Statt auf dem Christkindmarkt präsentieren Annemarie und Wolfgang Ecker ihre Schätze in ihrer Weihnachtsstube im heimischen Keller. Seit Jahrzehnten haben sie sich auf Qualitätsware spezialisiert. Foto: Birgit Lang
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Statt auf dem Christkindmarkt präsentieren Annemarie und Wolfgang Ecker ihre Schätze in ihrer Weihnachtsstube im heimischen Keller. Seit Jahrzehnten haben sie sich auf Qualitätsware spezialisiert.

Bei Annemarie und Wolfgang Ecker in Taufkirchen gibt es ganz besonderes Kunsthandwerk

Nussknacker, Engerl und Räuchermännchen

Bei einem Besuch bei Annemarie und Wolfgang Ecker in Taufkirchen blitzt die kindliche Freude auf Weihnachten wieder auf. Zwischen Schwibbögen, Räuchermännchen und Nussknackern.

Taufkirchen – Die kindliche Freude auf das Weihnachtsfest haben viele Erwachsene über die Jahre verloren. Bei einem Besuch bei Annemarie und Wolfgang Ecker in Taufkirchen blitzt sie wieder auf. Denn schon am Hauseingang wird man von einem Lichtermeer, Kugeln, Tannenzapfen und putzigen Figuren umschmeichelt.

Beim Gang in die „Weihnachtsstube“, also den eigenen Verkaufsraum, an der Hochriesstraße, ist es dann auch für den kühlsten Realisten vorbei. An den Wänden glitzern mundgeblasene Christbaumkugeln und -glocken aus Tschechien, kunstvoll verziert in Rot und Gold, handgemacht wie fast alles hier. Auch Gablonzer Christbaumschmuck hängt an der Wand, daneben ein kleines Bäumchen über und über mit gefiederten Glasvögelchen und kleinen, handbemalten Holzfiguren dekoriert.

Die Eckers verkaufen Kunstgewerbe – vor allem aus dem Erzgebirge, „nur deutsche Wertarbeit, keine Massenware“, wie sie betonten. Also wunderschönes, traditionelles Handwerk, das viele noch aus ihrer Kindheit oder von den Großeltern kennen, die es immer nur zur Weihnachtszeit hervorholten. Anschauen durfte man es damals, das Anfassen war schon etwas verzwickter.

Eigentlich bieten die Eckers ihre original Schwibbögen, Räuchermännchen und Nussknacker seit über 40 Jahren auf dem Christkindlmarkt in der Landshuter Freyung an. „Die ganze Ware stand schon fix und fertig verpackt im Keller“, erzählt Annemarie Ecker. Dann kam das Corona-Aus für alle Märkte und damit auch für den Stand des Taufkirchener Ehepaares. Sie hätten zwar ihr Möglichstes getan, um die weihnachtliche Stimmung des Christkindlmarktes auch daheim im Keller einzufangen, aber es sei halt doch etwas anderes, meint die 68-Jährige. Trotz der Kälte im Untergeschoss arbeitet Annemarie Ecker leidenschaftlich gerne dort, zumal sie zahlreiche Stammkunden hat. Viele von ihnen seien dankbar gewesen, dass sie jetzt wenigstens in ihrem Ladengeschäft einkaufen und ihre Sammlung weiterführen konnten.

Gerne erzählt die Rentnerin von den Figuren, die sie „alle so gern mag“, und von alten Bräuchen im Erzgebirge, obwohl sie selbst aus Bad Aibling stammt. So wurde in Sachsen früher für jeden Buben eine Bergmannsfigur ins Fenster gestellt, für jedes Mädchen ein Engerl. Einfach goldig sind die kleinen Holzfiguren mit ihren liebreizenden Gesichtern.

Weil die Männer den ganzen Tag in Silber- und Erzbergwerken im Dunkeln arbeiten mussten, hätten sie sich mit den Lichterbögen oder Pyramiden, die mit Kerzen betrieben wurden, das Licht ins Haus geholt, erzählt Wolfgang Ecker (70).

Etwas ganz Besonderes seien die Grünhainicher Musikanten von der bekannten Firma Wendt & Kühn mit den elf weißen Punkten auf ihren Flügeln. Sie seien beliebte Sammlerstücke. Die Eckers sind seit diesem Jahr autorisierte Fachhändler dieser Firma und stolz darauf.

Überhaupt führen die beiden alle namhaften Händler auf diesem Gebiet, Hubrig, Blank, KWO und wie sie sonst alle heißen. Jeder Hersteller habe seinen eigenen Stil. Manche gibt es schon über 100 Jahre. Auch zwei englische Firmen, Willow Tree und Jim Stone, die aus Kunststein Figuren formen, führt das Ehepaar, zudem handbemalte Kunstwerke aus Zinn. Schön sind auch die Blumenkinder oder die Margeriten-Engerl in der nächsten Vitrine, die ebenfalls zum Orchester aufgestellt sind. Sie gibt es in verschiedenen Größen. Dazu Spieluhren und bärtige Wichtel. Die Auswahl im Keller-Laden ist unvorstellbar groß.

Wie kam das Ehepaar überhaupt zum Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge? „Wir hatten eine Handelsagentur für Kunstgewerbe und Geschenkartikel, mit der wir in ganz Bayern unterwegs waren“, erzählt Wolfgang Ecker. Durch Zufall seien sie vor Jahrzehnten zur Gründung des Landshuter Christkindlmarktes dazu gekommen. „Da haben wir uns auf dieses Sortiment spezialisiert.“ Natürlich haben Eckers auch das notwendige Zubehör vorrätig: Rauchgefäße, Räucherkerzen, Weihrauch und Kegel für die urigen Räuchermännchen in verschiedenen Duftnoten, die in ihrem Bauch vor sich hin räuchern. Oder Duftöle, sogar mit der Geschmacksrichtung „Taufkirchen“, und Duftkerzen.

Birgit Lang

Weitere Infos

gibt es bei Familie Ecker unter Tel. (0 80 84) 94 4 10 oder (01 60) 96 30 24 29

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