Ein Hindernis am Straßenrand ist die lange Reihe abgestellter Autos. Es kam zu gefährlichen Situationen.
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Ein Hindernis am Straßenrand ist die lange Reihe abgestellter Autos. Es kam zu gefährlichen Situationen.

Parkverbot

Zugeparkte Siedlungen machen den Verkehr gefährlich

Die Anwohner der Tulpenstraße in Taufkirchen haben ihre Not mit parkenden Autos. Die Gemeinde hat mit einem Parkverbot reagiert.

Taufkirchen – Parken in Siedlungen wird immer öfter zum Problem. Auch Anlieger der Tulpenstraße in Taufkirchen wissen kaum noch Rat. Wenn sie auf die Fichtenstraße abbiegen wollen, ist dies seit geraumer Zeit richtig gefährlich. Denn dort parken entlang der rechten Seite viele auswärtige Fahrzeuge bis zur Einmündung in die Bundesstraße B 388. Auch für die Eltern, die ihre Kinder in den Gemeindekindergarten fahren und wieder Richtung Ortsmitte fahren wollen, ist es nicht einfach, die Reihe der parkenden Autos zu überholen. Oft ist viel Gegenverkehr abzuwarten. Die Gemeinde reagiert nun mit einem Parkverbot.

„Es ist saugefährlich, weil man die Autos, die von der rechten Seite kommen, durch die Kurve nicht oder erst zu spät sieht. Bis ich links schaue, ist der rechts schon da“, berichtet Anwohner Bernd Schott.

Auch für Rentnerin Anna Panthaler ist „das Rausfahren schlecht“, weil die Verkehrsteilnehmer mitunter die ganze Straße entlang, fast bis zum Kindergarten parkten. „Ich kann nicht ausweichen, nur rückwärts fahren.“

Auch das Müllauto fahre immer rückwärts in die Tulpenstraße, um wieder heil in die Fichtenstraße zu kommen. Post- und Kurierautos könnten oft kaum wenden – wenn, dann nur auf Privatgrund, sprich Garageneinfahrten. Sie ärgert sich vor allem, weil schon zweimal Lieferwagen bei ihr angefahren seien. Einmal hätten sie die Dachrinne touchiert, einmal ihr Auto. Eine Reparatur wäre zu teuer gekommen, also kaufte sie gleich ein neues Auto. Beide Male fuhr der Verursacher weiter, ohne seine Adresse zu hinterlassen, beschwert sich Panthaler.

Die Gemeinde wird jetzt aktiv. „An der Fichtenstraße wird gegenüber der Einmündung der Tulpenstraße ein absolutes Haltverbot beschildert“, erklärt Georg Schmittner vom Ordnungs- und Sozialamt. Damit werde das Einbiegen von der Tulpenstraße erleichtert und für den Begegnungsverkehr eine Ausweichmöglichkeit freigehalten. Bei den Autos handle es sich überwiegend um Fahrzeuge von Pendlern, vermutet er. Ein gewisser Anteil stamme wohl aber auch von den Anwohnern.

Dass Siedlungsstraßen immer dichter zugeparkt werden, ist kein Einzelfall. Auf die Frage, ob das von der Gemeinde geduldet werde oder Einschränkungen geplant seien, antwortet Schmittner: „Grundsätzlich soll das Parken innerhalb von Siedlungen und geschlossenen Ortschaften am Fahrbahnrand möglich sein.“ Dies sei in allen größeren Orten oder Städten gängig. „Ein positiver Effekt ist, dass dies erfahrungsgemäß und auch nach Meinung der Verkehrsexperten dazu führt, dass langsamer gefahren und der Verkehr beruhigt wird“, so Schmittner.

Die angestrebte Innenraumverdichtung wird das Problem weiter verschärfen. Wie will die Gemeinde dies künftig handhaben? „Auch mit einer städtebaulichen Entwicklung hin zur Innenraumverdichtung, soll beziehungsweise muss das Parken innerhalb von Siedlungen und geschlossenen Ortschaften möglich bleiben“, betont er. Die Beschilderung von Haltverboten beziehungsweise Parkverboten werde im Einzelfall geprüft und erfolge nur in den Bereichen, wo es verkehrsrechtlich geboten erscheine.

Birgit Lang

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