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Größere Abstände und leicht versetzt: So sieht die aktuelle Planung für das Bernock-Areal aus.

Wohnbebauung Bernock-Areal

Protest der Nachbarn zeigt Wirkung

Immer wieder war in den vergangenen Jahren das 6150 Quadratmeter große, unbebaute Bernock-Grundstück in Taufkirchen für Wohnbebauung im Gespräch. 45 Wohneinheiten sollten hier ursprünglich entstehen. Die Nachbarn waren dagegen. Jetzt scheint ein Kompromiss gefunden.

Taufkirchen – Das Grundstück der Familie Bernock an der Rosenstraße ist unbebaut. Die Wohnwerk Bayern GmbH hat es erworben. Der der erste Plan mit 45 Wohneinheiten stieß bei den Nachbarn auf Widerstand. Sogar von einem Komplott zwischen Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) und dem Bauträger aus Landshut wurde gemunkelt.

Nach der jüngsten Sitzung des Grundstücks- und Bauausschusses, bei der die Anlieger anwesend waren, scheinen sich die Wogen geglättet zu haben. Nach der Vorstellung der ersten Planungsvariante im Gremium habe eine Anliegerversammlung stattgefunden, berichtete Hofstetter. Nun stellten GmbH-Geschäftsführer Bernhard Schöbl und Architekt Christian Persch aus Erding eine neue Variante vor.

Die erste Planung habe sich an den Grundsätzen des Bebauungsplans in der Attinger Siedlung orientiert, also an eine mittlere Erschließung, bei der die Abstandsflächen zwischen den Grundstücken eingehalten worden seien. Dazwischen sei eine Erschließungsstraße geplant gewesen. Auf Wunsch der Gemeinde habe man die Häuser verkleinert und die Abstände dazwischen auf sieben Meter erhöht, so dass es zu einer aufgelockerten Planung geführt habe, erklärte Schöbl. Nun habe man einen komplett neuen Vorschlag, kündigte er an. „Nicht mit zwei Reihen, sondern mit einer und einer kurzen Erschließungsstraße.“ Bei dieser Variante würden die Abstände zu den Nachbarn Richtung Norden 13 bis 16 Meter und nach Süden 19 bis 22 Meter betragen. Durch den Hang bedeute dies eine „Entlastung für die Nachbarn“.

Architekt Persch erläuterte die geänderte Planung anhand Profildarstellungen genauer. „Da die letzte Planung nicht auf Anklang gestoßen ist“, habe man diese Alternative erarbeitet. Unter anderem wurde der Abstand der fünf aufgesetzten Penthäuser vergrößert und tiefer gesetzt. Jetzt habe man zwischen den Penthäuser mehr Durchblick, weil die Dachgeschosswohnungen aufgeweitet wurden und nicht mehr über die komplette Breite laufen. Durch den einen Zug in der Mitte sei diese Bebauung vielleicht konzentrierter, aber es handle sich um eine „wesentlich entspanntere und bessere Variante“, meinte der Architekt.

Auch Schöbl betonte, dass es für „die Nachbarn die verträglichste Lösung“ sei, durch die kürzere Zufahrt, die wesentlich größeren Abstandsflächen und niedrigeren Häuser: „Wir haben alles getan, um die Planung gefälliger zu machen, um sowohl der Gemeinde als auch den Nachbarn gerecht zu werden.“

Die Nachbarn hatten ihre Bedenken in einem Brief geäußert, den Sachbearbeiter Herbert Mayerthaler vorlas. Darin war die Bitte um eine ergebnisoffene Diskussion, eine niedrigere und weitere Bebauung, sowie Befürchtungen wegen Belichtung, Beschattung und Verkehr die Rede. Auch solle ein Lattengerüst zur bessern Anschaulichkeit errichtet werden. Die Nachbarn betonten auch, dass eine vorschnelle Entscheidung nicht akzeptabel sei, und dass „ein weiterhin lebenswertes Wohnumfeld“ wichtiger sei als die Interessen eines Bauträgers.

Hofstetter meinte: „Die Anlieger haben recht, dass es so zu eng ist.“ Deshalb schlug er vor, das Lattengerüst errichten zu lassen, alles vor Ort zu besichtigen und danach eine Entscheidung zu fällen. SPD-Rätin Sosa Balderanou-Menexes fragte nach den genauen Abständen und der aktuellen Anzahl der Wohneinheiten. Die Häuser seien tiefer, „aber entscheidend ist, dass sie weiter weg sind“, erklärte Persch. „Das Ding steht nicht mehr sechs Meter vor ihnen, sondern zwölf Meter und ist auch noch abgesenkt. Es werden zwischen 30 und 35 Wohneinheiten rauskommen, zwei bis drei je Etage.“ Solange die Planung nicht beendet sei, könne man nur über Brutto reden.

Nach den Abständen zwischen den Häusern gefragt, erklärte der Architekt CSU-Rat Stefan Haberl, dass es keine Lücken zwischen den Gebäuden gebe, sondern es „Schluchten“ wären. Zwischen den Penthäusern seien es vier Meter. „Vielleicht bestehen die Anlieger jetzt gar nicht mehr auf dem Lattengerüst, warf Peter Attenhauser (REP) ein. „Ein Lattengerüst halte ich schon für sinnvoll“, antwortete Hofstetter. „Wir können uns mit den Nachbar besprechen und dann entschieden.“

Vor der nächsten Sitzung des Bauausschusses, voraussichtlich am 22. August, werde die Vorbesichtigung mit dem Lattengerüst stattfinden.

Birgit Lang

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