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Strahlten bei der Verleihung des Bürgerenergiepreises (v.l.): Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl, Realschulleiter Josef Hanslmaier, SChülerin Pia Maier, Ingo SChoers (Bayernwerk), Schülerin Lisa Hellinger und Regierungspräsidentin Maria Els.

Engagement mit 3500 Euro Preisgeld gewürdigt

Preiswürdiges Energiesparen an der Realschule Taufkirchen

Energiesparen mit Ampelsystem: Das haben Schüler der Realschule Taufkirchen entwickelt. Jetzt gab‘s dafür den mit 3500 Euro dotierten Bürgerenergiepreis.

VON BIRGIT LANG

Taufkirchen„Warum soll man eigentlich das Licht im Klassenzimmer ausmachen, wenn man in die Pause geht?“ Diese Frage war vor drei Jahren der Auslöser dafür, dass sich die Taufkirchener Realschüler näher mit dem Energiesparen befassten. Daraus entstand das „Energielabel“, ein Ampelsystem, das Auskunft darüber gibt, welche Geräte energieeffizient arbeiten. Ein Projekt, für das die Schule jetzt mit dem Bürgerenergiepreis ausgezeichnet wurde, den die Regierung von Oberbayern und das Bayernwerk verliehen haben. Dafür gab es 3500 Euro Preisgeld.

Bei der kleinen Feier mit Scheckübergabe, die corona-bedingt im Freien stattfand, betonte Rektor Josef Hanslmaier, dass der Landkreis als Sachaufwandsträger viel Energie in die Schule investiere. Auch die technischen Geräte, die zur Messung der Ergebnisse nötig waren, hatte der Kreis zur Verfügung gestellt. In dem Projekt sei es darum gegangen, darauf zu achten, dass man mit dem kostbaren Gut Energie verantwortungsvoll umgehe.

Ingo Schoers, Mitglied der Geschäftsleitung Bayernwerk, betonte, dass man auch in Corona-Zeiten den Klimawandel und die Energiewende nicht aus den Augen verlieren solle. Jeder Einzelne könne etwas tun und vorantreiben, das zeige das Projekt der Taufkirchener Realschüler, das nicht nur Vorbild, sondern auch Anstoß dazu sei. Schulen seien der perfekte Ort, dass sich junge Menschen Gedanken machen, wie man mit knappen Ressourcen verantwortungsvoll umgehen könne. In diesem Rahmen sei auch der Bürgerenergiepreis zu sehen. „Wir wollen etwas voranschieben und was bewirken“, betonte Schoers.

Lehrer Simon Stiepani sowie die Schülerinnen Pia Maier und Lisa Hellinger von der Klasse 9 a stellten das Projekt vor. Seit dem Schuljahr 2017/18 erfassen die Schüler mit den Messgeräten die Energiekosten von Glühbirnen, Halogen- und LED-Lampen sowie elektrischen Geräten in der Schule und zuhause. Daheim habe ein Schüler unter anderem festgestellt, was es kostet, wenn er seine Playstation drei Wochen durchlaufen lasse und was es ihn kosten würde, wenn er es mit seinem Taschengeld bezahlen müsste, erzählte Stiepani.

Die Ergebnisse präsentierten die Jugendlichen in der Schule und erstellten einen Energiekostenrechner, mit dem sich unterschiedliche Geräte besser miteinander vergleichen lassen. Außerdem entwickelten sie ein eigenes Energielabel, das neben den Betriebskosten auch Ausgaben und Energieeinsatz für die Herstellung und Entsorgung berücksichtigt.

Ganz schnell sei deutlich geworden, dass man die Energieeffizienz steigern könne –etwa durch neue Lampen, so Stiepani. Die Schüler erkannten aber auch, dass es nicht immer sinnvoll ist, noch funktionierende Geräte sofort zu ersetzen, und wann ein Austausch von Vorteil ist. Im einem nächsten Schritt sollen die elektrischen Geräte in der Schule mit Hilfe des Energielabels kategorisiert werden. Geräte der roten Kategorie sollen möglichst schnell durch sparsame Varianten ersetzt werden. Weitere Messungen daheim seien momentan wegen Corona nicht möglich, so Stiepani.

Zur Jury gehörten neben ihm und Regierungspräsidentin Maria Els auch Josef Steigenberger, Vorsitzender des Bayerischen Gemeindetags, und zwei Professoren aus München. Els freute sich, dass unter den Gewinnern zwei Schulen waren: „Das ist genau die richtige Stelle, um über das Thema nachzudenken, Impulse fürs Leben zu setzen und Anstöße in die Familien zu bringen.“

30 Bewerbungen habe es gegeben, pfiffige Ideen seien darunter gewesen. Mit den Taufkirchener Realschülern habe man einen guten Preisträger gefunden. Auch Els betonte, wie wichtig die „Fridays for Future“-Bewegung, Energieeinsparung, Klima-, Natur- und Umweltschutz seien. Sie müssten neu belebt werden, denn „wir nehmen uns unsere Lebensgrundlage“. Jetzt müsse aktiv etwas getan werden.

Der Landkreis als Sachaufwandsträger müsse in erster Linie den Gebäudebetrieb am Laufen halten, sollte aber auch dazu beitragen, dass sich die Schüler bestens entwickeln können, meinte 3. Landrat Rainer Mehringer. Gerne habe man die Messgeräte finanziert. „Ob Corona da noch Raum lässt“, stellte er in Frage. Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl war besonders stolz auf die Auszeichnung seiner alten Wirkungsstätte, die schon zu seiner Schulzeit sehr innovativ gewesen sei und mit dem Thema schon vor Greta Thunberg begonnen habe: „Macht’s weiter so!“

Die beiden anderen Gewinner waren die Montessorischule Niederseeon (Kreis Ebersberg) und Willi Meyerhöfer aus Herrsching (Kreis Starnberg).

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