rollenspiel vorstellte.

Von Birgit Lang

Taufkirchen – „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt“, sagte der Achtklässler nach seinem Bewerbungsgespräch. .„Super vorbereitet“, bescheinigte Martina Tongusidis von der Erdinger Arbeitsagentur dem 14-jährigen Schüler aus Velden. Seine Bewerbungsunterlagen waren demnach ordentlich und vollständig, mit Lichtbild und Praktika-Bescheinigungen. Und auch der äußere Eindruck stimmte: Marcel war anständig angezogen, nicht „overdressed“, hatte ein Hemd und saubere Schuhe an. Er trat höflich auf, wirkte sehr natürlich, freundlich und sympathisch, versuchte nich,t gezwungen Hochdeutsch zu reden, hielt Augenkontakt trotz anfänglicher Nervosität und hatte einen anständigen Händedruck, resümmierte die Berufsberaterin.

Tongusidis kennt Marcel schon von der Berufsorientierung an der Schule. Als Berufsberaterin ist sie alle vier Wochen an der Mittelschule, erklärt den Jugendlichen auch, wo sie im Internet Berufsangebote finden und gibt ihnen Tipps, wie sie es richtig machen. Trotzdem ist bei jedem Schüler Nervosität bei diesem Rollenspiel zu spüren. Marcel möchte Metzger werden. Er hat auch schon ein Praktikum absolviert, das seinen Berufswunsch noch verstärkte. „Ich wollte schon immer Metzger oder Koch werden“, sagt er selbstbewusst.

Sein Bewerbungsgespräch war nur eines von rund 180, die in der vergangenen Woche an der Taufkirchener Mittelschule im Rahmen der Bewerbungswoche im halbstündigen Rhythmus an der Schule oder in Betrieben durchgeführt wurde. Diese Bewerbungswoche ist einmalig weit und breit. Seit einigen Jahren werden die Schüler, die eineinhalb Jahre vor ihrem Abschluss sind, also die 8. Klasse in der Regelschule und die 9. Klasse im M-Zug besuchen, gezielt im Bereich „Bewerben“ geschult.

Vor der Bewerbungswoche gibt es eine Kick-off-Veranstaltung durch den Rotary Club Dorfen, bei der in jeder teilnehmenden Klasse ein interaktiver Vortrag zu wichtigen Themen des Bewerbungsprozesses gehalten wird. Die Schüler erstellen unter Anleitung ihrer Klassenlehrer in den Fächern Deutsch und Arbeit, Wirtschaft, Technik zwei Bewerbungsmappen zu ausgeschriebenen Stellenanzeigen. Danach werden Vorstellungsgespräche mit Vertretern der AOK, der Schulsozialarbeit und der Klassenleiter trainiert. In jeder Klasse werden die Bewerbungsgespräche mit Videokameras aufgezeichnet und dann in der Gruppe reflektiert. Die Jugendlichen sollen so sensibilisiert werden, aufmerksamer auf viele kleine Details zu achten und sich diese zu verinnerlichen. Auch „echte“ Bewerbungsgespräche mit externen Partnern gibt es. Dabei stehen der Schule rund 20 Partner aus der Wirtschaft zu Verfügung, beispielsweise BMW, die Gemeinde und Himolla.

Sowohl Schüler als auch Lehrer und Eltern bewerten dieses Angebot positiv, denn die Schüler fühlen sich gestärkt und wissen am Ende, wie man sich bewerben kann und muss. Sie verlieren ihre Hemmungen und schreiten zur Tat. Auch Schüler, die mehr Unterstützung brauchen, können ab diesem Zeitpunkt verstärkt gefördert werden und erfahren, dass es langsam ernst wird.

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