Attacke auf Passanten in Hamburg: Ein Toter, mehrere Verletzte

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Auf dem Nockherberg liest sie den Politikern die Leviten. Im Taufkirchener Bürgersaal wollte Luise Kinseher aber „Ruhe bewahren“.

„Mama Bavaria“ im Bürgersaal

Nicht jeder „Witz“ der Kinseher sitzt

Taufkirchen - Als „Mama Bavaria“ erntete sie bei bayerischen Politikern mit ihrer Fastenpredigt beim Starkbierfest auf dem Münchner Nockherberg Kritik. Bei ihrem Auftritt in Taufkirchen gab die Kabarettistin Luise Kinseher das Motto „Ruhe bewahren“ aus.

In ihrem gleichnamigen Programm lässt sich Kinseher dennoch auch zu einigen Spitzen in Richtung CSU hinreißen. Damit gleich alle Bescheid wissen, gibt es zu Beginn Verhaltensregeln für die Besucher des Bürgersaals. Sie sollen das Thema „Ruhe bewahren“ durchaus wörtlich nehmen: „Sie können sich wirklich entspannen heute. Lehnen Sie sich zurück. Ich stelle wirklich überhaupt keine Anforderungen mehr an Sie. Und wenn Sie schlafen wollen, dann schlafen Sie. Für mich wär das ein Riesenerfolg.“ 

In ihrer Darbietung mimt Kinseher verschiedene Figuren. Helga Frese, die alles unnötig in die Länge zieht, weil es bei ihrem an Alzheimer erkrankten Mann Heinz auch schon mal länger dauert. Oder die etwas beschwipste „Mary from Bavaria“, die ihre nicht ganz alkoholfreien Weisheiten zum Besten gibt. Dazwischen sinniert die Kabarettistin über ihr Leben, in dem sie sich gerne eine Eigentumswohnung in München leisten würde, „vielleicht drei, vier Zimmer, Küche, Bad, vielleicht ein Balkon dazu“. Die sei mit 1,4 Millionen aber einfach zu teuer. „Und da host immer no koan Strom zoid.“ Da ahne man, „dass auf dieser Welt irgendetwas nicht mehr stimmt. Diese Kriege überall. All diese Brutalität, die Flüchtlingskrise, dann hamma Klimawandel, wir haben immer noch Luftverschmutzung, die CSU“, so Kinseher zum Gelächter der Taufkirchener. Weil sie „Ruhe bewahren“ muss und es eh nichts hilft, erzählt sie den Besuchern im Bürgersaal von ihrem letzten Liebhaber: „Es gibt Männer die taugen wirklich nur für die Nacht“. „Dieser Depp“ habe dasselbe „Goaßgschau wie Barbara Stamm“, die Präsidentin des bayerischen Landtags. „Sie bestraft mich natürlich mit ihrer Abwesenheit wahnsinnig. Aber no schlimmer wars, wenn i ihre Kleidung auftragen müsste“, sagte Kinseher in einem Nockherberg-Nachtarocken. „Aber bitte sogts es neamd.“ 

Kinseher bricht auch Tabus, was Ausdrücke angeht. Zu Zeiten der Flüchtlingskrise sei es schon heikel, einen „Neger-Witz“ zu erzählen, sagt sie. Neger dürfe man ja „außerhalb des CSU-Innenministeriums gar nicht mehr sagen“. Dieser Spruch gegen die CSU hatte gesessen, mehr als der Witz der folgte: „Sitzt ein Neger auf einer Parkbank. Kommt eine ältere Dame, a oids Muadal vorbei, sieht den Neger und sagt: ‚Habts wieder recht zündelt, ihr Russen“. In dem Witz sei alles drin, was uns im Moment beschäftige. „Beim Begriff Neger, da hast Du die Rassisten drin, die Rechtsradikalen, Du hast AfD drin, Du hast natürlich die Flüchtlingsproblematik drin. Du hast aber a Obama drin. Dann die Russen. Natürlich hast Du Putin, Krimkrise, Ukraine-Krieg, hast aber a Seehofer und Stoiber drin. Dann des oide Muadal. Da hast Du Pflegenotstand, ‚sind die Renten sicher?’, Überalterung der Gesellschaft. Diese ganzen Themen hast da drin. Dann Zündeln. Überlegts moi. Was da ois abgeht in unserem Kopf. Du hast da auch noch das Nichtrauchergesetz drin. Du, und da Neger, worauf sitzt der Neger? Auf einer Bank! Griechenland auch noch drin“. 

Dass Kinseher eine bessere Politk-Kabarettistin als Sängerin ist, beweist sie beim Stück „Dream a little Dream of me“ von Doris Day. Das will irgendwie gar nicht in den Auftritt reinpassen und die 260 Besucher im Bürgersaal mehr irritiert als unterhält.

Tobi Fischbeck

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