Verbreitete verhaltene Zuversicht bei den Milchbauern: Franz Mayer sieht die Talsohle durchschritten. Foto: Kuhn

Milchwirtschaftlicher Frühschoppen

Das Preis-Tal scheint durchschritten

Taufkirchen - Der Milchpreis ist auf Erholungskurs. Das war die wohl wichtigste Botschaft, die Franz Mayer, Geschäftsführer „Rohstoffbeschaffung“ von Meggle in Wasserburg beim Milchwirtschaftlichen Frühschoppen im Rahmen des Taufkirchener Volksfestes hatte.

Mayer sprach vor vielen Milcherzeugern, die bei drückender Schwüle in die Festhalle gekommen waren. Er meinte allerdings, dass die Preise so schnell nicht wieder anziehen werden. „Es ist nicht einfach im Augenblick, die Landwirtschaftsämter sind gefordert“ meinte er an die Adresse des Vertreters dieser Behörde, der anwesend war. Weitere Gäste waren der stellvertretende Landrat Jakob Schwimmer, Bürgermeister Franz Hofstetter, und Kreisbäuerin Elisabeth Mayr.

„Wir gehen davon aus, dass das Tal hinter uns liegt“, sagte er im Gespräch mit der Heimatzeitung. Die ersten Anzeichen sehe er darin, dass die Hersteller von Milchprodukten bereits wieder leicht höhere Preise beim Handel durchsetzen könnten. Aber schon zögen neue dunkle Wolken am Milchhimmel auf: Er nannte das drohende Freihandelsabkommen mit den USA, das ihn beunruhige, schon weil er den Inhalt nicht genau kenne. Wäre der Verbraucher so mündig, wie er sein sollte, würde das Abkommen weniger Sorgen machen, deutete er an.

Die Tierhaltung sollte an die Fläche gekoppelt werden. Je weiter sich die Bevölkerung von der Landwirtschaft entferne, desto mehr gebe es die Tendenz von der Nutztierhaltung zur Kuscheltiermentalität. Um diesen Spagat gehe es. Das Tierwohl werde immer mehr in den Mittelpunkt gestellt, was vielleicht auch eine Chance sein könnte.

Der Fachvortrag kam heuer von Alois Lohwieser, ein anerkannter Pflanzenbauexperte. Der warb leidenschaftlich darum, dem Grünland die Bedeutung beizumessen, die es verdiene. „Wenn ein Landwirtschaftsmeister heute zehn Gräser kennt, dann ist er gut.“ Und so packte er die Landwirte genau da, wo sie heute am meisten der Schuh drückt: bei den Kosten. Ein gut aufgebauter Grünlandbestand, wies er nach, drücke die Kosten ganz gewaltig, und zwar gleich mehrfach: Wenn die Ernte vom Grünfutter genügend Nährstoffe enthalte, könne der Landwirt bei der Beschaffung von Sojaschrot beispielsweise leicht vierstellige Beträge sparen. Und so gab der Experte Tipps dazu, wie ein guter Grünlandbestand aufgebaut und erhalten werden könne, beispielsweise durch die richtige Nachsaat der richtigen Mischung zum richtigen Zeitpunkt. Er stellte auf die Ausbringung von Gülle ab und die richtigen Methoden hierzu, warnte vor Bodenverdichtung durch zu schwere Fahrzeuge und hatte noch mehr Hinweise parat.

Klaus Kuhn

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