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Pfarrer Tobias Rother zog mit den Ministranten in das Festzelt ein. Mit seiner Predigt begeisterte er die fast 700 Gäste.

Schloßschützen Jettenstetten

Pfarrer: Manchmal bist halt der Depp

Jettenstetten - „Richtig krachen lassen“ haben es die Schloßschützen Jettenstetten bei ihrer Fahnenweihe. Drei Tage lang wurde gefeiert. Alles funktionierte reibungslos, nur das Wetter ließ zu wünschen übrig.

Der „osmotische Druck“ ließ den Kirchenzug am gestrigen Festsonntag ausfallen. Dafür zelebrierte Pfarrer Tobias Rother im einen wunderschönen Gottesdienst. Er selber sei ja nie im Schützenverein gewesen, meinte er. Deshalb zog er bei seiner Predigt den Held seiner Kindheit, Robin Hood, hervor: „Weil der doch auch schießt und immer ins Schwarze trifft. Und da kommt doch auch ein Pfarrer vor“. Robin Hood sei eigentlich ein Vorbild für die Schützen, denn er sei nicht nur ein hervorragender Schütze gewesen, sondern auch ein guter Mensch, der Witwen und Waisen geholfen habe.

Rother hatte aber auch eine zweite Geschichte auf Lager. Die von einem Holzstadl, der voller Zielscheiben war, und überall mitten drin ein Pfeil steckte. Als der Bauer gefragt wurde, wie er nur so gut schießen könne, habe dieser geantwortet: „Das hab ich gar nicht. Unser Dorfdepp schießt immer auf die Wand und malt danach eine Zielscheibe um den Pfeil.“ Welcher sei nun das bessere Vorbild? „Robin Hood oder der Dorfdepp“?, fragt der Pfarrer. Der Geistliche meinte, es sei gar nicht ideal, immer der Beste zu sein. Nur wenige Menschen seien wie Robin Hood. „Wir sind normal und treffen nicht immer ins Schwarze. Dann bist halt der Depp.“

Auch den Patron der Schützen erwähnte Rother. Der Heilige Sebastian sei selber zur Zielscheibe geworden. „Der dachte sich bestimmt auch, ich bin der Depp und nicht Robin Hood.“ Aber das Leben sei eben nicht immer leicht, sondern oft schwierig. Ziel sollte es deshalb sein, sich gegenseitig zu helfen, seine Schwächen zu verbessern. Gott stehe allen dabei zur Seite, um sie ans Ziel zu bringen.

Als während der Wandlung die Böllerschützen Salven schossen, erschraken viele Gläubige. Schützenmeister Peter Murla entlockte dies ein lächeln. Ansonsten war es mucksmäuschenstill während der Messe. Die Festgäste dankten Pfarrer Rother mit Applaus für seine Worte.

Nach der Fahnenweihe hängten Fahnenmutter Elfriede Fruhmann und Fahnenbraut Johanna Seifüßl ihre Bänder an die Fahnen. Vom Patenverein, den Schloßschützen Hubenstein, tat ihnen das Birgitt Pichlmeier gleich, die das Trauerband an die Fahne anbrachte. Andrea Lachner von den Jettenstettenern fügte das Patenband an die Hubensteiner Fahne. Zwischenzeitlich hatte sich der „osmotische Druck“ anscheinend so verbessert, das Murla doch noch die knapp 700 Gäste zum Festzug durch das Dorf ermunterte. Danach gab es für alle Mittagessen und Erinnerungsgeschenke wurden verteilt. Das Fest klang dann gemütlich aus.

Birgit Lang

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